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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Embedded words: Gezielte Tötung
Eingestellt am 29. 12. 2016 14:44


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Kassandro
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Alles entscheidet sich in den Köpfen. Durch das, was durch Augen und Ohren hineinkommt. Sogar Kriege. Der Vietnamkrieg wurde in den Köpfen entschieden. Er fand ein Ende, weil freier Journalismus in Wort und Bild über ihn berichtete. Da wollten die Menschen in den USA einfach nicht mehr. Die Politik hat dazugelernt. Seit dem Irakkrieg 2003 gibt es embedded journalists, (engl. to embed „einbetten“, „integrieren“), die für das begehrte Privileg, von vorderster Front berichten zu können, den Preis zahlen, eine gewünschte Perspektive zu vermitteln. Ich bin der Meinung, dass im medialen politischen Diskurs Wörter auftauchen, einfach nur Wörter, die genau wie diese journalists funktionieren. Sie arbeiten zielstrebig an der Perspektive, mit der Wirklichkeit aufgenommen wird in die Köpfe. Denn in den Köpfen fallen die Entscheidungen.
Dies ist die Begründung für meine Wortkreation embedded words und dafür, dass ich sie zur Überschrift für Glossen zur sprachkritischen Betrachtung solcher Wörter wähle.



Gezielte Tötung


Die Erstbegegnung mit dem Wort „gezielte Tötung“ kann irreführen. Töten bedeutet ja ganz allgemein das Auslöschen von Leben und die eher ungewöhnliche Substantivierung könnte man auf Tiere bezogen verstehen wie in den Schlagzeilen nach Ausbruch der Vogelgrippe: „Tötung von 30.000 Hühnern in Schleswig-Holstein“ (dpa). Von Schlachtung zu reden, verbietet sich in einem solchen Fall; das Wort ist der Tiertötung zum menschlichen Verzehr vorbehalten. Für diesen Spezialfall gibt es im Deutschen ein Spezialwort: die Keulung. Aber welche Vorstellungen würde das alte Wort im Zeitalter der Massentierhaltung wecken? Daher, um Missverständnisse zu vermeiden, lieber allgemein: Tötung. Das Spezialwort gezielte Tötung allerdings gehört hier nicht hin. Es bezieht sich auf Menschen.

Wenn das klar ist, so wird die nächste Vermutung sein, dass es sich nur um Juristendeutsch handeln kann. In der Tat kennt das Strafrecht Tötungsdelikte. Wer sich für den ethischen Diskurs über Sterbehilfe interessiert, kennt den Straftatbestand der Tötung auf Verlangen. Geläufiger ist ein anderer: die fahrlässige Tötung. Er wird oft verhandelt, weil Menschen unweigerlich Fehler machen und in einer technischen Umwelt voller Gefahrenquellen solche Fehler völlig unbeabsichtigt tödliche Folgen haben können. Das hat deutlichermaßen nichts mit gezielter Tötung zu tun, führt aber auf ein Abgrenzungskriterium. Das Wort gezielte Tötung sagt als solches aus, dass sie nicht unbeabsichtigt sein kann, sondern vorsätzlich erfolgt. Es sagt weiter aus, dass sie nicht spontan, aus einem Affekt heraus, geschieht, sondern geplant ist. Allein der Wortlaut weist auf Merkmale, die fragen lassen: Warum spricht man nicht von Mord?

Das deutsche Recht kennt den Begriff gezielte Tötung nicht. Auch im kodifizierten Völkerrecht, im Kriegsrecht, worauf allmählich zu tippen ist, kommt das Wort nicht vor; es kennt und verbietet allerdings das Attentat, d.h. die gezielte Beseitigung unliebsamer Staatsführer anderer Länder. Gezielte Tötung bezeichnet eine staatliche Praxis jenseits allen Rechtes. Es ist eine Wortkreation derer, die diese Praxis betreiben und Völkerrechtler diskutieren sie notgedrungen unter dieser Bezeichnung. Die Zielpersonen der tödlichen Attacke sind nicht Kombattanten in einem Krieg, sie sterben nicht im Kampf und nicht auf irgendeinem Schlachtfeld, sondern da, wo der Anschlag günstig erscheint, öfter auf dem Boden eines am Konflikt unbeteiligten Landes. Ausführende sind Geheimdienste, militärische Sonderkommandos, beauftragte Sicherheitsfirmen.

