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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Eiszeit
Eingestellt am 27. 10. 2005 13:28


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nyleve
Wird mal Schriftsteller
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Heute war es aber wirklich kalt. So kalt war es schon lange nicht mehr. Sie steckte das Kinn noch tiefer in ihren wollenen Schal, den sie sich dreimal um den Hals geschlungen hatte. Federleichte Schneeflocken wirbelten wild und unkontrolliert in der eisigen Luft umher. WĂ€hrend sie sich ihren Weg durch den verschneiten Weg bahnte, stoben die Schneeflocken noch wilder durcheinander und endeten in zarten schimmernden Wirbeln. Die HĂ€nde tief in den Taschen ihrer dicken Jacke vergraben spĂŒrte sie den eisigen Wind ĂŒber ihre Wangen streifen. Trotz der mit Pelz gefĂŒtterten Stiefel begannen ihre Zehen allmĂ€hlich kalt und steif zu werden. Zu Hause bei einer gemĂŒtlichen Tasse Tee wĂ€re es bestimmt angenehmer gewesen, dennoch wollte sie auf ihren tĂ€glichen Spaziergang auf keinen Fall verzichten.
Zuerst hatte sie noch gezögert, als sie aus ihrem mit zahlreichen Blumen verstellten Fenster geblickt hatte. Vorsichtig hatte sie den dĂŒnnen, zarten Stoff der Gardine beiseite geschoben, um die Vögel nicht zu erschrecken, die zahlreich auf ihrer Fensterbank nach den von ihr ausgestreuten Sonnenblumenkernen piekten. Es bot sich ihr wahrlich kein einladender Anblick. Der Himmel gab seine unmöglichsten Grautöne preis und spie fast zornig abertausend klitzekleine Schneekristalle aus. Mit einem tiefen Seufzer ließ sie die Gardine los und verharrte fĂŒr ein paar Sekunden.
Das Wohnzimmer war nicht gerade groß, doch es bot Platz fĂŒr all die Dinge, die ihr wichtig waren. Das alte, zerschlissene Sofa prangte an der Wand wie ein Thron. Der verblichene Stoff ließ nur wage erahnen, wie prachtvoll einst das Blumenmotiv darauf gewirkt haben musste.
Auf dem kleinen Tischchen davor stapelten sich Zeitschriften und BĂŒcher. Nicht, dass sie das eine oder andere je angesehen oder gelesen hĂ€tte. Doch sie erweckten den Eindruck von Interesse und Wissbegier. Neben dem Fenster stand ein kleiner, dunkler Schreibtisch. Er war ĂŒbersĂ€t mit geöffneten Briefen und Rechnungen, Prospekten und Katalogen. In einer kleinen Schachtel aus Karton, die vermutlich von lĂ€ngst gegessenen Pralinen zu stammen schien, sammelte sie Fotos. Es war kein einziges beschriftet, und sie waren weder sortiert noch geordnet. Ihre Erinnerungen an lĂ€ngst vergangene Tage gehörten nur ihr und es brauchte auch keiner zu wissen, was, wann und wie geschehen war. Doch sie studierte die Fotos ohnehin nur ganz selten.
Neben der Schachtel trocknete ein Rosenstrauß vor sich hin. Die einst roten Rosen standen in einer verschnörkelten Vase aus kobaltblauem Glas. Das Wasser darin war schon vor Wochen vertrocknet und hinterließ einen grauen, trockenen Film. Sie wĂŒrde den vertrockneten Strauß dennoch niemals austauschen. Zuviel bedeutete er ihr.
Seit dem Tag, als sie die frischen Rosen in der Vase arrangiert hatte, war ihr Leben nicht mehr das Gleiche gewesen. Es war der Tag, an dem sie das erleben dĂŒrfte, was sie sich ihr ganzes Leben nicht mehr zu erhoffen wagte.

