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Leselupe.de > Kurzprosa
Einfach nur weg ...
Eingestellt am 28. 02. 2003 06:39


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TheRealCure
Wird mal Schriftsteller
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Einfach nur weg ...

Einfach nur weg ...

Sie kannten sich genau sechs Wochen. Eigentlich kannten sie sich schon seit mehr als 20 Jahren, aber seit sechs Wochen waren sie ein Paar. Seit sechs Wochen wußten sie, daß sie fĂŒreinander bestimmt waren. Aber es war alles nicht so einfach. Er war verheiratet. Sie wohnte 150 km entfernt. Beide hatten ihre eigene kleine Welt, aus der sie nicht so ohne weiteres ausbrechen konnten. Sie trafen sich fast jede Woche fĂŒr einen Abend, eine Nacht und einen kurzen Morgen. Die Zeiten zwischen den Treffen waren unertrĂ€glich. Die Sehnsucht bohrte.
Eines abends lagen sie wieder beieinander und redeten. Er holte seinen Taschenkalender, in dessen Mitte sich eine Europakarte befand. „Erinnerst du dich an den Film mit Marius MĂŒller-Westernhagen? Schau, es sind nur zwei Zentimeter bis Italien. Wieso fahren wir da jetzt nicht hin?“ „Wie bitte? Einfach so?“ „Ja, einfach so. Ich habe alles, was ich brauche. Ich habe Dich.“ „Was ist mit deiner Familie, dem Haus und all den Sachen, deinem Job?“ „Brauche ich alles nicht. Das ist mir heute wieder klargeworden. Ich brauche und ich will nur dich. Wir können ans Mittelmeer fahren und mit irgend einem Schiff weiter, irgend wo hin.“ „Ok, ich komme mit. Ich liebe dich und ich brauche auch nur dich.“
Sie packten ein paar Sachen zusammen. ZahnbĂŒrste, Ausweispapiere, Kreditkarte und eine Jacke. Draußen war es kalt. Es war Oktober und der Herbst hatte schon ganze Arbeit geleistet. Die Straßen waren mit feuchtem Laub bedeckt. Sie stiegen in sein Auto und er fuhr los. Richtung SĂŒden, Richtung Italien. Er legte beim Fahren seine Hand auf ihren Oberschenkel. Sie blickten sich an und ihre Augen hauchten sich ein zartes „Ich liebe Dich“ entgegen.
Er gab Gas und fĂŒhlte sich nach all den Jahren endlich wieder frei. Alle ZwĂ€nge waren mit einem Mal abgeworfen und blieben hinter seinem RĂŒcken zurĂŒck. Viele Menschen werden sich nun Fragen stellen, werden verletzt sein, aber was ist das schon gegen das eigene GlĂŒck, nach dem man sich all die vielen Jahren gesehnt hat? Wiegt das nicht alles auf? Hat nicht jeder ein Recht auf GlĂŒck? Er gab weiter Gas und beschleunigte seinen Wagen weit ĂŒber 200 km/h. Die Autobahn raste unter ihnen hindurch. Jeder Kilometer war ein Kilometer nĂ€her am GlĂŒck. Wieder blickten sie sich tief in die Augen und sie sahen das GlĂŒck in denen des anderen.
In diesem Augenblick mußte es gewesen sein, daß der LKW auf die linke Spur zog.
__________________
(c) JĂŒrgen Erbe

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Arno1808
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Einfach nur weg

Hallo TheRealCure,

der Text ist sprachlich schlicht und ohne Schnörkel gehalten, was ihn leicht lesbar macht.

Ein hier und da eingefĂŒgter Absatz hĂ€tte die Lesbarkeit noch etwas erhöht.

Eine Frage: Sie wohnten 150 km auseinander und trafen sich immer nur fĂŒr eine Nacht. Wie konten Sie dann UnterwĂ€sche fĂŒr die nĂ€chsten Tage einpacken? Hatte derjenige von beiden, der 150 km von zu Hause Weg war, soviel 'auf Vorrat' dabei?

