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Leselupe.de > Feste Formen
Einsichten - Petrarcasonett
Eingestellt am 10. 04. 2012 12:12


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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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Einsichten

Wo Tiger, Elefanten, Spinnen wohnen,
wer kann da froh Gesinnung retten?
Sie, die, am Kindbett schon, die Eltern lohnen.
Sie, die, seit Anbeginn, selbst in Sonetten
nach Zielen sucht: Nach Hirnen unter Kronen
auf HĂ€uptern von GeblĂŒt, bei Schlank-Adretten,
bei Firmenbossen, Gauklern gar? Nach Thronen
der Weisheit, TrÀumen unter den Baretten

von Macht und Ruhm und Geld, von Liebe, Ehre?
Der Biss der Arachniden lohnt, das Neue,
ja Freiheit findest Du bei fernen Palmen.
FĂŒr Viele ist das Strafe, Bess'ren Lehre,
ein Aufbruch aus der TrĂŒbsal. Nie bereue,
genieß die Einfalt bei den Hirsehalmen!

----

Es wandelt niemand ungestraft unter Palmen, und die Gesinnungen Àndern sich gewiss in einem Lande, wo Elefanten und Tiger zu Hause sind. (Goethe, Wahlverwandtschaften)

Version vom 10. 04. 2012 12:12
Version vom 11. 04. 2012 11:12
Version vom 11. 04. 2012 11:29
Version vom 13. 04. 2012 10:09

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gitano
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo HerbertH!
Auch ich finde keinen inhaltlichen Zugang...trotz all meiner Lese- und Schreiberfahrungen.
Kann es sein, daß die Metaphorik ungenau fokussiert was Du eigentlich sagen willst? denn wie sonst sind SĂ€tze wie:

(Langzeilen):

Wo Tiger, Elefanten, Spinnen wohnen, wer kann da froh Gesinnung retten?

Die, die die Eltern frĂŒh, am Kindbett lohnen.

Die, kaum dem Hirn entwunden, in Sonetten nach Zielen sucht:

Nach Denkerstirnen, Kronen auf HĂ€uptern von GeblĂŒt, bei Schlanken, Fetten, bei Alten, Teens, Studenten gar?

Nach Thronen der Weisheit, TrÀumen unter den Baretten

zu verstehen?


Jeder einzelne dieser SĂ€tze kann ALLES und NIX sein.
Wo ist die Klarheit?
Wo ist der innere Diput/Reflexion, wo die aufbauende, schlĂŒssige und logische Argumentation?

Positiv bemerken möchte ich die grafische Darstellung (wird dich kaum trösten...finde ich aber auch wichtig), als zweiteiliges Gedicht. Die ist nach meiner Kenntnis sehr viel nÀher am inneren Wesen des Sonetts als eine grafische Aufhackung in vier Abschnitte...selbst enbloc wÀr ein Sonett immer noch ein Sonett.

Walther hat den nochmaligen Werkstattbesuch empfohlen...
Ich kann dies kaum tun, da ich den Text inhaltlich ganz und gar nicht verstehe und mich nicht in Spekulationen ergehen möchte, die eigentlich fĂŒr Sonette - wegen ihrer inneren Klarheit- ansonsten unnötig waren. ErklĂ€rungen zum Inhalt -in einer "Werkstattrunde" gerne...aber nicht zum Bestandsschutz der jetzigen Fassung.
Metrik- und Reimschulden kann ich von daher auch nicht konkret benennen.

von daher kann meine Empfehlung nur lauten:
konkretisieren

GrĂŒĂŸe aus dem Taunus
gitano


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Vera-Lena
Routinierter Autor
Registriert: Oct 2002

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Kommentare: 10341
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Lieber Herbert,

eine meiner ehemaligen SchĂŒlerinnen war fĂŒr drei Monate kĂŒrzlich in Afrika und sie hat mir von dort berichtet, was wir ja alle eigentlich wissen, nĂ€mlich, dass die Menschen dort in der Einfachheit ihres Lebens viel, viel fröhlicher sind, als das bei Menschen in Europa der Fall ist. (Es handelte sich natĂŒrlich nicht um ein Gebiet mit Hunger, Kinderarbeit usw.)

Ich denke das ist auch die Grundaussage Deines Textes.

Die ersten zwei Zeilen allerdings stehen dem entgegen. Ich denke mir , dass Du eigentlich sagen möchtest, dass gerade dort "froh Gesinnung" gedeiht und nicht gerettet werden muss.

