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Leselupe.de > Kurzprosa
Einstundentod
Eingestellt am 11. 06. 2007 14:30


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Franka
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Einstundentod
(├ťberarbeitete Fassung von ÔÇ×Eine Stunde totÔÇť)



Es ist fr├╝h, sehr fr├╝h. Nebel liegt wie eine Milchglasscheibe ├╝ber der Wiese. Ich laufe auf sie zu. Mitten hinein. Sie teilt sich, ohne Spr├╝nge, ohne Scherben, ohne mir Wunden zuzuf├╝gen. In der Mitte der Wiese bleibe ich stehen. Warte. Geduldig. Bis die Scheibe ein wenig h├Âher schwebt, ich darunter passe.

Die Wiese ist nass, sehr nass. Schnell ist mein Nachthemd durchweicht, ist es eine zweite Haut. Ich liege bewegungslos. Bin eine atmende Leiche. Mein Nachthemd ein Leichenhemd. Mit mehr wird man nicht begraben. Ich habe mich erkundigt, damals, als du gestorben bist. Die Umweltschutzbeh├Ârde schreibt es so vor. In der Kleidung stecke zu viel Chemie. Dabei war in dir viel mehr davon. Von der Chemotherapie und den anderen nicht helfenk├Ânnenden Medikamenten.

Ich f├╝hle meinen K├Ârper nicht mehr. Es ist die K├Ąlte! Oder die N├Ąsse? Egal. Ob es so wohl ist, wenn Erde mich sp├Ąter bedeckt? Schade, dass du es mir nicht sagen kannst. Nein, sicher nicht, die dunkle wiegt schwerer, deckt w├Ąrmer. Nebel ist leicht, eine Daunendecke, nur nicht so warm.
Ich muss jetzt nur noch den Atem anhalten, dann werde ich bald tot sein. Man wird mich endlich zu dir legen.
Doch ich muss Luft holen.

Ich falte meine H├Ąnde ├╝ber der Brust, so macht man das mit Toten und versuche es noch einmal. Ich habe ja Zeit. Es ist fr├╝h, sehr fr├╝h und der Nebel sch├╝tzt mich vor suchenden Blicken.
Ich muss mir nur M├╝he geben. ├ťben, immer weiter ├╝ben. Vielleicht sollte ich z├Ąhlen, wie lange ich die Luft schon anhalten kann.
F├╝nfundzwanzig.
Siebenundzwanzig.
Zwanzig. Das war ein R├╝ckschlag. Muss mich besser konzentrieren.

Fast eine Stunde war ich fast tot, dann verzog sich der Nebel und sie fanden mich.
Aber beim n├Ąchsten Mal ...

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Milko
Autorenanw├Ąrter
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deine

Beschreibung einstundentod
hat mich trotz trockener Kehle
schlucken lassen
ich lese dies (einstdtd.) oft , mehrmals hintereinander ,
in gedanken
immer wieder
las ich es nur einmal ! 1x
mehr verstehe ich , eins
lass mich nur zu deiner schrift sagen,

dein Lebensengel
ist die schwebende Milchglasscheibe die ohne Scherben bricht

gibt vor allem darauf acht.

eine schrift die bleibt
lieben gruss milko
__________________
gedachtDenn die Einen sind im DunkelnUnd die Andern sind im LichtUnd man siehet dieIm LichteDie im Dunkeln sieht man nichtBerthold Brecht

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