Lieben Gruß

Arno

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TheRealCure
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Eine Frage: Sie wohnten 150 km auseinander und trafen sich immer nur fĂŒr eine Nacht. Wie konten Sie dann UnterwĂ€sche fĂŒr die nĂ€chsten Tage einpacken? Hatte derjenige von beiden, der 150 km von zu Hause Weg war, soviel 'auf Vorrat' dabei?

Wir können sie ja leider nicht mehr fragen, aber so oder so Ă€hnlich muß es wohl gewesen sein. Es steht ja nicht drin, wieviel genau eingepackt wurde, oder ob nur einer von beiden welche eingepackt hat. Ist vielleicht auch garnicht wichtig. Ich kann den Text aber noch mal entsprechend ĂŒberarbeiten ...
__________________
(c) JĂŒrgen Erbe

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Mirko Kussin
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hallo, da hast du einen schönen knackigen text hingelegt, an dem man nicht viel zu kritisieren hat. zwei sachen sind mir allerdings aufgefallen... die vielen kurzen sĂ€tze, machen das lesen zwar einfach, es wirkt aber auch wie ein trommelfeuer von aussagen. vielleicht den einen oder anderen punkt durch ein komma ersetzen, die aussagen mehr miteinander verbinden, ich glaub, dann wirkt die ganze geschichte etwas runder; bekommt einen schöneren flow. die andere sache ist der umfang des textes, der durchaus noch was zulegen könnte. was hĂ€lst du davon den hauptakteuren mehr persönlichkeit zu geben. ich denke da an namen, charaktereigenschaften, irgendwelche spleens, Ă€ußerlichkeiten, krankheiten, usw. man erfĂ€hrt nicht wirklich was ĂŒber die personen, wird auf distanz gehalten, wenn du dem leser aber die zwei turteltĂ€ubchen nĂ€her bringst, dann kommt trifft die schlußaussage aber noch viel besser rĂŒber. aber wie gesagt, ein schöner text. hat mir wirklich gefallen...
gruß mirko

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kaffeehausintellektuelle
Guest
Registriert: Not Yet

lieber real cure

tut mir leid, ich kann mich der begeisterung nicht so anschließen. mir scheinen die beiden protagonisten einfach kopflos und die tiefen gefĂŒhle zwischen den beiden werden fĂŒr mich als frau ĂŒberhaupt nicht spĂŒrbar.
wenn man weiß, dass man fĂŒreinander bestimmt ist, dann muss man doch nicht so einfach abhauen, oder? dann rennt einem doch nichts davon. dann kann man all die dinge erwachsen regeln, die zu regeln sind, was nicht heißt, dass man den gedanken nicht schon haben dĂŒrfte, einfach abzuhauen. nach italien, oder nach kreta oder wohin auch immer. aber es dann tatsĂ€chlich umzusetzen ist noch mal was anderes.

ich wĂ€re wahrscheinlich ganz schön wĂŒtend auf meinen geliebten, wenn er mit seiner vergangenheit, frau, kindern, job, haus etc. so verantwortungslos umgeht. ich hĂ€tte angst, dass er das irgendwann bei mir genauso macht.

und ein bisschen kam bei mir der gedanke "recht geschieht ihnen" hoch, am schluss.
und ich kenn den film nicht mit marius mĂŒller westernhagen. was hat es damit auf sich?

die k.

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Stoffel
gesperrt
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Guten Morgen,
schlich lange genug herum und schreib mal meine Ideen dazu..wenn ich darf?

Wenn sie 150Km entferbnt wohnt, dann wohnen sie ja noch nicht zusammen?
Davon bin ich ausgegangen bei meinen EinfĂŒgungen...
Woher kennen sie sich?
Und wenn sie noch bei der Familie(?) lebt, dann mĂŒsste da noch was rein von. Als sie ihre Sachen packt und bevor sie die TĂŒr hinter sich fĂŒr immer schliesst.
Mir fehlt da biss die Spannung, die Dramatik..
so ist es mir zu platt.OK, die GeschmÀcker sind verschieden
Nur mal meine Gedanken dazu..
lG
Stoffel


