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Leselupe.de > Science Fiction
Elysium
Eingestellt am 14. 08. 2005 21:18


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Zadera
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Sep 2002

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Elysium

„Martinim, bist du schon wach?“, erklang die Stimme seiner g-Mutter aus dem virtuellen Generator.
„Ja!“, antwortete er hastig und wandte sich dann an den Holospiegel: „Blaue Haare, hab ich gesagt...noch etwas dunkler, und länger.“
„Hörst du, geh zur Schule! Wir sind nicht nach Elysium gezogen, damit du dich unten im Hades rumtreibst, bei den ganzen Mutan und anderen Antis!“
Martinim betrachtete nachdenklich sein Holo. Sein Gesicht war noch etwas blass und schmal, aber er hatte jetzt keine Zeit mehr. Die violetten Augen waren dafür umso besser gelungen.
Ob es Kresteina gefallen würde? Letztes Mal hatte sie ziemlich verwirrt gewirkt. Lag wohl daran, dass sie von der Erde kam.
„Und vergiss den Lokatorchip nicht wieder! So, ich muss los, ich melde mich!“, sagte g-Mutter.
Er nickte kurz und der virtuelle Generator trennte die Verbindung. Sofort zerrte Martinim an seiner grauen Schuluniform, die sich von seinem Körper löste, und wählte mit einer Handbewegung andere Kleider. Dann trat er an den virtuellen Generator und befahl: „Projekt FEE aktivieren.“
Der Generator scannte summend seine Iris und mit einem leisen Klicken fielen mehrere rosa Pillen in den Trichter. Vorsichtig füllte Martinim sie in einen kleinen Beutel. Er ging zur Ablage und wählte den Chip für sein Board, den Money und den Funchip. Nach kurzem Zögern nahm er auch den Gelben, für Standort und Nachrichten. Er presste die Chips in Kontakte an seinem Unterarm. Bevor er Kresteina traf, hatte er noch eine dringende Lieferung zu machen. Schnell nahm er sein AntiGravBoard und sprang aus dem Fenster.

***

Eilig verließ Emelai die Schwebebahn. Der Himmel unter den Kuppeln war grau, passend zu ihrer Stimmung. Emelai bereute, dass sie diesen Verbrecher noch immer nicht gefunden hatte. Hoffentlich vergab der Richter ihr Versagen. Dieser kleine Hades Mutan, der ihr immer wieder entkam! Schon wenn sie seinen Namen hörte! Riven, der Schatten, nannte er sich. Einfach lächerlich! Woher kam er nur an diese neue Droge?
Ihre Füße trugen sie von selber in die Halle der Erkenntnis. Hier und da begrüßte Emelai ein anderes Mitglied der EROS Truppe mit einem leichtem Nicken. Ihre Gedanken wurden ruhiger als sie ihren Platz einnahm.
Leise Musik ertönte und die Flügel des großen Tores am vorderen Ende öffneten sich. In wallende rote Gewänder gehüllt betrat der Richter Minos die Halle. Die Augen der versammelten EROS Truppen folgten ihm und alle Gespräche verstummten.
„Erkenne dich selbst!“, sprach Minos und breitete seine Arme aus.
Emelai fiel auf die Knie. Ihr war vergeben worden.
Sie stimmte in den Sprechgesang ihrer Brüder und Schwestern ein: „Elysium! Elysium! Elysium!“
Der rote Richter drehte sich um und schwebte aus dem Raum. Als zischend das Gas einströmte, atmete Emelai tief ein.
„Elysium! Elysium!“
In ihrem Leben hatte Emelai nur einen Fehler gemacht. Sie hatte ihre Eierstöcke an die Erde gespendet.

***

Martinim hing gerade hinter einem großen Schweber, und so sah er die Sperre nicht. Als sein Board den Boden berührte sprang er ab und stellte sich gerade vor den Soldaten hin.
„Es tut mir leid“, sagte er sofort, „es ist verboten, sich dranzuhängen, ich weiß.“
Mit kalten schwarzen Augen betrachtete ihn der EROS Mann.
„Er kommt in Verwahrung. Durchsucht ihn!“, bedeutete der Soldat einen Helferandroiden.
Martinim schloss die Augen. Er würde Kresteina nie wiedersehen.
„Was haben wir denn hier schönes?“, rief der EROS Soldat, als der Androide ihm den Beutel mit rosa Pillen gab.