Gezielte Tötung ist die wörtliche Übersetzung von targeted killing. Das Englische kennt viele Begriffe für „Ziel“. Beim Nomen target, das auch Zielscheibe bedeutet, und dem Verb to target steht das Ins-Visier-Nehmen im Vordergrund – es geht um ein Töten, dem ein Ausspähen und Abpassen eines Zeitpunktes vorausgeht, an dem das Opfer arglos und ungeschützt ist. Bleibt man in deutschen Rechtskategorien, so ist damit präzis das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt. Das Wort gezielte Tötung erweckt den Eindruck, als sei ein solches „Ausschalten“ anvisierter Einzelner eine präzise, nur sie betreffende Aktion. Dies ist leider nicht der Fall. Die zunehmend angewandte Methode des Drohnenangriffs fordert fast immer weitere Opfer, oft gänzlich unbeteiligte Zivilisten. Nach deutschem Recht entspricht das einem weiteren Mordmerkmal des StGB: „mit gemeingefährlichen Mitteln“. Menschenrechtsorganisationen wie amnesty international vermeiden den Terminus gezielte Tötung und laufen Sturm gegen „ungesetzliche bzw. extralegale Hinrichtungen“.

Das Wort gezielte Tötung fungiert in unseren Massenmedien als parteilich verwendeter Euphemismus. Ein Beispiel mag es klar machen. Am 17. Oktober 2001 wurde in einem Jerusalemer Hotel der israelische Politiker Rechawam Seewi, der gerade als Tourismusminister aus dem Kabinett Scharon ausgetreten war, von einem palästinensischen Kommando durch drei Kopfschüsse umgebracht. Das Motiv war, dass Seewi mit seiner rechtsradikalen Nationalen Union für eine vollständige Vertreibung der Palästinenser eintrat, die er als „Läuse“ und „Krebsgeschwür“ bezeichnete. Die deutsche Presse sprach zutreffend von einem Mord. Am 22. März 2004 wurde der Palästinenser Scheich Ahmad Yasin durch drei Hellfire-Raketen eines israelischen Hubschraubers in Gaza-Stadt umgebracht, als er gerade eine Moschee verließ. Acht weitere Personen starben, darunter zwei seiner Söhne, 15 weitere Personen wurden verletzt. Das Motiv war, dass der fast blinde Rollstuhlfahrer das geistliche Oberhaupt der israelfeindlichen Hamas war. Die deutsche Presse sprach von einer gezielten Tötung. Die Verwendung des Wortes folgt der Logik des Freund-Feind-Denkens, in dem ein und derselbe Sachverhalt, den man beim Feind auf das Schärfste verurteilt, auf der eigenen Seite beschönigt und gerechtfertigt wird.




Version vom 29. 12. 2016 14:44
Version vom 02. 01. 2017 18:54
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CPMan
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Hallo Kassandro,

vorab:

targeted killing statt

quote:
targetet killing

Insgesamt gefällt mir dein Schreibstil hier schon besser als im von mir kommentierten Beitrag zu 'Elite'. Ich finde, dass du einige interessante Aspekte des Begriffes aufgreifst und sie auch anschaulich erklärst. Ein bißchen fehlt mir allerdings der rote Faden, erst geht es um Keulung, dann kommt der anglophone Aspekt mit rein, zum Schluss die Heuchelei hinsichtlich der Benutzung des Begriffs.

Da deine Texte in wissenschaftlicher Manier geschrieben sind, möchte ich noch sagen, dass sie m.E. stark an Glaubwürdigkeit gewönnen, wenn du auch Quellen angäbest.

Ein Beispiel:

quote:
Die deutsche Presse sprach zutreffend von einem Mord.

oder

quote:
Die deutsche Presse sprach von einer gezielten Tötung.

quote:
Die deutsche Presse
ist mir als Begriff viel zu vage. Ich möchte wissen, welche Zeitung genau wann welchen Begriff benutzt hat. Ansonsten würde ich den Abschnitt als fragwürdig empfinden.

Trotzdem finde ich die Idee zu Embedded Words nach wie vor spannend und du kannst davon ausgehen, dass ich auf den nächsten Beitrag gespannt bin.

LG,

CPMan







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Kassandro
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Antwort an CPMan

Lieber CPMan,

herzlichen Dank für das Interesse und die Hinweise.

Mein Thema und „roter Faden“ ist wieder allein die Erkundung eines Wortes.
Gezielte Tötung führt allerdings zu recht ernsten Realitäten. Zum Nachdenken übers Töten anzuregen ist auch meine Absicht. Wenn der Leser auf dem angebotenem Gedankenweg bei der Ausschaltung gefährlicher Menschen angekommen ist und sich an den Anfang, die Keulung von Tieren, erinnert, die ja auf Verdacht hin, präventiv erfolgt, um einer Gefahr vorzubeugen, wenn er sich nach dem Unterschied der Tötung von Tieren und Menschen fragt, dann ist mein Ziel erreicht.

