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Leselupe.de > Kindergeschichten
Elvira, die Hagebuttenmaus
Eingestellt am 10. 12. 2014 00:34


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ThomasWuerttemberger
Wird mal Schriftsteller
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19.08.2014

Elvira, die Hagebuttenmaus


Elvira lag unter einer Tanne im Park und freute sich ├╝ber ihren gro├čen Erfolg.
Es geschieht nicht oft im Leben, dass einem dieser buchst├Ąblich vor die F├╝sse geschmissen wird, noch dazu, wenn man eine unscheinbare, kleine, graue Maus ist.
In der vorhergehenden Nacht wurde sie in einem Lebensmittelgesch├Ąft eingeschlossen und suchte in allen Abteilungen wonach sie sich am meisten sehnte, nach Hagebutten. Doch nirgendwo gab es welche. In der Obstabteilung gab┬┤s N├╝sse, auf dem Boden lagen drei Salatbl├Ątter und eine M├Âhre. In der K├Ąseabteilung hatte die Verk├Ąuferin eine kleine K├Ąseecke liegen lassen, aber weit und breit gab┬┤s keine Hagebutten. In der Kaffeeabteilung schlie├člich wurde sie f├╝ndig; zumindest hielt sie das Bild auf einer der Kaffeepackungen f├╝r eine Hagebutte und machte sich sogleich ans Werk. Die halbe Nacht ├╝ber nagte sie an der Verpackung in stiller Vorfreude bis sie pl├Âtzlich von einer Flut herabst├╝rzender Kaffeebohnen mitgerissen und darunter begraben wurde. Ihr war schwarz vor Augen und es lag ein so schweres Gewicht auf ihr, dass sie sich aus eigener Kraft nicht befreien konnte.
Vor Ersch├Âpfung schlief sie ein und wurde Stunden sp├Ąter unsanft von einem Besen geweckt der die Hinterlassenschaft vom Boden wegkehrte. Der Besen geh├Ârte Frau Mayer, der langj├Ąhrigen Putzfrau des Gesch├Ąftes. Jeden Morgen bevor der Laden ├Âffnete, fegte sie die G├Ąnge und wischte anschlie├čend feucht nach. Dreissig Jahre tat sie das nun, Tag f├╝r Tag, au├čer Sonntags, Woche f├╝r Woche, Jahr f├╝r Jahr. Sie h├Ątte gern einmal ein Lob erhalten oder eine anerkennende Bemerkung geh├Ârt, aber weder die Kundschaft noch Herr Gandolf der Ladenbesitzer, konnten oder wollten ihr diesen Wunsch erf├╝llen.
Als sie den Kaffeebohnenhaufen auf die Kehrschaufel schieben wollte, guckte die Spitze von Elviras Schw├Ąnzchen heraus. Mit einem gellenden Schrei wich Frau Mayer zur├╝ck, lie├č Besen und Schaufel fallen und versteckte sich zitternd hinter dem gegen├╝berstehenden Marmeladenregal. Von dem Schrei wurde Elvira wach. Dank Frau Mayers Vorarbeit war der Kaffeebohnenberg kleiner geworden und sie konnte sich jetzt freischaufeln.
Als sie, noch etwas benommen, am Nachbarregal vorbeitrippelte, h├Ârte sie erneut einen markersch├╝tternden Schrei und etwas st├╝rzte mit ohrenbet├Ąubendem Knall und zerberstenden Scherben direkt neben ihr nieder. Eine rote, s├╝sse herrlich duftende feuchte Masse breitete sich vor ihr aus. Hagebuttenmarmelade! Die gute Frau Mayer hatte versucht, den Eindringling mit dem n├Ąchstbesten erreichbaren Gegenstand zu erschlagen. Zu ihrem Entsetzen ging der Wurf daneben, mindestens um drei Zentimeter. Laut schreiend und voller Panik, st├╝rmte sie aus dem Laden und ├╝berliess Elvira das Feld. Die schleckte nun soviel von der Marmelade bis sie fast platzte und sich nicht mehr bewegen konnte. An Ort und Stelle schlief sie inmitten der Marmeladenmasse ein. Herr Gandolf musste nun Frau Mayer beruhigen, die immer noch, schreiend, draussen vor der T├╝r stand und sich weigerte auch nur einen Fu├č in den Laden zu setzen. Sie h├Ątte ihr bestes versucht, dieses ekelhafte Tier zu erledigen, der Wurf sei aber wohl daneben gegangen und nun w├╝rde das Untier sicherlich durch den Laden krabbeln und sich an ihr r├Ąchen wollen. So ging Herr Gandalf alleine durch den Laden und entdeckte, nach eingehender Wegbeschreibung Frau Mayers, den Ort der Untat. Er fand die Maus in der Marmelade und den Glasscherben regungslos liegen und lobte Frau Mayer jetzt in den h├Âchsten T├Ânen. Ganz offensichtlich h├Ątte sie getroffen, der Maus mit einem einzigen, vernichtenden Wurf, den Gar aus gemacht. Er schob die Maus in Marmelade auf die Schaufel und warf sie unter eine Tanne, die unweit vom Laden in einem kleinen Park stand. So bescherte der Himmel an diesem Morgen zwei Erdbewohnern deren gr├Â├čte W├╝nsche.

Ende
__________________
TS

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