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Leselupe.de > Ungereimtes
Eiskalter April
Eingestellt am 06. 04. 2003 17:32


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george
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Eiskalter April

Ich will sie verlier‘n,
diese Angst.
Sie sitzt auf dem Helm, auf den Schultern,
im Bauch, im Hintern,
bis in die eiskalten Handschuh‘ und Stiefel.

Drück‘ sie fest an den Tank,
deine Knie.
Bleib‘ hängen am Gas, im Dritten, im Vierten,
nicht bremsen, nicht schalten,
in dieser Kurve.

Leg dich hinein, auch
nach rechts.
Nicht in den Gegenverkehr schau’n,
in diesen Kurven am Berg, denk‘ nicht
an deine Reifen.

Er ist doch nicht naß,
der Asphalt.
Kein Lastwagen kommt dir entgegen,
kein Regen, kein Eis,
kein Diesel, kein Öl.

Ich will sie verlier‘n,
diese Angst, tief in mir drin.
Fahr' mein Motorrad wieder und wieder
durch die gleichen Kurven am Berg,
kämpf' mit der eisigen Angst.

Loswerden will ich die Bilder
von dieser Sprühregenfahrt im Herbst,
von jener lang gezogenen Kurve
nach rechts, von dieser Ölspur,
unsichtbar im nassen Asphalt.

Von diesen Lastwagen,
denen ich knapp, schleudernd entkam,
im Gegenverkehr,
in dieser harmlosen,
schnell gefahrenen Kurve.


5.4.2003

__________________
© Jürgen Locke

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george
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Dir Fortsetzung, die positive Seite, kommt morgen...
LG
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Stoffel
gesperrt
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Hi george,
Du scheinst Dein Moped in Gang bekommen zu haben..
War ganz schön kalt, was? *smile*
Scheiss April...

All Zeit Gute Fahrt
lG
Stoffel

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george
Routinierter Autor
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Hat 'ne Weile gedauert, bis das Moped lief, Stoffel, den Rest hab' ich beschrieben. Die äußere Kälte war weniger ein Problem.
LG
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© Jürgen Locke

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silverbird
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lieber George, ich denke mir, du beschreibst in Wirklichkeit nicht nur die Fahrt mit deinem Motorrad. Es ist vielmehr eine Reise in dein Inneres, in deine inneren Abgründe und Kurven, die das Leben legt. Die Angst, zu schlittern und die Fahrspur zu verlieren. Fahr deine Strecke weiter, du bist ein guter Fahrer, das weisst du.
LG Ruth
__________________
es gibt immer Lichter in der Nacht, auch wenn die Augen sie erfinden müssen.
John Steinbeck

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george
Routinierter Autor
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Dank' Dir, silverbird,

aber auf einer Ölspur in einer schnellen Rechtskurve ist auch ein sehr guter Fahrer ziemlich hilflos, Sekunden entscheiden über Leben und Tod. Du rutschst beim Sturz in den Gegenverkehr. Und wenn diese glatte Stelle dann ohne Vorwarnung kommt (wie bei mir im Regen), ist es besonders gemein. Es bleiben Spuren im Innern zurück, wenn man nicht total bescheuert ist...

Aber natürlich kann man eine solche Ölspur auch als Metapher sehen - und als Chance. Langsam wieder Selbstvertrauen aufbauen ist der einzige Weg - oder aufgeben. Aber, zum Aufgeben bin ich nicht geboren, trotz Angst nach solchen Erlebnissen...

Erst wenn die Angst weg ist, dann will ich aufhören. Nicht "vor" Angst, sondern "nach" Angst. Mit dem Motorradfahren und mit andern Dingen, die mir Angst machen sollten. Angst ist eine natürliche Reaktion. Ich nehme sie an, aber lasse sie nicht mein Leben bestimmen. Wenigstens versuche ich, so zu leben.

Liebe Grüsse

__________________
© Jürgen Locke

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