***

„Emelai!“
Sie loggte sich unwillig aus dem Net.
„Was denn?“, fragte sie, „Ich versuche gerade meine Tochter zu erreichen...“
Tochter. Das Wort schmeckte fremd.
Der Soldat nickte: „Oh, ja. Wir haben einen FEE Lieferanten gegriffen...“
„Riven?“, erkundigte sich Emelai sofort.
Ihre Hände ballten sich unwillkürlich zu Fäusten.
„Nein. Ein Junge, 16 Standard. Sein Name ist Martinim...“, stotterte er.
„Bringt mich zu ihm!“

***

„Ich muss es bekommen, ich muss, ich muss...jetzt sofort!“, murmelte Riven immer wieder, „FEE, die gute FEE! Martinim, wo bist du?“
Riven ließ sich zu Boden gleiten. Ihm war so schlecht.
„Verdammter Hades Mutan!“, fluchte jemand.
Verschwommen sah er sein eigenes Spiegelbild. Sein Haar war zu strähnig, die Augen glänzten hell. Er wischte sich über die schweißnasse Stirn.
„Mann, schau ich Scheiße aus! Ich glaub ich muss kotzen.“, flüsterte er und würgte.
Als der Aufzug hielt, stolperte Riven hinaus. Ebene 23. So weit oben war er noch nie gewesen. Aber er achtete nicht auf seine Umgebung. Es war nur wichtig, dass er irgendwie diesen Martinim fand. Und das FEE. Ja, vor allem das FEE. Er stolperte durch den Einkaufspark und bekämpfte die Werbehologramme.
„Und, was bedeutet das?“, hörte er eine Stimme fragen.
Er wandte sich um und sah ein Mädchen.
Sie sprach mit dem Hologramm Security is applied paranoia, das vor ihr flackerte.
Riven lächelte. Wenn er Martinim richtig einschätzte, dann würde das FEE bald hier sein.

***

Emelai brachte den Gefangenen zur Halle. Sie überflog gerade den dritten Bezirk, als ihr Blick auf das stumme Holofern fiel.
„Riven! Das kann nicht sein. Eine Geiselnahme?“, sagte sie ungläubig.
„Kresteina!“, rief der Gefangene.
„Woher..?“
Emelais Blick fiel auf das Mädchen, dass Riven festhielt.
„Meine Tochter!“
Sie lenkte den Schweber im Sturzflug nach unten.

*****

Kresteina schaute auf, als die Frau ihr ein Tuch gab.
„Drück das auf deine Wunde.“
„Wie geht es meiner Mutter? Martinim?“, fragte Kresteina.
„Hättest du was dagegen, wenn wir auf die Cam warten?“
Die Frau lächelte. Sie schien recht nett zu sein, und da Kresteina nicht wusste, was ein Cam war, nickte sie.
„Da kommt es schon!“, rief die Frau aus und ein eigenartiges Gerät schwebte auf sie zu.
Kresteina schob einen der Metalarme beiseite.
„Was ist es?“
„Es überträgt Daten ins Net.“, erklärte die Frau, „Oh, und immer in die Linse schauen.“
Ein Mann streckte Kresteina seine Hand hin: „Ich bin Barry. Das is Veronika. Wir führen das Interview. Bist du fertig Ver?“
„Ja“
„Dann beginnen wir! Sag mal Ver, was genau ist hier passiert?“
„Oh, schwer zu sagen. Aber ganz unglaublich. Ein Drama! Es gab Tote!!“
Ver klimperte mit den Wimpern.
„Was wirklich?“, fragte Barry fasziniert, „wirkliche, echte Tote? Das glaube ich nicht!“
„Oh, doch! Ganz echt. Zumindest die EROS Frau.“
„Eine EROS Frau? Ist gestorben? Das wird doch Konsequenzen haben? Gewiss!“ Barry nickte kurz: „Dazu später mehr. Aber nun zu dem Jungen...wer ist er?“
„Das wissen wie auch nicht! Aber soweit ich erfahren konnte, gibt es Memory Daten!“
„Das heißt er ist nicht tot?“
„Oh, doch. Ziemlich tot. Seht doch das viele Blut!“, zwitscherte die Frau.
Kresteina biss sich auf die Lippen. Martinim!
Ver rief: „In ein paar Monaten ist sein Klon fertig!“
Barry grinste und klatschte in die Hände.
„Wir werden warten...was ist mit dem Hades Mutan? Der an allem Schuld ist?“
„Der lebt! Ja, wirklich! Er heißt Riven.“, verkündete Ver begeistert.
„Was wird mit ihm passieren?“
„Oh, den bekommen die EROS. Der rote Richter wird persönlich...“
Barry hob eine Hand: „Na, dann wünschen wir ihm viel Glück!“
Plötzlich richteten sich die Scheinwerfer auf Kresteina.
„Schaut, das ist die Geisel! Sie kommt von der Erde. Kleine, was hältst du von Elysium?“
„Elysium?“
„Ja, was sagst du von unserer schönen Stadt?“
Kresteina blickte in die Cam. Ihre Augen waren groß und dunkel.
„Schön? Ich glaube, ich habe mich verlaufen.“