An jenem Tag ging sie ihren gewohnten Weg entlang, wie sie ihn schon bestimmt fĂŒnfhundertmal gegangen war. Sie freute sich auf ihre Bank, auf der sie sich auszuruhen angewohnt hatte. Die Bank stand etwas abseits vom Weg, dafĂŒr bot sie den besten Blick auf den kleinen See. Hier, und zwar nur hier, schien einem die Sonne genau in den RĂŒcken und ließ sie die sanften Wellen in funkelnde Diamanten verwandeln. Das war der beste Platz. Und es war ihr Platz. Bis zu jenem Tag.
Als sie sich der Bank nĂ€herte, erkannte sie bereits von weitem, dass sich jemand auf ihre Bank gesetzt hatte. Ärgerlich hatte sie ihren Schritt beschleunigt. Das passte so gar nicht in ihre tĂ€gliche Routine. Als sie nĂ€her kam, bemerkte sie einen Mann, der vertrĂ€umt und abwesend die WasseroberflĂ€che studierte. Unsicher blieb sie vor ihm stehen. Der Mann blinzelte ein paar Mal, ehe er seinen Blick hob.
Diese Augen hĂ€tte sie unter Millionen wieder erkannt. Nur er hatte solche Augen. Völlig aus der Fassung schlug sie die Hand vor den Mund und sie dachte zu ersticken. Ihr wurde beinahe schwarz vor den Augen und in den Ohren rauschte ein tosender Wasserfall. Sie glaubte zu fallen, doch starke krĂ€ftige HĂ€nde hielten sie behutsam fest. „Ich wollte mich nur von dir verabschieden.“ Um seinen Mund spielte ein sanftes LĂ€cheln und in seinen Augen loderte ein lĂ€ngst vergessen geglaubtes Feuer. Ohne ein weiteres Wort zog er sie an sich. Seine Arme waren immer noch stark. Zitternd schloss sie die Augen und erwiderte die Umarmung. Sie bettete ihren vermummten Kopf auf seine Brust und spĂŒrte seine AtemzĂŒge. Er roch noch immer so wie damals nach wilden KrĂ€utern und frischem Wasser.
Die Zeit schien still zu stehen und nach Minuten, oder waren es Stunden, löste er langsam die Umarmung. Noch immer brachte sie kein Wort ĂŒber die Lippen. Völlig aus der Fassung starrte sie ihn an und die ĂŒber all die Jahre unterdrĂŒckten GefĂŒhle schienen mit einmal aufzuwallen. Dicke TrĂ€nen rannen ĂŒber ihre rosigen Wangen und zeichneten eine eisige Spur ĂŒber ihr faltiges Gesicht.
„Bevor ich gehen muss, wollte ich dir nur noch ein einziges Mal sagen, dass ich dich liebe, aus tiefstem Herzen liebe. Seit dem ersten Augenblick hast du mein Herz erobert. Nie habe ich jemanden intensiver und inniger geliebt als dich. Die bist die grĂ¶ĂŸte Liebe meines Lebens.“ Seine Worte waren nicht mehr als ein FlĂŒstern. „Aber .. warum, .. jetzt ...?“ Ihre Stimme versagte und ein einzelner kehliger Schluchzer drang aus ihrer trockenen Kehle. „Psst. Sag jetzt nichts.“ Vorsichtig legte er seinen Zeigefinger auf ihre kalten, aufgesprungenen Lippen. „Ich muss jetzt gehen!“
„Nein, nein, geh nicht, nicht jetzt, wo du endlich bei mir bist,“ wollte sie schreien, aber es kam kein Laut ĂŒber ihre Lippen. Ihr Herz raste und sie dachte, es wĂŒrde zerspringen. Sie musste trĂ€umen, ganz einfach trĂ€umen. Doch seine liebevolle BerĂŒhrung ließ diesen Gedanken gar nicht zu. Vorsichtig beugte er sich zu ihrem Gesicht und berĂŒhrte sanft und unendlich langsam ihre Lippen mit den Seinen. Den Blick nicht von seinem geliebten Gesicht abwendend erwiderte sie den Kuss, zuerst zaghaft, dann gierig. Fest an ihn gepresst glaubte sie zu schweben, schwerelos, zeitlos, unendlich. Nach einer seltsam kurzen Ewigkeit löste er sich von ihr. Auch in seinen Augen schimmerten TrĂ€nen. Mit dem Daumen strich er ihr langsam ĂŒber das geliebte Gesicht. „Pass auf dich auf!“ Er verharrte noch einen Augenblick, ihre zitternden HĂ€nde fest umklammernd, bis er sie endlich freigab und einen Schritt nach hinten wagte. Sie war völlig erstarrt und von der Flut an GefĂŒhlen völlig ĂŒberwĂ€ltigt.
Langsam begann er sich von ihr zu entfernen. Einsam schritt er den tiefverschneiten Weg entlang, ohne sich noch einmal umzublicken. UnfÀhig sich zu bewegen, verfolgte sie zum zweiten Mal in ihrem Leben, wie er sich von ihr entfernte.
Seine Gestalt wurde kleiner und kleiner, bis nur noch ein verschwommener Schatten seine Silhouette andeutete. Selbst als nur noch tanzende Schneeflocken ihren von TrĂ€nen verschleierten Blick fĂŒllten, starrte sie ihm noch nach. Der eisige Wind begann bereits seine Fußspuren zu verwischen, einfach auszulöschen.
„Ich liebe dich! Mein Gott, ich liebe dich!“ Doch ihre Worte verhallten im dichten Schneegestöber und wurden weit ĂŒber den See zerstreut. Nach einer unbestimmten Zeit, sie konnte sich nicht erinnern, ob es Minuten, Stunden oder gar Tage waren, löste sie ihre Erstarrung und stapfte mechanisch den Weg entlang, auf seinen lĂ€ngst vergangenen Spuren. UnglĂ€ubig berĂŒhrte sie ihre Lippen, und sie wĂŒnschte sich die tröstliche WĂ€rme seiner Gegenwart. Doch sie war nur von Schnee und KĂ€lte umgeben.

