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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Eingekesselt
Eingestellt am 20. 05. 2002 00:33


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

Werke: 587
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SĂ€mtliche Fluchtwege hatte man ihm abgeschnitten. Nun musste er sehen, wie er mit heiler Haut aus diesem Dschungel herausfand. Was waren das fĂŒr seltsame Sitten? Unmöglich brutale Methoden, einen Menschen einzufangen. Es war ihnen nicht zu wertvoll, einen ganzen Wald in Brand zu stecken, nur um an diese eine Person zu kommen, die da steckbrieflich gesucht wurde.

Kostos versuchte auf die Spitze eines Baumes zu steigen, um von dort oben die Aussicht auf das Ende des Brandherdes zu bekommen. Nein, es sah reichlich ausweglos aus. An allen möglichen Stellen des Waldes hatte man BrĂ€nde ausgelegt, eigens um ihn einzufangen. Was war nur so wichtig an ihm? Er war doch nichts Besonderes! Er hatte seine Schule beendet wie alle im Kral, die Tiere gehĂŒtet und sich nichts zu Schulden kommen lassen. Was war es nur, was ihre erhitzten GemĂŒter so erregte?

Ob er es wusste, dass er steckbrieflich gesucht wurde? Nein, er wusste es nicht, wozu auch?
Sollten sie doch endlich auch mal suchen. Wie lange suchte er schon! Es waren fast zwei Jahre, die er hinter ihnen herlief. Was er von ihnen wollte? Von ihnen wollte er gar nichts, er musste nur diesen Löwen haben und das wussten sie. Ohne ihr EinverstÀndnis bekam er ihn nicht. Dabei war er ihm schon so nahe auf den Fersen gewesen. Aber jetzt dieser Brand. Da musste dieser Löwe sich ja aus dem Staub machen oder sollte er mit ihm hier eingekesselt sein?
Wie konnte Kostos das herausfinden?

Eigentlich brauchte er nur abzuwarten, denn das Feuer kam nĂ€her, die Hitze wurde unertrĂ€glich, es reizte ihn zu husten und die Tiere nĂ€herten sich dem Fleck, der immer kleiner und enger wurde, dem Fleck, der noch vom Brand verschont wurde, NOCH! Und da sah er ihn auch schon, ihn, den er so lange schon verfolgte. MajestĂ€tisch schritt er einher. Er sah ihm in die Augen, ohne eine Forderung an ihn. Seine Angst war ebenso groß wie die von Kostos und sein lauernder Blick sagte ihm: „Was sollen wir gegen dieses Feuer unternehmen?“

Kostos nĂ€herte sich ihm und sagte: „Zusammen hĂ€tten wir eine Chanche!“ Er sah ihn an, als wĂŒrde er ihn verstehen. Der Löwe lief langsam voran, so dass Kostos ihm folgen konnte. Dann wateten sie durch den Fluss.

Die Treiber kamen an die letzte verkokelte Stelle des Dschungels. Kostos war ihnen mal wieder entwischt. Sie warfen ihr Stöcke auf den verbrannten Boden. Beim Verlassen des Dschungels flatterte ihnen ein Steckbrief entgegen: „GESUCHT WIRD: Kostos, 28 Jahre
Er wird des Verbrechens beschuldigt, Löwen zu zĂ€hmen und aus ihnen Ă€ngstliche Tiere zu machen, die nicht mehr in der Lage sind, ihren Löwen zu stehen.“

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Sanne Benz
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe Anemone,
wieder eine sehr gute tory von Dir.
Hast mich erstmal ganz schön in die Irre gefĂŒhrt..und hatte nen Hass erst auf Kostos..
Schöne Geschichte..
lG
Sanne

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

Werke: 278
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hm,

das ist nach meinem dafĂŒrhalten eine deiner besten geschichten. die pointe sitzt, dazu kannst du stehen. ganz lieb grĂŒĂŸt
__________________
Old Icke

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