Alles, was danach kommt bezieht sich auf Europa mit seinem Ehrgeiz und seinen unmĂ€ĂŸigen WĂŒnschen, die höchsten Ziele zu erreichen sowie seinen verheimlichten Klassenunterschieden, die mit schönen Worten eingefĂ€rbt werden, so als gĂ€be es sie eigentlich gar nicht.

Ab "Der Biss der Archaniden" kommst Du nun auf das zu sprechen, was der Titel verheißt.

Der Biss der Archaniden steht fĂŒr mich, dass man, egal wohin man sich begibt immer auch damit rechnen muss, dass die LebensumstĂ€nde, die man dort vorfindet nicht immer rosarot sind.

Aber hier, so sagt Dein Text,sollte man sich allem aussetzen, denn diese Erfahrung wirkt bereichernd und verwandelnd auf den Einzelnen, je nachdem wie intensiv er sich ihr stellt. Die Einfachheit ist auch aus meiner Sicht das GrĂ¶ĂŸte und Bedeutendste, weil sie es uns leicht macht, in die eigene Tiefe zu gehen, wo ja unsere wahren SchĂ€tze liegen.

Ich freue mich ĂŒber diesen Text mit Ausnahme der ersten beiden Zeilen. Vielleicht kannst Du meiner Irritation an dieser Stelle abhelfen.

Liebe GrĂŒĂŸe
Vera-Lena


__________________
Der Mensch ist sich selbst das grĂ¶ĂŸte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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Liebe Vera-Lena,

ich habe noch mal ueber die ersten beiden Zeilen nachgedacht:

quote:
Wo Tiger, Elefanten, Spinnen wohnen,
wer kann da froh Gesinnung retten?

Das Goethe-Zitat

quote:
Es wandelt niemand ungestraft unter Palmen, und die Gesinnungen Àndern sich gewiss in einem Lande, wo Elefanten und Tiger zu Hause sind.

passt meines Erachtens dazu. Denn Goethe sagt doch, dass man unter Palmen wandelnd, seine Gesinnungen aendern muss in einem Lande, wo Elefanten und Tiger zu Hause sind.

Derjenige, der das trotzdem versucht, wird nicht froh werden, denke ich. Und das sollen meine beiden Zeilen ausdruecken. Der Rest der ersten Strophe illustriert das. "Die" ist dabei stets die Gesinnung. Und diese Gesinnung, die sich selbst erhalten will, sucht sich Ziele. (@gitano: Der Satzbau ist ungwoehnlich, aber verstaendlich, denke ich. Den "Bandwurm" der ersten Fassung habe ich entfernt ).

Die letzten fuenf Zeilen zeichnen dann das Gegenbild, was auch wieder zum Goethe-Zitat passt: Man gewinnt, wenn man die urspruengliche Gesinnung aendert. Ausgeloest wird das durch den Biss der Arachniden, der Spinnen also, der erst schmerzlich ist, letztlich aber doch nur zum Wohl gereicht.

Liebe Gruesse

Herbert
__________________
© herberth - all rights reserved

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Bernd
Foren-Redakteur
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Registriert: Aug 2000

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Wer kann ... Gesinnung retten? Noch ist es unklar. Die, die belohnt wird ... - das erklÀrt es nÀher. Es beschreibt die PrÀgung. Es beschreibt Vorurteile. Manche sind von Vorteil, andere schlimm. Das Wort allein erscheint schon schlimm heute.

__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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Janosch
???
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hallo herbert,
weiß nicht, obs schon jemand erwĂ€hnt hat, aber "Die, die die" geht aus meiner sicht einfach gar nicht - einen artikel 3 mal nacheinander zu schreiben entzieht sich jedweder Ă€sthetik, auch wenns inhaltlich natĂŒrlich sinn macht, aber da wĂŒrde ich solange suchen, bis ich den 3er umgehen kann.
ansonsten fÀllt es mir schwer, zugang zu deinem gedicht zu finden. da hast du sicher besseres geschrieben.
gruß janosch

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

Werke: 860
Kommentare: 6461
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Hallo Janosch,

wer hat das nicht - schon mal Besseres geschrieben . Ich habe Deinen Einwand wegen "Die, die die" zum Anlass einer Überarbeitung genommen. Vielleicht kommt ja so der Inhalt besser zum Tragen.

Liebe GrĂŒĂŸe

Herbert
__________________
© herberth - all rights reserved

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