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Leselupe.de > Kurzprosa
Eistanz
Eingestellt am 27. 11. 2007 15:48


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Franka
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Eistanz

Einmal in der Woche kann ich dich sehen. Ich stehe hinter dem Fenster, zwischen uns nur die Gardine, das Glas und manchmal Schneegestöber. Du drehst deine Pirouetten, springst und tanzt zu einer Musik, die nur du hören kannst. Du bist wunderschön, wenn dir der Wind die Wangen rötet, das kurze Röckchen beim Drehen deine Oberschenkel freigibt, du wie eine Elfe ĂŒber das Eis gleitest. Ich schaue dir zu, immer, wenn der Dorfteich eine dicke Eisschicht trĂ€gt, die dann dich trĂ€gt und mich in den siebenten Himmel schleudert.

Ich kann dich sehen, wenn du an meinem Haus vorbei gehst, die Schlittschuhe verknotet ĂŒber deine Schulter hĂ€ngen, der dicke Mantel mir den Blick verwehrt, bis du wieder gleitest, lachst und das GlĂŒck aus deinen Augen mir leuchtet.

Gestern habe ich gewagt dich anzusprechen.

Einmal in der Woche kann ich dich sehen, du siehst mich nie, weder, wenn ich durch mein Fernglas zum See schaue, noch, wenn ich am See stehe. Du siehst immer nur das Eis, das dich trÀgt, dir den Tanz ermöglicht und dich die Welt vergessen lÀsst. Ich gehörte zu dieser Welt.


Doch bald wirst du mich einmal in der Woche sehen, ich habe mir eine Axt gekauft. Ist das Eis erst wieder zugefroren, wirst du auf mir tanzen.




Version vom 27. 11. 2007 15:48
Version vom 27. 11. 2007 16:28
Version vom 27. 11. 2007 21:44
Version vom 01. 12. 2007 20:58

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Orangekagebo
Guest
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Liebe Franka,

gefĂ€llt mir gut. Auch das "knĂŒppelharte" Ende.

Was mir auffiel:

zu einer Musik (Komma)

habe ich gewagt (Komma)

erst wieder zugefroren (Komma)

deine Oberschenken (...schenkel)

quote:
immer, wenn der Dorfteich eine dicke Eisschicht trÀgt, die dann dich trÀgt


finde ich persönlich irgendwie unglĂŒcklich formuliert

quote:
Ich kann dich sehen, wenn du an meinem Haus vorbei gehst, die Schlittschuhe verknotet ĂŒber deine Schulter hĂ€ngen, der dicke Mantel mir den Blick verwehrt, bis du wieder gleitest, lachst und das GlĂŒck aus deinen Augen mir leuchtet.


(Vielleicht nicht nur in einem "dickbauchigen" Satz?)

LG, Karsten

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Franka
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Hallo Karsten,

danke erst einmal fĂŒr das aufmerksame Lesen, habe etwas nachgebessert. Bei: Gestern habe ich gewagt dich anzusprechen., bin ich nicht deiner Meinung, ist fĂŒr mich nach neuer Rechtschreibung so möglich.
Die langen SĂ€tze (obwohl es solche fĂŒr mich nicht sind, lies mal "Liebesleben" von Zeruya Shalev, dann bekommst du einen kleine Eindruck, wie lang SĂ€tze sein können), sind nötig fĂŒr das Halten und Steigern der Spannung. Der Leser soll nicht viel Zeit haben zum Luft holen.

Lieben Gruß
Franka

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Hannah Rieth
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Hallo Franka,

ein leiser, dichter Text, der trÀgt. GefÀllt mir bis zum vorletzten Absatz supergut.

Dann wird er mir zu kryptisch. Hey, und wenn ich das sage, dann heißt das was. Ich liebe offene Enden, die dem Leser alle Möglichkeiten bieten.

Aber: Ich habe das GefĂŒhl, dass Dir das Ende selbst so klar ist, dass Du vielleicht gar nicht gemerkt hast, dass es im Laufe der Überarbeitung/Verknappung fĂŒr den Leser kaum noch nachvollziehbar geworden ist. (dass dass dass - furchtbar)

Du verwendest fast im gesamten Text das PrÀsens. Der Ich-ErzÀhler weilt also noch unter uns, schaut durchs Fernglas und steht am See. Er kann demnach noch nicht unterm Eis liegen. Daher macht der Gebrauch des PrÀteritums am Ende des vorletzten Absatzes in der jetzigen Version keinen Sinn.
Die Perspektive haut einfach nicht mehr hin.
Gleiches gilt fĂŒr den letzten Absatz. Da ist der ErzĂ€hler plötzlich schon unterm Eis. Ich finde, hier wirst Du zu schnell, zu unsauber. Ich musste mir die erste Version anschauen, um zu verstehen, was mit der Axt los sein könnte. Hat er sie umgebracht? Liegt sie unterm Eis? Er konnte es in meinen Augen nicht sein, denn er weilt ja noch unter uns. Verstehst Du, was ich meine?
Vielleicht wird es deutlicher, wenn Du zu diesem Schluss zurĂŒckkehrst:

quote:
Doch bald wirst du mich einmal in der Woche sehen, ich habe mir eine Axt gekauft. Ist das Eis erst wieder zugefroren, wirst du auf mir tanzen.
bzw. ihn modifizierst. Das Futur wÀre die richtige Zeit.

Nur meine Gedanken ... Vielleicht kannst Du was damit anfangen.

Viele GrĂŒĂŸe von Hannah

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Franka
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Liebe Hannah,

bei meiner letzten Lesung bin ich auch schon auf diesen Sachverhalt hingewiesen worden, hatte versprochen auf das "alte" Ende zurĂŒck zu kommen, aber es ist dann irgendwie untergegangen..
Danke, habe es nun geÀndert.

Lieben Gruß
Franka

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