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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Einsame Entscheidungen
Eingestellt am 24. 12. 2001 15:28


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kosta
Hobbydichter
Registriert: Nov 2001

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Einsame Entscheidungen

Es gibt Tage, an denen das einzig Sinnvolle was ich tun kann einfach nur Nichts ist. Was alle so leichthin als ÔÇ×DepriphaseÔÇť bezeichnen, ist f├╝r mich in den letzte Wochen fast schon zu einer Art Dauerzustand geworden. Irgendwann gew├Âhnt man sich an alles und selbst der schlimmste Schmerz wird zu einem dumpfen Pochen, einem schwachen Herzen gleich. An solchen Tagen, gehe ich aus dem Haus und mache einen meiner langen Spazierg├Ąnge durch die Stadt. W├Ąhrend ich eine Zigarette nach der anderen anz├╝nde, denke ich ├╝ber viele nach, die mir am Herzen liegen. Dabei geht mir Gott und die Welt durch den Kopf und viele Dinge, die vorher anscheinend kompliziert sind, bekommen eine wunderbare Klarheit. Hunderte von Leuten begegnen mir auf der Stra├če, aber ich sehe sie nicht. Es sind leere Gesichter, die sosehr in sich gekehrt sind, dass sie wie geisterhafte Masken wirken. Genauso kommt mir manchmal die Frau, die ich liebe vor: Eine undurchdringliche Maske, die es nicht zul├Ąsst, dass man in ihr Innerstes blickt. Sie versteckt das verunsicherte, kleine M├Ądchen, das sie immer noch ist hinter einer Mauer aus scheinbarer St├Ąrke und ├ťberlegenheit. Warum hat sie selbst bei mir Angst davor verletzt zu werden? Was habe ich ihr getan?
Wieviele solche Stunden habe ich damit verbracht, um dabei ├╝ber Janine nachzudenken? Ich wei├č es selber nicht mehr... Alle Entscheidungen was sie anbelangt habe ich so getroffen. Einige habe ich im Nachhinein bereut, aber manche nicht. Ich werde niemals den Sonntag vergessen, als ich mich hingesetzt habe um ihr ├╝ber meine Liebe zu schreiben. Ich setzte mich hin und schrieb eine Liebeserkl├Ąrung an eine Frau, bei der ich bis vor kurzem h├Ątte schw├Âren k├Ânnen, dass niemals mehr aus unserer Freundschaft wird. Diese Entscheidung habe ich mit Sicherheit nicht bereut! Was ich allerdings bereut habe, war so manch andere Tat, wie das Geschenk zu ihrem 24. Geburtstag. Wieso ist es so schlimm einem Menschen seine Zuneigung beweisen zu wollen?
Die meisten Stunden w├Ąhrend meiner Spazierg├Ąnge verbringe ich allerdings damit dar├╝ber nachzudenken, wie es m├Âglich sein kann, dass zwei Menschen sich so nah und doch so fern sein k├Ânnen. Wenn man dem Hollywood-Cliche glaubt, dann m├╝sste doch alles in Ordnung sein, wenn zwei Menschen sich lieben...
Nichts ist in Ordnung, denn sie hat Angst. Sie f├╝rchtet sich vor ihren eigenen Gef├╝hlen, obwohl sie wissen m├╝sste, dass ich sie niemals entt├Ąuschen w├╝rde. Sie f├╝rchtet sich sosehr, dass sie am liebsten fl├╝chten m├Âchte, wenn ich ihr n├Ąherkommen will. Es kann so verletzend sein, wenn man mit seinen Gef├╝hlen allein gelassen wird, obwohl sie erwidert werden. Meine Gef├╝hle verunsichern sie, denn sie ahnt wieviel sie mir bedeutet. Ich versuche Zugang zu ihr zu bekommen und sto├če gegen eine Mauer. Ich schaue in ihre hell strahlenden Augen, bis mir fast schwindelig wird, aber ich sehe keine Liebe in ihnen. Ich wei├č so viel ├╝ber sie, aber ich sp├╝re ihre Zuneigung nicht. Sp├╝rt sie die Meine? Nein, denn sonst w├╝rde ich sie niemals wiedersehen.
Ich schrieb ihr, dass zwischen uns alles vorbei ist, denn ich konnte die Einsamkeit nicht mehr ertragen, aber sie flehte mich an ihr eine letzte Chance zu geben. ÔÇ×Ich w├╝rde alles tun, um dich nicht zu verlieren!ÔÇť, genau das waren ihre Worte. Ich habe mich damit einverstanden erkl├Ąrt, denn ich liebe sie und sie ist alles was ich habe. Wird sich etwas ├Ąndern? Ich wei├č es nicht, aber zum ersten Mal schaue ich in die Zukunft und sehe etwas, das ich sosehr vermisst habe: Hoffnung.
Ich schreibe ihr jeden Tag und jede Antwort von ihr ist wie Balsam f├╝r mein blutendes Herz. Jedes Wort der Zuneigung macht mich stolz und gl├╝cklich. Wird es jemals mehr als Worte geben?
Vor ├╝ber einem Jahr habe ich mir an ihrem Geburtstag geschworen, nie wieder ein Gedicht zu schreiben. Vor einer Woche habe ich einen kurzen Moment lang daran gezweifelt, ob diese Entscheidung von Dauer sein wird.

Ich habe mich entschieden und ihr gesagt, dass wir alle Zeit der Welt haben. Wird jemals der Tag kommen, wo wir uns in die Arme nehmen und uns unseren ersten Kuss auf die Lippen hauchen werden? Ich wei├č es nicht, aber ich glaube daran.
Bin ich deswegen naiv?
Das ist mir egal!!!
__________________
Kosta

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