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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Einsamkeit in Gegenwart
Eingestellt am 22. 06. 2002 16:27


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Dirk
Hobbydichter
Registriert: Nov 2001

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Sie sa├čen beide in dem italienischen Eiscaf├ę. Die zwei leeren Eisbecher schauten ersch├Âpft vom Tisch auf sie hinauf. Er steckte sich eine Zigarette an. Lange Zeit wechselten sie kein Wort. Zwei junge P├Ąrchen, Anfang 20, betraten fr├Âhlich das Caf├ę. Es war ein sonniger Samstagnachmittag. Die vier G├Ąste setzten sich an den Tisch gegen├╝ber. Die M├Ąnner st├Ąnkerten mit ihrer Freundin - Gel├Ąchter brach bei den Vieren aus - dann k├╝├čten die P├Ąrchen einander. Er war f├╝r einen kurzen Moment auf dieses heitere Schauspiel fixiert - blickte jedoch schnell wieder in ihre Augen. Es war ihr erstes gemeinsames Wochenende. Sie hatten sich zuf├Ąllig auf der Stra├če kennengelernt. Am Anfang hatte er Hoffnung - Hoffnung da├č diese Beziehung eine Chance hat. Seit ihrer gemeinsamen Zeit jedoch dachte er sie w├╝rde sich von ihm abkapseln. Aus ihrem Gesicht trat eine K├╝hle wie aus dem Eis, was sie zuvor a├čen und nun der Kellner den zwei P├Ąrchen gegen├╝ber servierte. Er suchte nach Worte - Worte die das Eis brechen sollten. Er blickte weiter umher. Eine gl├╝ckliche Familie mit zwei Kindern waren zu ihrer linken. Junge Menschen trafen sich hier zum Tratsch. K├╝├čchen wurden ausgeteilt wenn sich Bekannte trafen. Er f├╝hlte sich allein, verlassen in ihrer Gegenwart - allein zwischen den vielen Menschen. Der Kellner brachte die Rechnung. Beide zahlten ihren Anteil getrennt. Dann verlie├čen sie das Caf├ę und schlenderten weiter die Einkaufspassage entlang. Er sah wieder lauter gl├╝ckliche P├Ąrchen, die H├Ąndchen haltend an ihnen vorbei zogen. Er wollte ihre Hand in seine rechte nehmen, sie wies jedoch diese Geste ab. Als sie an ihrer Wohnung ankamen blickte sie zerm├╝rbt wie ein getretener Hund in seine Augen. "Es tut mir leid.", sagte sie gepre├čt, "Es w├╝rde nicht funktionieren - wir k├Ânnen ja Freunde bleiben." "Sicher.", sagte er und nickte. Sie legte ihren Kopf zu in hin├╝ber und pre├čte ihre Lippen auf seine. Der Ku├č schmeckte ihm merkw├╝rdig. Er war kalt - ohne Gef├╝hl - ohne Hoffnung - er wirkte gek├╝nstelt - nicht ehrlich genug. Er versuchte zu l├Ącheln, dann lief er die Hauptstra├če hinunter und schlenderte zu seiner Wohnung.

┬ę 2001 dirk-home.de

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Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Dirk,

eine Situation, die wohl jeder kennen d├╝rfte, hast Du super dargestellt. Gut finde ich auch, dass Du hier keine Namen in Deine Szene bringst. Das macht die Sache so deutlich k├╝hl, obwohl der Protagonist die w├Ąrmsten Sehns├╝chte in seiner fast schon zerrissenen Seele tr├Ągt. Du schilderst eine allt├Ągliche Situation, empfunden von Milliarden Menschen, resultierend daraus eine gewisse Resignation des F├╝hlenden. Die so gef├╝hlshungrigen Blicke nach den Paaren, die scheinbar das vorleben, was der Protagonist selbst zu leben w├╝nscht. Und am Ende bleibt die weitere Suche.
Gut gemacht!
Gru├č
GUIDO

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