Mit zitternden Fingern fischte sie ihren HaustĂŒrschlĂŒssel aus der Manteltasche und als sie versuchte diesen ins SchlĂŒsselloch einzufĂŒhren, stießen ihre dicken Stiefel gegen ein PĂ€ckchen auf der Fußmatte.
Überrascht sah sie nach unten und tastete nach dem Gegenstand. Er war leicht und das Papier raschelte leise, als sie ihn aufhob. Langsam drehte sie mit der anderen Hand den SchlĂŒssel im Schloss. Eilig trat sie in ihr Vorhaus ein und stieß die TĂŒre schnell wieder zu.
Ohne auf die Schneespuren zu achten, trug sie den Gegenstand ins Wohnzimmer. Aufgeregt streifte sie das Papier ab. Schweigsam und teilnahmslos segelte es zu Boden.
In ihren Armen lag ein wunderschöner Rosenstrauß. Vorsichtig strich sie mit den Fingerspitzen ĂŒber die samtig weiche OberflĂ€che der purpurroten BlĂŒtenblĂ€tter. AndĂ€chtig schnupperte sie an den kostbaren Knospen. Ihr lieblicher, betörender Duft legte sich wie Seide ĂŒber ihre Seele.

Wie jeden Tag setzte sie sich auch heute auf ihre Bank. Seit jenem schicksalhaften Tag hatte sie noch keinen einzigen Spaziergang ausgelassen. Immer wieder hoffte sie, schon von der Ferne eine Gestalt auf ihrer Bank auszumachen. Doch die Bank stand immer leer und kalt vor dem eisigen See. Sie schloss die Augen und spĂŒrte seine Umarmung, seinen Kuss. Oh ja, sie liebte ihn, hatte ĂŒber all die Jahre immer nur ihn geliebt, doch das Schicksal war erbarmungslos gewesen. Über vierzig Jahre musste sie auf diesen einen Augenblick warten.
UnwillkĂŒrlich musste sie lĂ€cheln und ihr war, als ob ein warmer, sanfter Hauch sie streifen wĂŒrde.
In der Luft lag der Duft nach wilden KrÀutern und frischem Wasser.

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Rumpelsstilzchen
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Erster Absatz: Dem MĂ€del ist kalt und es schneit.
Zweiter Absatz: Nach einem Blick aus dem Fenster hat sie beschlossen raus zu gehen
Dritter bis sechster Absatz: Sie hat ein kleines Wohnzimmer mit viel Krimskrams drin.
Siebter Absatz: Da steht die Bank und so sieht sie aus.
Achter Absatz: Da sitzt schon wer.
Neunter Absatz: Es geht los!
Zu spÀt.
Alle Leser sind schon lange am Sensationshunger krepiert.:-((

Lebenshunger nagte an ihm, da fraß er sich durch

__________________
Ich glaube
an das Gesetz
der kritischen Masse

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knychen
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Federleichte Schneeflocken wirbelten wild und unkontrolliert in der eisigen Luft umher. WĂ€hrend sie sich ihren Weg durch den verschneiten Weg bahnte, stoben die Schneeflocken noch wilder durcheinander und endeten in zarten schimmernden Wirbeln.

