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Leselupe.de > Ungereimtes
Eisskulpturen
Eingestellt am 18. 12. 2005 12:09


Autor
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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

Registriert: Nov 2005

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Eisskulpturen



Manchmal vermisse ich dich noch
Sogar die jungenhafte Art
wie einen Ball deinen Tod
in der Hand zu haben
mal ein Dribbeln, mal gekickt
doch nie aus den Augen
immer nah dran

Manchmal vermisse ich dich noch
Vor allem die Art mit den Töpfen zu klappern
Samstagabend zum Radio
mit einem Glas Wein
Essen zaubern
so unverschÀmt normal

Manchmal vermisse ich dich noch
Auch deine Stimme wenn du schworst
nie liebte jemand
mich so wie du
das klang doch
nicht bedrohlich

Manchmal vermisse ich dich noch
Sogar die Eisskulpturen
zu denen du meine wÀrmsten Gesten liebtest
sie ragten bizarr
ins Menschenleer
vertriebener Freunde

Am meisten aber vermisse ich den Tag
als du mit Socken kamst
ans Krankenbett
fĂŒr ewig kalte FĂŒĂŸe
aus bester Wolle
drei Paar


© elkENachtigall
Dezember 2005

__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

Version vom 18. 12. 2005 12:09

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BikeXdream
AutorenanwÀrter
Registriert: Oct 2005

Werke: 39
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Hallo,

ein sehr liebevoll und schön geschriebenes Gedicht,
das mich berĂŒhrt!
Es hat etwas sehr persönliches, oder!?

Es ist wohl eher "Prosalyrik", da ich weniger einen Rhythmus bzw. Versmaß finde!?
(Aber ich selbst verstehe von den fachlichen Dingen auch noch zu wenig! )

quote:
nie
hÀtte jemand
mich so
geliebt wie du
wer ahnt darin
die schlĂŒpfrige Drohung

Meinst du hier mit "schlĂŒpfriger Drohung" das "hĂ€tte", also die Vergangenheitsform, die besagt dass er Dich zu dem Zeitpunkt als er das sagte, gar nicht mehr liebte?
(Sonst hĂ€tte er ja sagen mĂŒssen "Niemand liebt Dich so wie er", oder!? )
Jedoch "Drohung"!? Warum "Drohung"? Womit wurde gedroht?


Auf jeden Fall spricht es mich an, und ich kann was damit anfangen!


LG
Bike
__________________
Auf der Suche nach Dir gehe ich seltsame Wege - und TrÀnen fallen auf die kahlen feuchten FlÀchen - wo die Steine lagen. >BikeXdream<

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

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die Drohung

Hallo Bike,

persönlich und Prosalyrik? Ja, das ist es wohl. Aber eben vorwiegend "Liebe".

Zu den zitierten Textzeilen:

quote:
nie
hÀtte jemand
mich so
geliebt wie du


ist hier indirekte Rede.
Die Drohung darin steckt im "wie" das von der vermissten Person als einzigartig "gut" gemeint war, vom lyrischen Ich aber ob der KÀlte, sagen wir, unertrÀglich wurde.
Du hast recht, dass es durch das "hÀtte" uneindeutig ist. Ich werde es verbessern. Danke!

schönen Sonntag
Elke


__________________
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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

sehr schön geschriebenes "gefĂŒhl-denken-andenken".
die zentrierte form finde ich (fast immer) unpassend.

bon.

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

Registriert: Nov 2005

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danke bon.
Hab noch mal verglichen.

schönen Sonntag
Elke
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Prosaiker
Guest
Registriert: Not Yet

heute scheint der tag guter lyrik zu sein.

quote:
manchmal
vermisse ich dich
noch
sogar die Eisskulpturen
zu denen du
meine wÀrmsten Gesten
liebtest
sie ragten bizarr
ins Menschenleer
vertriebener Freunde

wie ungemein verdichtet, interpretationsoffen bei aller eindeutigkeit, wie eindrucksvoll das bild. und es ist nicht das einzige, was mir in deinem gedicht wirklich gut gefĂ€llt. du verbindest alltĂ€gliche inhalte und an und fĂŒr sich völlig unpoetische begriffe mit sehr schöner lyrik, ich bewundere es, wenn dichtern dies gelingt. die waage zu halten zwischen etwas stilisiertem/unechtem und etwas wahrhaftigem. mir ist noch nie aufgefallen, wie schön und flĂŒssig sich ein "dribbeln" in ein gedicht einarbeiten lĂ€sst. danke dafĂŒr.
vg,
Prosa.

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