Sie kannten sich nun genau sechs Wochen lang. Genau genommen aber schon seit mehr als 20 Jahren, aber seit sechs Wochen waren sie zusammen. (wohnen sie auch zusammen??)
Erst vor sechs Wochen wurde ihnen klar, daß sie fĂŒreinander bestimmt waren. Aber es war alles nicht so einfach. Er war noch verheiratet und sie wohnten 150 km voneinander entfernt.
Beide hatten ihre eigene kleine Welt, aus der sie nicht so ohne weiteres ausbrechen konnten. Sie trafen sich fast jede Woche fĂŒr einen Abend, eine Nacht und einen kurzen Morgen und die Zeit zwischen den Treffen, in der die große Sehnsucht bohrte, wurde immer unertrĂ€glicher.
Eines abends, als sie wieder beieinander lagen und redeten, holte er seinen Taschenkalender heraus, in dessen Mitte sich eine Europakarte befand.
„Erinnerst du dich an den Film mit Marius MĂŒller-Westernhagen? Schau, es sind nur zwei Zentimeter bis Italien. Wieso fahren wir da jetzt nicht hin?“ LĂ€chelnd sah er sie an. „Wie bitte? Einfach so?“ „Ja, einfach so. Ich habe alles, was ich brauche. Ich habe Dich.“ „Was ist mit deiner Familie, dem Haus und all den Sachen, deinem Job?“ „Brauche ich alles nicht. Das ist mir heute wieder klargeworden. Ich brauche und ich will nur dich. Wir können ans Mittelmeer fahren und mit irgend einem Schiff weiter, irgend wo hin.“ „Ok, ich komme mit. Ich liebe dich und ich brauche auch nur dich.“

(ich, der Leser denkt, das er da nur mal so fĂŒr kurz mit ihr hin fahren will. Er mĂŒsste zum Ausdruck bringen, das es fĂŒr immer sein soll.Das er da hin ziehen will. Dann gehst bissl Zackzack..denke Frauen mit Familie, sind etwas langsamer zu begeistern, sind von Zweifeln zernagt. Mir fehlen auch bissl die Regungen. UnglĂ€ubig schauen, erstaunt sein, etc..)

Sie packten ein paar Sachen zusammen. ZahnbĂŒrste, Ausweispapiere, Kreditkarte und eine Jacke.

(realistischer, da sie ihre Sachen ja nicht bei ihm hat wÀre, das sie heimlich daheim packt, sie einen Zeitpunkt aus machen und sie sich noch aus dem Haus stiehlt..letzter Blick auf ihre alten sachen, ihr Daheim..SPANNUNG erzeugen..)

Draußen war es kalt. Es war Oktober und der Herbst (der Herbst und der Oktober...Oktober ist nun mal der Herbst..)

hatte schon ganze Arbeit geleistet. Die Straßen waren mit feuchtem Laub bedeckt. Sie stiegen in sein Auto und fuhren los. Richtung SĂŒden, Richtung Italien. Er legte beim Fahren seine Hand auf ihren Oberschenkel. Sie sahen sich an
und ihre Augen sagten, wie sehr sie sich liebten.
Er gab Gas und fĂŒhlte sich nach all den Jahren endlich wieder frei. Alle ZwĂ€nge schienen mit einem Mal abgeworfen und blieben hinter seinem RĂŒcken zurĂŒck. Viele Menschen werden sich nun Fragen stellen, werden verletzt sein, aber was ist das schon gegen das eigene GlĂŒck, nach dem man sich all die vielen Jahren gesehnt hat? Wiegt das nicht alles auf? Hat nicht jeder ein Recht auf GlĂŒck? Er gab weiter Gas und beschleunigte seinen Wagen weit ĂŒber 200 km/h. Die Autobahn raste unter ihnen hindurch. Jeder Kilometer war ein Kilometer nĂ€her am GlĂŒck. Beide lĂ€chelten zufrieden.
In diesem Augenblick zog der ihnen entgegen kommende LKW auf ihre Fahrbahn rĂŒber.
(auf "die Linke..das könnt ja auch dann der LKW vor ihnen sein..aber es ist der entgegenkommende,oder?)

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