Es bot sich ihr wahrlich kein einladender Anblick. Der Himmel gab seine unmöglichsten Grautöne preis und spie fast zornig abertausend klitzekleine Schneekristalle aus.

das mit dem wetter haben ja schon am anfang alle kapiert.
Mit einem tiefen Seufzer zahle ich zwei euro ins phrasenschwein: weniger ist manchmal mehr.
die vögel pieken ĂŒbrigens nicht, jedenfalls nicht bei der nahrungsaufnahme.
Das alte, zerschlissene Sofa prangte an der Wand wie ein Thron. Der verblichene Stoff ließ nur wage erahnen, wie prachtvoll einst das Blumenmotiv darauf gewirkt haben musste. hier wĂŒrde sich ein "prunkte" besser machen, es sei denn, das sofa wĂ€re an die wand gemalt. und "wage" ist ein blöder fehler.
Auf dem kleinen Tischchen davor stapelten sich Zeitschriften und BĂŒcher. Nicht, dass sie das eine oder andere je angesehen oder gelesen hĂ€tte. Doch sie erweckten den Eindruck von Interesse und Wissbegier.

In einer kleinen Schachtel aus Karton, die vermutlich von lÀngst gegessenen Pralinen zu stammen schien, sammelte sie Fotos.

diese beiden bilder zeigen meiner meinung nach nicht den gleichen menschen. jemand, der sich aus welchen grĂŒnden auch immer seinen arbeitsplatz (nicht beruflich gemeint) zustellt, hat fotos auch in entsprechender menge und dann stimmt die kleine pralinenschachtel nicht.
"in einer kleinen palinenschachtel lagen die wenigen fotos, die sie besaß." wĂ€re ein kompromiß, finde ich.

„Bevor ich gehen muss, wollte ich dir nur noch ein einziges Mal sagen, dass ich dich liebe, aus tiefstem Herzen liebe. Seit dem ersten Augenblick hast du mein Herz erobert. Nie habe ich jemanden intensiver und inniger geliebt als dich. Die bist die grĂ¶ĂŸte Liebe meines Lebens.“
ist zwar romantisch, aber auch zuviel.

An jenem Tag ging sie ihren gewohnten Weg entlang, wie sie ihn schon bestimmt fĂŒnfhundertmal gegangen war.

Hier, und zwar nur hier, schien einem die Sonne genau in den RĂŒcken und ließ sie die sanften Wellen in funkelnde Diamanten verwandeln.

Selbst als nur noch tanzende Schneeflocken ihren von TrĂ€nen verschleierten Blick fĂŒllten, starrte sie ihm noch nach. Der eisige Wind begann bereits seine Fußspuren zu verwischen, einfach auszulöschen.


ich nehme an, das funkel auf dem see oder teich ist auf tage mit schönem wetter bezogen, aber du beziehst dich ja eigentlich auf einen tag mit schneeflocken in dichten wirbeln und eisigem wind (eisig ist auch so ein inflationÀr benutztes wort), da entsteht ein widerspruch.
außerdem mĂŒĂŸte der kleine see zugefroren sein.
und noch eins: mit der sonne im rĂŒcken wirst du kein funkeln auf dem see sehen können, rein physikalisch nicht.
Immer wieder hoffte sie, schon von der Ferne eine Gestalt auf ihrer Bank auszumachen.
ist eigentlich nebensĂ€chlich, aber ich glaube du mußt dich hier entscheiden. entweder "von ferne" oder "aus der Ferne".
fazit: solche situationen kennt man oder glaubt sie zu kennen, die vielzahl von adjektiven bringen kein neues bild hervor. mit reduzierung an dieser stelle und charakterisierung der beiden personen könnte ein schöner wintertag daraus werden.
gruß aus berlin. knychen
__________________
kny

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nyleve
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UrsprĂŒnglich veröffentlicht von knychen
Federleichte Schneeflocken wirbelten wild und unkontrolliert in der eisigen Luft umher. WĂ€hrend sie sich ihren Weg durch den verschneiten Weg bahnte, stoben die Schneeflocken noch wilder durcheinander und endeten in zarten schimmernden Wirbeln.

