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Leselupe.de > Kurzprosa
Eines Tages
Eingestellt am 23. 04. 2008 11:14


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Duisburger
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Eines Tages

In mondhellen NĂ€chten sehe ich dich ĂŒber die Felder laufen, mit nackten FĂŒĂŸen und offenen Haaren, diesen wunderbaren weichen Haaren, welche ich so liebte, die sanft meine Wangen strichen, wenn ich an deiner Schulter ruhte. Und ich höre immer noch dein Lachen, das du jedem geschenkt hast, mir jedoch immer mit einem leicht spöttischen Blick, du kanntest mich genau.
Weit hinten glitzert der Fluss, wo im Mai die Forellen steigen, die ich nie fangen durfte, denen du Namen Verstorbener gabst, an dem du mich ĂŒberredet hast, eine Fischtreppe zu bauen, damit die Forelle es leichter hat und spĂ€ter ein Gewirr von an BindfĂ€den gebundenen Blechdosen, weil der BĂ€r mir dafĂŒr dankbar war.
Und dann ist da der Duft deiner Haut, der aus jeder Ecke des Zimmers zu dringen scheint, alles umgibt, den ich mit tiefen AtemzĂŒgen zu fangen suche, eine Zeitlang halte, wieder freigeben muss, um dich gleich mit dem nĂ€chsten wieder aufzunehmen. Auf dem Kaminsims liegt immer noch dein Armreif, du hast ihn immer da hingelegt, immer an dieselbe Stelle, ich habe ihn liegengelassen, weil er da hin gehört, deine Worte. Ich werde ihn mitbringen, wenn die Zeit da ist.
Noch aber ist es nicht so weit, der GemĂŒsegarten ist noch nicht angelegt, das Dach ist immer noch undicht und die ObstbĂ€ume sind noch nicht gesetzt. Erst wenn alles getan ist, kann ich mich ausruhen, hast du mir gesagt, Zeit soll ich mir lassen, alles mit Ruhe angehen. Das tue ich, doch eines Tages, wenn alles so gemacht ist, wie du es wolltest, wenn meine Zeit abgelaufen und ich dann bei dir bin, dann sehen wir den Forellen beim Steigen zu, beobachten, wie Krume in den Beeten aufbricht und erwarten die erste BlĂŒte des Kirschbaums.
Bis dahin aber werde ich abends zum Fluss schauen und dich atmen.
-----------

Da ein direktes Einbinden einer Vertonung im Prosaberei nicht möglich ist, habe ich diese hier verlinkt.


Hintergrundmusik:
Kendra Springer -Hint of Dawn-
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Version vom 23. 04. 2008 11:14
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Version vom 25. 04. 2008 08:04
Version vom 28. 04. 2008 21:14
Version vom 22. 07. 2011 20:43

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Hakan Tezkan
Guest
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Hallo Duisburger,

hat auch mir Spaß gemacht zu lesen. Der Anfang schwĂ€chelt m.E.n. ein wenig. Die SĂ€tze sind mir grĂ¶ĂŸtenteils zu verschachtelt, ich wĂŒrde daher folgendermaßen umbauen:

quote:
Und in mondhellen NĂ€chten sehe ich dich ĂŒber die Felder laufen, mit nackten FĂŒĂŸen und offenen Haaren, diesen wunderbaren weichen Haaren, welche ich so liebte.1. Beinhaltet dieser Nachschub so schrecklich viele, blasse Adjektive(wunderschönen, weichen...)und 2. allein, dass der Ich-ErzĂ€hler in einsamen NĂ€chten seine Geliebte vor sich sieht, zeugt eben von dieser Liebe, ich brauche den Zusatz nicht als ErklĂ€rung... Die sanft meine Wangen strichen, wenn ich an deiner Schulter ruhtePunkt, und dann neu ansetzen. und ich höre dein Lachen, welches jeden Schwermut tilgen konnte und immer fĂŒr mich da war, wenn ich seiner bedurfte.Sie hat gelacht, ihn hat es getröstet. Warum so einen langen Satz zur Beschreibung einer solchen BanalitĂ€t. Außerdem fehlt mir hier das Außergwöhnliche. Mich tröstet es auch, wenn meine Freindin lacht. Ist das in der Liebe nicht immer so? Wenn du es lassen willst, dann einfacher, mach aus etwas derart Unspeziellem nichts großartiges mithifle "gestelzter" Worte... Ach, Herrje, als Kritiker ist das immer etwas anderes. Wenn ich von mir selber lernen könnte...
Weit hinten glitzert der Fluss, wo im Mai die Forellen steigen, die ich nie fangen durfte, denen du Namen Verstorbener gabst, wo du mich ĂŒberredet hast, eine Fischtreppe zu bauen, damit die Forelle es leichter hat und spĂ€ter ein Gewirr von an BindfĂ€den gebundenen Blechdosen, weil der BĂ€r mir dafĂŒr dankbar war. Und dieser Satz setzt allem die Krone auf. Hilfe. Ich wĂŒrde so oder so Ă€hnlich schreiben. Das ist zu verschachtelt, da verirrt man sich als Leser und wenn nicht, so ist einem zumindest schwindelig. Mein Vorschlag: Weit hinten glitzert der Fluss, wo im Mai die Forellen steigen, denen du Namen von Verstorbenen gabst. Ich durfte sie nie fangen, du hast mich sogar ĂŒberredet, eine Fischtreppe zu bauen, damit sie es leichter haben. Die Funktion der an BindfĂ€den gebundenen Blechdosen will sich mir im gegebenen Sahch-und Satzusammenhang nicht erschließen. WĂ€re ĂŒber Erleuchtung sehr dankbar.

