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Leselupe.de > Kindergeschichten
Elefanten zählen
Eingestellt am 08. 07. 2003 22:20


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Flitzi
Routinierter Autor
Registriert: May 2001

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Elefanten zählen

Mona drehte sich von links nach rechts und wieder zurück. Sie drückte ihren Teddy an sich und machte die Augen ganz fest zu, einschlafen konnte sie aber trotzdem nicht. Es ging einfach nicht.
Plötzlich fiel ihr ein, dass Oma mal erzählt hatte, dass sie Schäfchen zählte, wenn sie nicht einschlafen konnte. Mit geschlossenen Augen stellte sich Oma eine Schafherde vor, die sie, Schaf für Schaf, über einen Zaun springen ließ und zählte. Dabei wurde sie jedes Mal ganz schnell müde und schlief fest ein. Hmm!? Oma hatte manchmal komische Ideen, aber vielleicht funktionierte es ja doch. Mona beschloss, es einfach mal auszuprobieren.
Sie versuchte sich eine blökende Herde wuscheliger Schafe vorzustellen, aber irgendwie klappte es nicht. Mona überlegte.
Vielleicht lag es daran, dass sie Schafe eigentlich ziemlich doof fand. Viel lustiger fand sie da die Elefanten, die sie mit ihren Eltern im Zoo gesehen hatte.
Sie würde einfach Elefanten zählen, überlegte sie sich und stellte sich eine riesige, trompetende Elefantenherde vor.
In einer langen Reihe standen sie vor dem kleinen, weißen Holzzaun und warteten darauf, losmarschieren zu dürfen. Mona kicherte. Sie konnte sich in ihrem Kopf die lustigsten Dinge vorstellen. Und es war wirklich witzig mit anzusehen, wie hunderte, mächtiggroßer Elefanten sich mit ihren Rüsseln an den Schwänzen des Vordermanns festhielten und aufgeregt warteten, über einen klitzekleinen Zaun zu springen.
Mona kuschelte sich in ihr Kopfkissen und schon konnte es losgehen. Ganz langsam und gemächlich trottete das erste Tier Richtung Zaun. Der ist doch viel zu langsam, dachte Mona und wartete ab, was passieren würde. Doch anstatt zu springen, stampfte der dicke Elefant mit einem geschickten Schritt seitlich am Zaun vorbei und verschwand über die Wiese.
„Das geht doch nicht!“, murmelte Mona ärgerlich und wollte den Feigling gerade zurückholen, als sie sah, dass sich bereits der nächste Elefant in Bewegung gesetzt hatte.
Naja, vielleicht schafft es ja dieser, dachte sie und guckte weiter. Der nächste Elefant, noch ein bisschen dicker und größer als der erste, trabte munter drauf los. Er trompetete laut und kräftig und bewegte sich Energie geladen durchs Gras. Es sah wirklich aus, als wenn er es schaffen würde. Doch als Mona, kurz bevor er den Zaun erreichte, „Spring“ rief, erschreckte er sich dermaßen, dass er angsterfüllt davon galoppierte.
„Oh nein!“, flüsterte Mona und befürchtete, dass Omas Trick mit dem Einschlafen nicht klappen würde, weil die Elefanten gar nicht über den Zaun springen konnten.
Sie überlegte, ob sie doch die Schafe nehmen sollte, als sie sah, dass ein dritter Elefant loslief.
Erwartungsvoll blickte sie ihn an. Klein und grau war er und etwas sportlicher als die ersten beiden, soweit ein Elefant überhaupt sportlich sein konnte. Vielleicht genau der richtige für einen kleinen Sprung über den Zaun. Mona schaute gespannt zu, wie er immer schneller und schneller wurde. Kurz vor dem Zaun war er sogar so schnell, dass sich alle seine vier dicken Füße in die Luft erhoben und er schwebte. Einen kleinen, klitzekleinen Augenblick flog er durch die Luft.
Leider war dieser Moment zu kurz. Der dritte Elefant schafft es auch nicht über den Zaun. Mitten über ihm verlor er an Höhe, krachte mit seinem schweren Gewicht direkt auf ihn drauf und begrub ihn restlos unter sich. Genauso verdutzt wie unglücklich erhob sich der Elefant und betrachtete das Missgeschick. In tausend Stückchen zerteilt und zerquetscht lagen die Holzreste im Gras verstreut. Der kleine Elefant schniefte einmal leise und brach dann in lautes, herzzerreißendes Weinen aus.
Das tat Mona so leid, dass sie beschloss, keine Elefanten mehr über Zäune zu jagen. Diese Zäune waren eben nur etwas für dumme Schafe.
Stattdessen lief sie zu dem, Tränen überströmten, Dickhäuter und nahm in fest in den Arm. Sie drückte ihn, tröstete ihn und fing an, ihm lustige Geschichten über komische Schafe zu erzählen. So viele und so lange, bis sie irgendwann tief und fest einschlief.

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Tanja_Elskamp
Festzeitungsschreiber
Registriert: Jul 2003

Werke: 5
Kommentare: 53
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Eine wunderschöne Geschichte, die mich nicht nur eingeladen, sondern direkt mitgenommen hat und zudem eine so praktische Vorlese- oder Erzählgeschichte, wenn Kinder nicht einschlafen können!

Lieben Gruß,
Tanja

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