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Leselupe.de > Kurzprosa
Eisspaziergang
Eingestellt am 15. 01. 2002 00:03


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heidekind
???
Registriert: Jan 2002

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Hallo Ihr Lieben in Nah und Fern - viel Freude beim Lesen von "Eisspaziergang" - von Hanjo (ver├Âffentl.1998)
Dieses ist meine Lieblingsgeschichte. Ich habe sie schon im 2. Winter. Immer wieder lese ich sie gerne. Vielen Dank an Hanjo, den ich auch ganz im Anfang meiner Online-Zeit bei AOL in einem netten Chatroom kennenlernte. Ich kenne einige Werke von ihm, aber immer wieder bin ich vom "Eisspaziergang" angetan. Danke Hanjo.....lieben Gru├č in den hohen Norden, w├╝nsche Dir alles erdenklich Gute, vorrangig Gesundheit.. Heidemarie


Eisspaziergang
(hs) Tiefstehende Sonne blitzt ins Auge, hellstes Blau des Winterhimmels harmoniert mit wei├čem Schnee, der das Eis des Sees bedeckt. Klirrende trockene K├Ąlte r├Âtet das Gesicht, die Feuchtigkeit in der ausgeatmeten Luft bildet Eiskristalle im Schnurrbart. Weit erscheint die Landschaft, hoch der fast wolkenlose Himmel, wenn ich genau hinsehe, f├Ąllt mir auf, das das Eis des Sees nicht v├Âllig eben ist. Hier und da erheben sich ganz leicht gew├Âlbte H├╝gel und Unebenhaiten, so als ob das Wasser in seiner Bewegung schlagartig schockgefrostet wurde. Risse ziehen sich durch das dunkle Eis, eingefrorene Luftblasen lassen die Dicke erahnen. Was machen jetzt eigentlich die Fische? Wo sind die Blessh├╝hner und die Enten?
Die Menschen jedenfalls gehen eigenartigen Besch├Ąftigungen nach. Manche haben sich Glitschen angelegt und gehen der wahren Bedeutung des Wortes "arschglatt" auf den Grund. Recht kleine Jungs und weniger M├Ądchen haben eine Fl├Ąche freigefegt und spielen Eishockey, manchmal sind die Schl├Ąger gr├Â├čer als die Spieler, was die Bewegungen im Spiel unbeholfen erscheinen l├Ą├čt. Andere haben sich seltsame Schuhe mit Metallkufen angezogen und gleiten elegant ├╝ber das gefrorene Wasser. Bei Anf├Ąngern ist von der zuk├╝nftigen Eleganz noch nicht viel zu sehen, auf zittrigen Beinen kommen sie daher, eher auf der Suche nach einer Haltestange als der perfekt gefahrenen Acht. ├ťberlange Schals und kniebedeckende M├Ąntel erweisen sich hierbei als hinderlich. Wenn man es kann, ist es auch einem mittleren Schlachtschiff m├Âglich, mit langsamen geschmeidigen Bewegungen und hoher Geschwindigkeit ├╝ber das Eis gleitend, dem gutgelaunten Beobachter gazellen├Ąhnliche Eigenschaften zu suggerieren.
Irgendwo auf dem See mu├č eine kleine Feier mit Musik stattfinden, seltsam langgezogene T├Âne scheinen durch das Eis zu laufen, w├╝rden dem einsamen Spazierg├Ąnger Angst machen, das Eis m├Âge brechen und er von den dann blitzschnell mit eisigem Wasser vollgesogenen Wintersachen auf den Grund des Sees hinabgezogen werden. Aber bei diesem herrlichen Wetter ist man ja nicht allein auf dem Eis.
Die Bootsanleger am Ufer wirken jetzt irgendwie deplaziert. Im Sommer noch hatte man schwimmend die gleichen Wassermolek├╝le durchteilt, die jetzt einen trittfesten Boden f├╝r den Spaziergang abgeben. Merkw├╝rdig niedrig ist nun der Brettersteg, an dem man sich im Sommer nur mit M├╝he hochziehen konnte. Da - wieder laufen die langgezogenen T├Âne durch das Eis. Ein schneller Rundblick beweist: da ist niemand mit einem musikerzeugenden Ger├Ąt, kein Ghetto-Blaster zu sehen, auch kein tragbarer CD-Spieler. Die T├Âne kommen doch aus dem Eis selbst. Ob es doch nicht h├Ąlt?
Wenn jetzt alle, die auf dem Eis sind, gleichzeitig auf und ab springen w├╝rden? Na ja, werden sie schon nicht tun.
Zum Gl├╝ck ist es fast windstill, sonst w├Ąre die K├Ąlte kaum auszuhalten, zumal auf dieser freien Fl├Ąche. So aber glaubt man wohl zu recht, da├č sie gesund ist.
Wieder zuhause angekommen, brennt die Haut angenehm. Das Eis b├╝rste ich aus dem Schnurrbart und wundere mich ├╝ber die W├Ąrme im Wohnzimmer.
Ich lege eine Platte mit Musik der australischen Ureinwohner auf; manche Leute w├╝rden dies allerdings f├╝r alles andere als Musik halten. Mit falscher, viel zu langsamer Geschwindigkeit abgespielt, erinnert sie stark an die Musik des Eises.
Wo der See liegt, wird nicht verraten. Das H├╝hnermoor ist es nicht, vielleicht der Hummelsee. Sehen Sie selbst nach.

Hanjo, erstmals ver├Âffentlicht im Alster-Anzeiger, Hamburg, 1998

Ich hoffe, da├č Euch der "Eisspaziergang" auch gut gefallen hat. Vielleicht gibt es dieses Jahr mal wieder einen richtig knackig kalten Winter, so da├č die Alster zufriert und dort ein Fest stattfinden kann
und sicher w├╝rden sich unsere holl├Ąndischen Nachbarn freuen, wenn sie endlich mal wieder einen Graachtenlauf machen k├Ânnen, ist schon einige Jahre her, da├č diese Attraktion stattgefunden hat.
Bei mir ist es viele viele Jahre her, da├č ich Schlittschuh gelaufen bin, n├Ąmlich 1978 im Rockefeller Center in meiner Traumstadt NYC....... Herzliche Gr├╝├če, wie immer auch zu meinem Freundeskreis in USA, von Eurer Heidemarie-Heidekind
__________________
Heidekind-Heidemarie
(e-mail-Adr.: Rh95@aol.com)

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