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Leselupe.de > Erotische Geschichten
El Chupador
Eingestellt am 12. 08. 2003 17:14


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Axen
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Wenn er unter seinem Ficusbaum liegt, gie├čt sich fl├╝ssiger Eindruck des Garten Edens in seine kaum noch gef├╝llten Gef├╝hlsbeh├Ąlter. Oft liegt er auf der Matratze mit dem dunkelblauen Laken aus flauschig schmiegendem Flanell, das ihn am R├╝cken schwitzen l├Ąsst und die Hitze des Sommerabends in wohlige K├Ârperreaktionen ├╝bersetzt. Alle Pflanzen sind seine Gef├Ąhrtinnen, die er liebt, viel mehr noch als der in der gegen├╝berliegenden Wohnung das Alter ertragende Herr seine kleine Dackeldame. Nur ungern verl├Ąsst er seine Pflanzen, wenn er einkaufen muss, dann bringt er ihnen oft eine neue Gef├Ąhrtin mit; einen kleinen Kaktus mal, eine lippenbl├╝hende Azalee ein anderes mal. Echinocactus, bauchig wie stachlige Br├╝ste, Kindelableger am Fu├če der Pflanze gleich keck aufgestellten Nippeln. Philodendron an einen stab geschmiegt wie eine geschmeidige G├Âttin stehend vereint mit Zeus. Manchmal muss er seine Pflanzen f├╝r l├Ąngere Zeit verlassen. Er hat eine Anlage installiert, die jeden Abend um 21.35 eine in eine rosa Babywanne eingelassene Pumpe in Gang setzt und durch hundertdreiundzwanzig d├╝nne Schl├Ąuche kleine Rinnsale in die gro├čen und kleinen T├Âpfe gef├╝llt mit weichem Kokostorf leitet, auf dass sich die Gef├Ąhrtinnen allabendlich satt trinken. Wenn er sich sicher ist, dass sie alle hinreichend gespeist werden, fliegt er nach Venezuela, isst den ganzen tag saftige eigenartige Fr├╝chte, die ihm Schlangen und Marktfrauen reichen und sammelt die nassen abgelutschten Kerne und Samen in schwarz-wei├č gestreiften Raschelplastet├╝ten. "El chupador" nennen sie ihn dort, weil er noch am Ort des Erwerbs jeden Rest des schimmelgef├Ąhrdeten Fruchtfleisches vom Kern lutscht. Er sieht nichts au├čer den Obstverk├Ąuferinnen und ihren Fr├╝chten. Nicht die Palmen, nicht den ├╝ppigen Urwald, nicht das Meer. Und wenn er nach Hause kommt, trauernd die Gef├Ąhrtinnen bestattet hat, die aus Kummer ├╝ber seine Abwesenheit verendet sind, dann legt er sich auf seine Matratze und schaut an seinem Ficusbaum herauf und das Paradis der gr├╝nen H├Âlle ergie├čt sich in seine Einsamkeit.





(c) H.E.Axen


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Waldemar Hammel
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Guuut...

Ein biographischer Misanthrop wie ich, und, mindestens im Fantasiegem├Ąlde des Textes ein S├╝damerikafahrer wie ich. Das gef├Ąllt mir.
Da dachte ich, der Text sei im Stil des magischen Realismus, vielleicht, man w├╝nscht. Ist aber nicht!
Meine Ansicht:
Vom Entwurf und seinen M├Âglichkeiten ein guter Text, in der Ausf├╝hrung aber bleibt er ziemlich stark hinter meinen Erwartungen und seinen inhaltlichen M├Âglichkeiten zur├╝ck.

Manches im Text wirkt k├╝nstlich, weil nicht gen├╝gend thematisch r├╝ckgekoppelt, z.B. "ElChupador"?, nur, weil einer auf einem typischen s├╝damerikanischen Markt mit ungeheurem Betrieb und Hektik Fr├╝chtekerne ablutscht? N├Â! Unglaubhaft.
W├╝rde der die Kerne z.B. so ablutschen, wie er verzweifelt sein ganzes Leben ab- und auszulutschen versucht.../ w├╝rde er das Hart der Kerne suchen, weil er unter den traumatisierenden Bedingungen S├╝damerikas "den Kern der Dinge", des Lebens suchte, oder die Wahrheit, der man aufgrund ihrer unlebbaren H├Ąrte in S.A. nicht beikommen kann...
Und wie der sich unterm Ficus flegelt, und vielleicht eine "gr├╝ne H├Âlle" sieht, w├Ąhrend um ihn herum eine wirkliche soziale menschengemachte H├Âlle tobt. Irgendwie irrelevant. Nicht "natura hominis lupus", sondern der Homo selbst ist der Wolf.