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jon
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Mein Grundproblem mit diesem Text ist das absolute Nicht-Vorhandensein von Atmosphäre. Das trifft sowohl auf das Set zu (ich sehe/fühle die Stadt nicht), auf die Handlung (glaubwürdig aber hochgradig unspannend) und auf die Personen (sie sind pure Handlungsträger und – bis auf zwei Ausnahmen * – keine Charaktere)

* Eine Ausnahme ist der vorletzte Satz, der Kresteina den Hauch eines verletzbaren, ein wenig naiven Fabelwesens verleiht. Die andere die Charakterisierung der Reporter bzw. eigentlich nur die Charakterisierung ihrer Art der Berichterstattung.



Daneben gibt es noch Details, die mich – weniger als die fehlende Atmosphäre, aber dennoch spürbar – stören:
* Was bitte ist "virtueller Generator"? "Virtuell" heißt so viel wie "simuliert" – wie kann ein simulierter, also nicht wirklich existenter Generator irgendwas generieren?
* Was ist eine g-Mutter?
* „Sofort zerrte Martinim an seiner grauen Schuluniform, die sich von seinem Körper löste,…" … na dann hoffe ich, dass sich in Eylsium niemand prügelt oder beim Stolpern an jemand andrem festhält – wäre peinlich, plötzlich in Unterwäsche dazustehen.
* „Er ging zur Ablage und wählte den Chip für sein Board, den Money und den Funchip." Das sind ZWEI Chips. Und: Um Himmels willen – wieso muss man sich entscheiden, ob man "Money" mitnehmen will und ob "Fun" haben will (das sollte standardmäßig eingebaut sein, oder etwa nicht?) und was bitte stünde denn noch zu Wahl?
* Wie kommt ein 16-jähriger Schüler an die offenbar einzige Version eines Programmes, das Drogen synthetisiert? Und: Wieso ist Riven ein sooooo schlimmer Verbrecher – in der Story kommt er in erster Linie als Junkie daher.
* „Emelai bereute, dass sie diesen Verbrecher noch immer nicht gefunden hatte." Da man nur etwas bereuen kann, was man tat, und nicht, was eben mal so passierte, hat sie also mindestens einen Fehler gemacht. Also war es nicht ihr einziger Fehler, als sie ihre Eierstöcke verkaufte.
* Was is'n das für eine krude Story mit der Tochter? Wenn es legal ist, zu erfahren, wer die Kinder sind, die aus den gespendeten Eier entstanden, wieso redet dann Emelai von "der Tochter" – sie müsste hunderte haben. Wenn es nicht legal ist – was mir logischer erschient – dann ist das gleich noch ein Fehler (sie ist schließlich Polizistin!)…
* Was is'n das für ein mystisches Theater mit dem "roten Richter"?
* Was heißt "EROS" in deinem Text?
* Was heißt "FEE"?
* „Sie überflog gerade den dritten Bezirk, als ihr Blick auf das stumme Holofern fiel. " … auf was fiel ihr Blick?
* Was is'n das für eine seltsame Wendung mit dem Klonen?
…und schließlich noch:
* Kresteina hat sich verlaufen? Wo? Wann? Wo wollte sie denn hin?
__________________
Es ist nicht wichtig, was man mitbringt, sondern was man dalässt (Klaus Klages)

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dan
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2000

Werke: 1
Kommentare: 84
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hallo zadera!

ziemlich verwirrend die geschichte...
sie lebt stark vom dialog, was nicht immer falsch sein muss! da aber kaum mehr als die dialoge vorherrschen, weiß man allerdings kaum wer spricht - der name ist klar, steht dabei, aber WER ist das denn? die charaktere werden praktisch gar nicht gezeichnet.
das mit der tochter hab ich überhaupt nicht kapiert... und die szene mit dem richter erinnert stark an eine spirituelle einlage von trash-filmen wie 'judge dread' oder 'demolition man'.

mein vorschlag: füge mehr informationen über die charaktere, die schauplätze und die ungewöhnlichen bezeichnungen (g-Mutter, Holofern, ...) hinzu, damit alles verständlicher wird.
das SF von irgendwelchen neuartigen gerätschaften leben mag, kann sein, wenn diese eine wichtige rolle in dem plot spielen. das ist hier aber nicht der fall. also: weglassen. oder namen verwenden, die man nicht erklären muss (visiphon, verkehrregulator, etc.).

gruß dan

__________________
(c) by dan

ein gutes buch genügt

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