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Leselupe.de > Ungereimtes
Elegie einer Brücke
Eingestellt am 06. 06. 2005 23:40


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zyranikum
Wird mal Schriftsteller
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Auf der Brücke, die dem Fluss der Dinge Ausflucht gibt,
Stehe ich und starre verloren in den Tanz der Nebelgeister,
Die unter mir ihre buntgefleckten Kleider wehen lassen.

Auf der Brücke, deren Brüstung scharf wie Messer schneidet,
Stehe ich und greife blindlings nach dem heißgeröteten Metall,
Das sich unter mir mit einem Zischen in die Fluten fallen lässt.

Auf der Brücke, deren Fundament aus gefrorenen Tränen besteht,
Stehe ich und denke an das gegenwärtig wesentlich Erscheinende,
Das sich unter mir nur noch im fahlen Mondlicht zu spiegeln vermag.

Auf der Brücke, deren Weg in die Unendlichkeit zu führen scheint,
Stehe ich und bewege meinen Geist dazu, sich nicht umzudrehen,
Denn unter mir will mein stummes Wesen sich im Wasser lösen.


Auf der Brücke, auf der ein jeder von uns seine Tage verlebt,
Stehe auch ich, doch während all die anderen so wirr umherlaufen,
Will ich nur noch unter mir beobachten, wie mein Leben zerfließt.
__________________
Hohe Geister wollen schaffen, lieben und untergehen...(Nietzsche)

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annes
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Hallo,

das Bild der Brücke an sich als Bild für vielleicht Momente, die entscheidungen fordern zwischen estern heute und morgen finde ich ganz gut. leider hst du es etwas ausgereizt. die häufigen wiederholungen geben dem ganzen eine langweiligen leierton. der leser/zuhörer denkt dann spätesten ab strophe 2: ach ja auf der brücke und so weiter blabla. Obwohl deine Wortwahl und deine Bilder auch danac noch Lraft haben und einen schönen Rythmus. Ich denke, du solltest wirklich nochmal gucken, was das gedicht wirklichausmacht, in welchen bildern wirklich wahrheiten stecken, es also verdichten. Besonders überflüssig wirkt nämlich der schluss. Die Wiederholungen und der etwas platte, kitschige Schlussgeben dem ganzen ein bisschen was von Schülerlyrik. Und darin gehen die schönen ansätzelider unter.

gruß anne

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zyranikum
Wird mal Schriftsteller
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Schülerlyrik? Haste ja voll getroffen, bin ja noch Schüler. Mit den Wiederholungen hast du natürlich recht, wobei "Auf der Brücke..." immerhin nur drei Wörter sind, die man immer wieder lesen muss. Dabei ist es ja jedes mal eine andere Brücke, die beschrieben wird. Das Ende ist kitschig? Immerhin ist es die einzige Strophe die eine Aussage in Bezug auf das lyrische Ich macht und bei Brücken muss ich immer, ich weiß selbst nicht warum, an Selbstmörder denken...
__________________
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annes
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schüler müssen ja nicht immer schülerlyrik schreiben

auch wenn du schüler bist musst du ja nicht unbedingt typische schülerlyrik schreiben. gemeint ist damit eine lyrik mit ziemlich starrer form, die sich thematisch an den ganz großen problemen der welt versucht.
bin auch schülerin.

gruß anne

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casy01
Guest
Registriert: Not Yet

Dies alleine steht sehr GUT für sich

Auf der Brücke, deren Weg in die Unendlichkeit zu führen scheint,
Stehe ich und bewege meinen Geist dazu, sich nicht umzudrehen,
Denn unter mir will mein stummes Wesen sich im Wasser lösen


im Gesamtbild verliert auf-löst es sich leider zu sehr..

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Bernd
Foren-Redakteur
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Ich beschäftige mich gerade mit Elegien. Das Gedicht ist ja nun einige Jahre alt.
Ich denke, die Wiederholungen geben ihm einen besonderen Ton. Sie gefallen mir.
Es ist eines von wenigen Gedichten in der Leselupe, wo "Elegie" drauf steht und eine Elegie im klassischen Sinn versucht wird, zumindest dem Anklang nach.
Aber die klassische Elegie besteht aus Distichen, aus Zweizeilern. Hier haben wir dreizeilige Strophen in teilweise elegischem Ton.

Ist es noch eine Elegie? Oder sprengt es schon die Grenzen?
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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