Nein, das ist kein wissenschaftlicher Text, das ist eine Glosse. Dahinter steht natürlich eine Recherchearbeit. Aber in Glossen gehören keine Fußnoten. Skepsis, ob Behauptungen wirklich stimmen, ist sogar erwünscht – dann macht man mal eine Stichprobe, was im Zeitalter der Suchmaschinen wirklich kein Kunststück ist. In keiner halben Stunde ist dann das Folgende beisammen:

Hamburger Morgenpost, Mittwoch 17.10.2001,
17:09 Palästinensischer Mord an Seewi stoppt Friedensbemühungen (Schlagzeile)
„Palästinensische Extremisten haben am Mittwoch in Jerusalem den rechtsgerichteten israelischen Tourismusminister Rechawam Seewi ermordet und damit alle Bemühungen um eine Beendigung des blutigen Konflikts in Nahost bis auf weiteres zunichte gemacht.“
(diese dpa-Meldung findet sich in x Zeitungen so übernommen)

SPIEGEL Donnerstag,18.10.2001
Nach Ministermord Führendes Fatah-Mitglied getötet (Schlagzeile) Drei Palästinenser sind in Bethlehem bei der Explosion ihres Autos getötet worden. Nach dem Tod des israelischen Ministers Seewi rechnen politische Beobachter mit einer größeren israelischen Offensive und der Tötung mutmaßlicher Extremisten.

FAZ 19.10.2001 Naher Osten Neue Welle der Gewalt (Schlagzeile) Nach der Ermordung des israelischen Tourismusminister Rechawam Seewi durch radikale Palästinenser am Mittwoch ist die Gewalt im Nahen Osten wieder eskaliert.

***

Israel tötet Hamas-Gründer Jassin (Schlagzeile) Jetzt wächst im jüdischen Staat die Angst vor einer neuen Terrorwelle
(c) DIE ZEIT 24. März 2004, 12:31 Uhr Quelle: ZEIT.de, 22.3.04
Während in Israel nun die Angst vor der nächsten Terrorwelle oder einem Mega-Anschlag wächst, wurde in den Medien der Sinn der Tötungsaktion hinterfragt.

SPIEGEL 54/2004 (Jahreschronik)
„Palästinensische Selbstmordattentate, israelische Vergeltungsschläge - mit der gezielten Tötung der Hamas-Führer Scheich Jassin und Abd al-Asis al-Rantissi ist die Gewalt im Nahen Osten weiter eskaliert.“

FOCUS Hintergrundbericht (übernommen von dpa) „Nachdem Israel Scheich Jassin ein Jahr später gezielt getötet hatte, stieg Al-Sahar in den Führungszirkel der Hamas auf.“

WDR Stichtag 22. März 2004 - Ahmad Scheich Yassin stirbt nach einem Angriff
„Israel beginnt, Islamisten-Führer gezielt zu töten. Im Fokus steht bald Ahmad Scheich Yassin, der weiter provoziert. Am 22. März 2004 wird er bei einem Angriff mit drei Hellfire-Raketen in Gaza-Stadt getötet. Tausende Palästinenser begleiten den Trauerzug. Nahost-Expertin Margret Johannsen glaubt nicht, dass die gezielte Tötung von Hamas-Führern Israel mehr Sicherheit gebracht hat. "Sie wurden als tickende Bombe bezeichnet. Damit hat Israel ihre völkerrechtswidrige Liquidierung begründet, aber weitere Anschläge nicht verhindert", sagt Johannsen vom Institut für Friedensforschung in Hamburg. Auch der damalige UNO-Generalsekretär Kofi Annan verurteilt den Angriff. Vor dem UN-Sicherheitsrat wird Israel jedoch nicht verurteilt, weil die USA ein Veto einlegen.“

Du siehst, dass das bereits den Rahmen der üblichen Autorenkommentare sprengt und auf Kosten der Lesbarkeit geht. So hat man Indizien, dass hier eine Sprachregelung vorliegt, einen Beweis im wissenschaftlichen Sinne aber könnte nur mit der aufwändigen empirischen Forschungsmethode „Inhaltsanalyse“ erbracht werden.