Ansonsten ein sehr sinnlicher, schöner Text.
Der Tetil danach ist ausgesprohen gelungen, das mit der Handtasche, den wiederkehrenden Forellen, der Garten...

Gern gelesen.

LG,
Hakan

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Duisburger
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Hallo Johanna,

vielen Dank fĂŒr den freundlichen Kommentar. Ich habe mich bemĂŒht, das Ganze nicht zu kitschig klingen zu lassen und die Liebe des Prot in leisen Tönen an den Leser zu bringen.

lg
Duisburger


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Duisburger
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Hallo Hakan,

danke fĂŒr deinen freundlichen Kommentar und die detaillierte Auseinandersetzung mit dem Text.
Das verschachtelte, "atemlose" Schreiben ist hier Absicht. Ich wollte keine hintereinander abzĂ€hlenden Gedanken, sondern die Gedanken des Prot so wiedergeben, wie er sie empfindet, seine Liebe und seine schnellen GedankensprĂŒnge darstellen. Weiterhin habe ich versucht, mit Adjektiven zu sparen, habe in der Rohfassung schon so einige gestrichen. Das, was jetzt noch vorhanden ist, soll es dem Leser erleichtern, sich ein Bild zu machen und die Gedanken des Prot nachzuvollziehen.
Trotzdem haben mich deine Einlassungen nachdenklich gemacht und ich werde den Text nach deinen Kritikpunkten noch einmal prĂŒfen. Das aber braucht Ruhe und zeit, ausserdem möchte ich noch einige Leserstimmen sammeln, um zu sehen, ob diese Ă€hnliche Bedenken haben.
Vorerst einmal meinen Dank fĂŒr deine MĂŒhe.

lg
Duisburger





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Duisburger
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Hallo Hakan,

ich vergaß deine Frage nach den BindfĂ€den.
BĂ€ren sind verdammt schlaue und mitunter auch faule Tiere. Fischtreppen, in den sich die Forellen Dicht auf Dicht sammeln, sind fĂŒr BĂ€ren unwiderstehlich. Ein immer gedeckter Tisch, an dem das Fangen keine MĂŒhe macht.
Um die BÀren von diesen Fischtreppen fernzuhalten, bindet man mitunter leere Blechdosen an BindfÀden, welche dann im Wind aneinander schlagen, dabei ordentlich Krach machen und hoffentlich den BÀr fernhalten.


lg
Oldy
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Hakan Tezkan
Guest
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Hallo Duisburger,

ich kann verstehen, dass du den Stil "atemlos" halten möchtest. Ich persönlich fĂ€nde es aber einfacher, strukturierter, ĂŒbersichtlicher besser. Ist aber nur (m)eine Meinung. Da ist es schon ganz gut, noch einmal abzuwarten, was andere ĂŒber deinen Text sagen.
Das mit den BindfĂ€den verstehe ich jetzt. WĂŒrde ich auch anders, und vor allem verstĂ€ndlicher beschreiben. Ich kenne mich da so gar nicht aus und sah mich mit einem Fragezeichen auf der Stirn versehen. Bin gespannt, ob und inwiefern du noch am Text werkelst. Werde es beobachten.

Liebe GrĂŒĂŸe,
Jungspund...

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