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Leselupe.de > Krimis und Thriller
Elisabethenheim
Eingestellt am 17. 11. 2004 22:26


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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„Nat├╝rlich wollte ich sie nicht umbringen!" Die Verhandlungen in Sachen Elisabethenheim ./. Tetzlaff hatten begonnen. Rosemarie Tetzlaff hatte die Anklage vernommen und sah dem hohen Gericht unschuldig in die Augen.
„Wie ist es m├Âglich, dass ausgerechnet Sie als Lieferant f├╝r das Mittagessen des Altenheims angefordert wurden?
Hatten Sie ├╝berhaupt eine Berechtigung dazu?"
„Eine Berechtigung, eine Berechtigung!" Rosemarie zog tief die Luft durch ihre Nasenl├Âcher. „Mein Gott, ich bin eingesprungen. Es war ein Notfall!"
„So kommen wir nicht weiter! Bitte schildern Sie dem Gericht ausf├╝hrlich von Anfang an, wie es soweit kommen konnte, dass von den 120 Bewohnern des Altenheims, jetzt nur noch 80 leben!"

„Also ich f├╝hle mich nach wie vor unschuldig!
„Ich bin ein alter Hase hier im Altenheim. Meinen Pflegeberuf hier f├╝hre ich schon 25 Jahre aus. Glauben Sie nur nicht, dass ich deshalb auch nur eine Gratulationskarte von der Leitung bekommen h├Ątte!" Rosemarie atmete schwer.
„Zur Sache bitte!"
„Es ist in all den Jahren nicht vorgekommen, dass in der K├╝che unseres Heims das Essen so total versalzen war, dass es ungenie├čbar wurde und da bin ich eben eingesprungen. Ich hatte zu Hause noch ein Fass mit milchsauer vergorenen Bohnen und eigentlich mochte sie keiner aus meiner Familie. Der Koch freute sich ├╝ber meinen Vorschlag, diese als Ersatzessen anzubieten. Und sie haben auch allen supergut geschmeckt. Ich habe mich wirklich gefreut, als die alten Leute sagten: Endlich gibt es mal was anderes, als immer diesen Einheitsbrei!
Sie glauben gar nicht, wie die gel├Âffelt haben. Der alte Hinrich zum Beispiel wollte drei mal Nachschlag hat mir die Kollegin erz├Ąhlt."
„Das war dann auch wohl der, der als erster von dieser Welt scheiden musste!"
Rosemaries Augen f├╝llten sich mit Tr├Ąnen. „Es war so eine traurige Beerdigung. Den Hinrich mochten wir alle so sehr!"
„Frau Tetzlaff, k├Ânnen Sie sich wirklich noch an die Beerdigung vom alten Hinrich erinnern? Wo danach noch 39 Beerdigungen im gleichen Monat stattfanden?" Frau Tetzlaff schluckte und gab kleinlaut zu verstehen,
dass sie bei allen weiteren Beerdigungen nicht mehr anwesend war. Man bat sie an der Seite neben ihrem Verteidiger Platz zu nehmen und bat den n├Ąchsten Zeugen herein.

Nach der Vereidigung berichtete der Koch des Heims, Werner Kr├Âll, ├╝ber den Notfall in seiner K├╝che, Er wirkte leicht versch├╝chtert und entschuldigte sich f├╝r sein Vergehen, das Essen versalzen zu haben.
„Hatten Sie keine anderweitigen Vorr├Ąte? Warum mussten Sie sich an Frau Tetzlaff wenden? Sie hatte mit der K├╝che doch ├╝berhaupt nichts zu tun!"
Verlegen nagte der Koch an seiner Unterlippe. „Nein,", sagte er, „nicht wirklich! Zuf├Ąllig bekam sie es mit und bot uns dieses Gesch├Ąft an und sie wollte auch kein Geld. Sie w├Ąre froh, wenn sie den Topf los w├Ąre, sagte sie.
„Aber das muss ihr doch sehr viel Arbeit gekostet haben! Kam Ihnen das nicht komisch vor?"
„Nicht wirklich!" verlegen r├Ąusperte sich Herr Kr├Âll und man bat ihn, in den hinteren Reihen Platz zu nehmen.

Sabine betrat den Raum und nahm polternd Platz.
„Waren Sie an dem besagten Tag in der K├╝che, als das Essen versalzen wurde?" Sabine warf einen Seitenblick
auf ihren Chef und gab zu, dass sie an jenem Tag ├╝berhaupt nicht in der K├╝che anwesend war.
„Warum nicht?" ging die Frage an sie. „Ich hatte Eink├Ąufe zu erledigen!"
„Dann befand sich also der Chef allein in der K├╝che?"
„Wird wohl!", meinte Sabine und „Mehr wei├č ich auch nicht!"
„Gibt es noch einen Zeugen? Dann soll er hereinkommen!"
Frau Terneuzen betrat den Raum und nahm Platz.
„Ich bin die Angeh├Ârige der verstorbenen Frau Terneuzen und wundere mich ├╝ber die zahlreichen Todesf├Ąlle in der letzten Zeit in dem Heim. Ich kann da nur dem Koch die Schuld geben. Denn das kann nicht normal sein.
Meine Mutter war eine von denen, die zuletzt verstorben sind und ich finde, das muss mal gesagt werden! Ich kenne diesen Koch nicht pers├Ânlich, aber er hat 40 Leute auf dem Gewissen."
„Sie wissen aber, wer hier auf der Anklagebank sitzt?"
Zu dieser Frage nahm Frau Terneuzen keine Stellung und sie fuhr fort: „Eines w├╝rde mich allerdings interessieren und deshalb bin ich auch gekommen: Isst der Koch ebenfalls das, was er kocht? Dann m├╝sste er doch krank sein, oder?"
Frau Tetzlaff sprang auf und umarmte den Koch und fragte: „Sag nicht, dass du davon gegessen hast!"
„Ich esse immer von dem, was ich koche!"



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carolin
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arbeite selbst im altersheim hat mir spa├č gemacht das zu lesen. w├╝rde gerne wissen wie es weiter geht gru├č carolin.

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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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hallo carolin,

wie k├Ânnte es denn weitergehn? Sie ist unschuldig, die Bohnen waren in Ordnung. Die alten Leute sind gestorben, weil sie das Alter daf├╝r hatten. Sie zieht mit dem Koch zusammen, den sie liebt und der Koch kann keine Nacht ruhig schlafen, weil er denkt: Hat sie mich heute vergiftet?

liebe Gr├╝├če

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