Für die Intention meiner Glossen embedded words ist das nicht nötig. Sie lautet: Achtet auf die Verwendung bestimmter Wörter! Befragt sie auf ihre Funktion. Fragt kritisch, welche Interessen hinter Sprachregelungen stehen.

Zur Vertiefung der Sachthematik, die leider in Zukunft erst richtig in Fahrt kommen wird, empfehle ich das Buch von Armin Krishnan, Gezielte Tötung. Die Zukunft des Krieges, Matthes & Seitz, Berlin 2012.

Schön, dass Du auf Weiteres gespannt bist. Mein Projekt, das sog. Wort des Jahres „postfaktisch“ vorzunehmen, hat sich erübrigt. (Der in der Glosse Wutbürger erwähnte Trendschwätzer hat den neuen Kampfbegriff sofort adaptiert!) Bernhard Pörksen hat mit seinem Essay „Die postfaktische Universität“ in DIE ZEIT Nr. 52/2016, 15. Dezember 2016, S. 70 (im Internet abrufbar) eine brillante Analyse dieses embedded words geliefert, dem nichts Wesentliches hinzuzufügen ist.

Es grüßt
Kassandro

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FrankK
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Hallo, Kassandro
Zunächst: Deine Rubrik "Embedded Words" gewinnt allmählich an Qualität. Deine Ausführungen werden intensiver, anschaulicher. Aber diese Feststellung hat ja auch schon CPMan getroffen.

targetted killing --> geziehlte Tötung.
Mittels drei Raketen eine unbestimmte Anzahl Menschen zu töten und zu verletzen als "gezielt" zu bezeichnen, ist schon ein starkes Stück. Wo bleibt eine innere Rechtsstaatlichkeit, wenn der Verlust an unschuldigen Menschenleben in Kauf geneommen wird so lange es "den Richtigen ebenfalls trifft"? Ganz klar - sie bleibt auf der Strecke.
Die Differenzierung zwischen Tötung und Mord wirft die gleichen Kernfragen auf, wie bei der Debatte, ob man Soldaten als Mörder bezeichnen könnte.

quote:
Das deutsche Recht kennt den Begriff gezielte Tötung nicht.
Innerdeutsch kannst Du auf den sogenannten "finalen Rettungsschuß" Bezug nehmen. Läuft im Endeffekt auf den gleichen Euphemismus hinaus. Auch hierbei handelt es sich um eine gezielte Tötung zur unmittelbaren Gefahrenabwehr.


Grüße aus Westfalen
Frank
__________________
Leben und leben lassen.

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Kassandro
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Lieber FrankK,

zuerst einmal: Danke für das positive Feedback.

Ich schreibe nun nicht nur unterhaltsam informierende Glossen, sondern mische mich auch aktiv in die angesprochenen Dinge ein. Dabei habe ich gelernt, präzis zu differenzieren, um nicht gleich abgeschmettert zu werden. Zur Zeit führe ich gerade eine Auseinandersetzung mit der Bundeszentrale für politische Bildung, einer staatlichen Stelle, die Materialien veröffentlicht, auf die viele Lehrer zugreifen. Dort ist ein Text eingestellt, der unverblümt die israelische Praxis der sog. gezielten Tötung als Vorbild für unser Land empfiehlt: Hier klicken
Bei der BpB kann man kostenlos Exemplare des Grundgesetzes bestellen, aber gleichzeitig werden dort Auffassungen salonfähig gemacht, die mit Grundgesetz und Rechtstaatlichkeit nicht zu vereinbaren sind. Da kommt es schon auf Präzision an, wenn man eine Chance haben will, dass so etwas zurückgezogen wird. Ich gebe auf Nachfrage gern Einblick.

Daher: Nein, der "finale Rettungsschuss" ist zwar umstritten, aber doch noch etwas anderes. Er ist eine gesetzliche Regelung zur polizeilichen Gewaltausübung. Er ist an die Situation unmittelbarer Abwehr einer Lebensgefahr gebunden, die dann auch von einer ordentlichen Gerichtsbarkeit untersucht wird. Er ist gesetzlich geregelt, legal.
Mit der sog. Gezielten Tötung wird ein Raum staatlichen Agierens jenseits der Rechtsstaatlichkeit aufgemacht. Hier sind Ermittler, Ankläger, Richter und Henker in einer exekutiven Hand. Es geht um um die Ausschaltung als gefährlich eingeschätzter Menschen, was als Geheimdienstwissen nicht offengelegt wird, nicht um unmittelbare Gefahrenabwehr. Eine unabhängige Justiz ist nicht beteiligt. Diese Praxis ist illegal.

Gruß
Kassandro

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