Es bot sich ihr wahrlich kein einladender Anblick. Der Himmel gab seine unmöglichsten Grautöne preis und spie fast zornig abertausend klitzekleine Schneekristalle aus.

das mit dem wetter haben ja schon am anfang alle kapiert.
Mit einem tiefen Seufzer zahle ich zwei euro ins phrasenschwein: weniger ist manchmal mehr.
die vögel pieken ĂŒbrigens nicht, jedenfalls nicht bei der nahrungsaufnahme.
Das alte, zerschlissene Sofa prangte an der Wand wie ein Thron. Der verblichene Stoff ließ nur wage erahnen, wie prachtvoll einst das Blumenmotiv darauf gewirkt haben musste. hier wĂŒrde sich ein "prunkte" besser machen, es sei denn, das sofa wĂ€re an die wand gemalt. und "wage" ist ein blöder fehler.
Auf dem kleinen Tischchen davor stapelten sich Zeitschriften und BĂŒcher. Nicht, dass sie das eine oder andere je angesehen oder gelesen hĂ€tte. Doch sie erweckten den Eindruck von Interesse und Wissbegier.

In einer kleinen Schachtel aus Karton, die vermutlich von lÀngst gegessenen Pralinen zu stammen schien, sammelte sie Fotos.

diese beiden bilder zeigen meiner meinung nach nicht den gleichen menschen. jemand, der sich aus welchen grĂŒnden auch immer seinen arbeitsplatz (nicht beruflich gemeint) zustellt, hat fotos auch in entsprechender menge und dann stimmt die kleine pralinenschachtel nicht.
"in einer kleinen palinenschachtel lagen die wenigen fotos, die sie besaß." wĂ€re ein kompromiß, finde ich.

„Bevor ich gehen muss, wollte ich dir nur noch ein einziges Mal sagen, dass ich dich liebe, aus tiefstem Herzen liebe. Seit dem ersten Augenblick hast du mein Herz erobert. Nie habe ich jemanden intensiver und inniger geliebt als dich. Die bist die grĂ¶ĂŸte Liebe meines Lebens.“
ist zwar romantisch, aber auch zuviel.

An jenem Tag ging sie ihren gewohnten Weg entlang, wie sie ihn schon bestimmt fĂŒnfhundertmal gegangen war.

Hier, und zwar nur hier, schien einem die Sonne genau in den RĂŒcken und ließ sie die sanften Wellen in funkelnde Diamanten verwandeln.

Selbst als nur noch tanzende Schneeflocken ihren von TrĂ€nen verschleierten Blick fĂŒllten, starrte sie ihm noch nach. Der eisige Wind begann bereits seine Fußspuren zu verwischen, einfach auszulöschen.


ich nehme an, das funkel auf dem see oder teich ist auf tage mit schönem wetter bezogen, aber du beziehst dich ja eigentlich auf einen tag mit schneeflocken in dichten wirbeln und eisigem wind (eisig ist auch so ein inflationÀr benutztes wort), da entsteht ein widerspruch.
außerdem mĂŒĂŸte der kleine see zugefroren sein.
und noch eins: mit der sonne im rĂŒcken wirst du kein funkeln auf dem see sehen können, rein physikalisch nicht.
Immer wieder hoffte sie, schon von der Ferne eine Gestalt auf ihrer Bank auszumachen.
ist eigentlich nebensĂ€chlich, aber ich glaube du mußt dich hier entscheiden. entweder "von ferne" oder "aus der Ferne".
fazit: solche situationen kennt man oder glaubt sie zu kennen, die vielzahl von adjektiven bringen kein neues bild hervor. mit reduzierung an dieser stelle und charakterisierung der beiden personen könnte ein schöner wintertag daraus werden.
gruß aus berlin. knychen



Hi knychen!
Freut mich, dass du dich so mit meiner Geschichte auseinander gesetzt hast.
Aber was fĂŒr den einen romantisch ist, kann fĂŒr den anderen
schon kitschig sein.
Ich wollte mit der Geschichte auch kein neues Bild hervorbringen, vielmehr sollte die Fantasie des Lesers angeregt werden, was die Charakterisierung der beiden betrifft.
Die Sache mit der deutschen Rechtschreibung bzw. Grammatik, tja, fĂŒr österreichische VerhĂ€ltnisse mĂŒsste sie eigentlich passen ....
Liebe GrĂŒsse
nyleve

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