Blumenliebhaber ja, aber Blumen k├Ânnen auch den Tod symbolisieren. Und zwar ohne selbst zu "verenden" (wobei in S.A. der Begriff "verrecken" weit genauer ist), und: Man verreckt dort nicht, weil der "G├Ąrtner" abwesend ist, sondern deshalb, weil der Hortulus samt seinen Schergen sogar ├╝ber seinen Tod hinaus anwesend ist. Lies mal "Die Beerdigung der gro├čen Mama" von Marqu├ęz...
Philodendron als "wie eine G├Âttin" beschreiben?
Ich habe Philodendron in action unter freiem Himmel gesehen in S.A., der bildet weit ├╝bermannshohe, v├Âllig undurchdringliche, verfilzte Dickichte, die komplette T├Ąler ausf├╝llen, schnellstwachsend, muss von Hubschraubern aus per Benzin und ├ľl abgebrannt werden, immer wieder.

Das mit den R├Âhrchen zum "Bew├Ąssern" ist gut, aber wieder nicht r├╝ckgekoppelt. R├Âhrchennetzwerk = Blutkreislauf/ Lebenskreislauf/politische Wildnis/soziales Chaos usw...
Die R├Âhrchen als Symbole f├╝r sich selbst sind nichtssagend, farblos.

...nur meine Ansichten.../also bitte relativieren

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Axen
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guten abend, danke f├╝r deine gedanken!

berechtigte einw├Ąnde, wenn ich mit dieser textfassung ein solch symbolschwangeres werk bezweckt h├Ątte. ich gebe allerdings zu, dass der text geradezu einl├Ądt, metaphern und symbole zu suchen, zumal er unter erotik erscheint. beispiel, die r├Âhrchen...da dachte ich wirklich an r├Âhrchen im sinne einer bew├Ąsserungsanlage der marke "blumat" oder der firma gardena (sehr komfortabel ├╝brigens und bei ebay sehr g├╝sntig zu erstehen); ganz trivial und ein bisschen skurril, zumal man sich das blumenfenster mit dem r├Âhrchendschungel doch arg verschandelt. das mit dem blutkreislauf gef├Ąllt mir aber sehr gut, nur, ein bild wollte ich damit eben nicht zeichnen. Philodendron, nat├╝rlich ein ungeheuer, aber ist nicht die gottheit sch├Ânheit und monst(e)r├Âsit├Ąt zugleich? und ist der philodendron nicht ein anschmiegsamer "freund(in) des baums"? den lutscher h├Ątte ich besser aufbauen k├Ânnen; es ist ja auch nur eine erste fassung; eine schnell hingeworfene idee, die ich aber m├Âglicherweise ausbauen werde. deshalb hat mir deine anregung gut gefallen, was den umgang mit den kernen betrifft.





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Brakwaater
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Sorry, aber abgesehen von der unten zitierten Passage kann ich da nichts finden, was nur ansatzweise erotisch erscheint

quote:
eine lippenbl├╝hende Azalee ein anderes mal. Echinocactus, bauchig wie stachlige Br├╝ste, Kindelableger am Fu├če der Pflanze gleich keck aufgestellten Nippeln. Philodendron an einen stab geschmiegt wie eine geschmeidige G├Âttin stehend vereint mit Zeus


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Axen
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ja in der heutigen zeit muss man von "titten" und "blasen" schreiben, um erotisch zu sein. was ist mit der gr├╝nen fruchtbarkeit, dem l├╝sternen lutschen des kerns als ursprung der fortpflanzung? was ist mit schlangen und ├╝ppigen obstverk├Ąuferinnen, die die runden fr├╝chte dem manne geben...?

ihr ferkel...aber worauf springt ihr an? auf die kecken nippel, die ich euch als k├Âder vorsetzte...

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Brakwaater
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Nene, lass mal gut sein, 'titten' und 'blasen' finde ich nicht erotisch, sondern platt und vulg├Ąr.
Aber das verstecken von Andeutungen, die einen erotischen Kontext haben K├ľNNTEN, finde ich eben auch nicht erotisch...
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