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Leselupe.de > Ungereimtes
Embryo
Eingestellt am 20. 12. 2003 10:45


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george
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2003

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Embryo

Verkriechen, einfach nur verkriechen
vor der Welt da drau├čen,
auch vor der, die ich selbst schuf,
verkriechen in mich hinein.

Den Tag nicht sehen wollen und die Nacht,
mich verstecken in mir selbst,
die Rolll├Ąden herunter gelassen,
verkrochen ins Bett.

Sie holen mich ein, meine Pl├Ąne, eig'ne Gedanken,
Ideen, die ich gebar und aussprach.
Sie laufen da drau├čen herum, meine Worte,
wie junge W├Âlfe, hungrig und gierig.

Nur um der Karriere und Eitelkeit willen
verwenden sie meine Sprache, Modelle.
Ohne Moral l├Ąchelnd jagend nach Anerkennung,
Wissenschaftss├Âldner.

Verkriechen, einfach nur verkriechen
vor der Welt da drau├čen,
vor eigenen Kreaturen, Z├Âglingen
und Gedankenkindern.

Die Bettdecke ├╝ber dem Kopf,
am liebsten schlafend mich w├Ąrmend,
mich sch├╝tzend vor K├Ąlte, dem Eis da drau├čen
der l├Ąchelnd-gierig, eitlen Erben von Macht.

Doch ich wei├č,
morgen, sp├Ątestens ├╝bermorgen,
muss, will und werde ich aufstehen, hinaus gehen,
mit ihnen ├Âffentlich streiten, sie bek├Ąmpfen.


20.12.2003

__________________
┬ę J├╝rgen Locke

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Mara K.
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo george ...

beim Lesen deiner Zeilen hatte ich dieses
Gef├╝hl, welches auch mich manchmal beschleicht ...
einfach einschlafen wollen und wenn es ginge nicht
wieder wach werden.
Man kann versuchen sich zu verkriechen, man w├╝nscht es
manchmal, aber es holt einen alles ein ... selbst hinter
den Rolll├Ąden, unter der Bettdecke ...
den Titel Embryo finde ich sehr passend.
Danke sehr und eine gute Zeit w├╝nscht Mara K.

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silverbird
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Feb 2003

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man kann der Wirklichkeit nicht entfliehen, selbst wenn man sich Berge von Bettdecken ├╝ber den Kopf zieht. Sie holt einem ein, denn irgendwann muss man ja wieder auftauchen. Und wenn das bei dir der Fall ist, dann w├╝nsch ich dir ganz viel Kraft und Energie, damit du deine Rechte durchsetzen kannst und dein streiten zum Erfolg f├╝hrt.
LG silver
__________________
es gibt immer Lichter in der Nacht, auch wenn die Augen sie erfinden m├╝ssen.
John Steinbeck

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george
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2003

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Liebe Mara,

einfach mal Auszeit nehmen, sich verkriechen, das ist das Thema. Aber die Flucht ist von endlicher Dauer. Gerade die Kreaturen, die man selbst schuf und erzog, sollte man bremsen ...

Es ging mir um die Moral in der Wissenschaft.

Herzlichen Dank f├╝r deinen Kommentar.

J├╝rgen
__________________
┬ę J├╝rgen Locke

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george
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2003

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Liebe silverbird,

um meine Rechte mache ich mir keine Sorgen, ich nehme sie mir einfach, wenn's sein muss.
Opportunismus, Eitelkeit, Tricksereien gibt es auch in der Wissenschaft. Warum sollten Wissenschaftler besser sein als Andere? Es macht nur betroffen, bei dem ein oder anderen eigenen "Z├Âgling" zu sehen, wie bestechlich er ist, nachdem er die Karriereleiter ein St├╝ck hochkletterte. Nicht durch Geld, sondern durch Eitelkeit, Titel, Funktionen. Und schlie├člich besteht dann auch keine Hemmung mehr, mit dem ehemaligen Lehrer und F├Ârderer in den Wettstreit zu treten, sich seine Dinge einfach einzuverleiben Die jahrelange Loyalit├Ąt und das F├Ârdern ist dann vergessen.

Die Revolution frisst ihre Kinder.
Da muss dann halt gegen gehalten werden.

Gr├╝├če
J├╝rgen

__________________
┬ę J├╝rgen Locke

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Nachtigall
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Mit den W├Âlfen heulen...

Lieber George,

ein sehr anregender Text, der mich direkt anspricht.

Eine "Auszeit" l├Âst das Problem nicht, nur eine wirkliche Ver├Ąnderung der k├╝nftigen Denk-und Handlungsmuster. Dazu ist erst einmal "Loslassen" notwendig und das gerade dort, wo festhalten, verteitigen, durchsetzen, "immer h├Âher und immer weiter" das Allt├Ągliche ausmacht...

Alles Gute f├╝rs neue Jahr und m├Âgen Dir viele Texte aus Deiner "Feder" flie├čen. Ich zumindest bin Deine eiferige Leserin

Alma Marie



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george
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2003

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Danke liebe Nachtigall,

ja, "immer weiter, immer h├Âher", 24 h lang, die Konkurrenz schl├Ąft nicht, entweder sie ist in Japan, Australien oder den USA gerade am Werkeln. Auszeiten sind kaum erlaubt. Der Wettbewerb ist gnadenlos, da bleibt die Moral oft auf der Strecke. Auch bei den vermeinlich "Guten", auch in der Wissenschaft, auch bei den Freunden, auch bei den Z├Âglingen.

Auch ich w├╝nsche dir f├╝r das neue Jahr alles Gute. Es freut mich, dass du dich als Fan outest. Zur Zeit muss ich viele andere Dinge tun als Texte zu schreiben, die hier rein passen.

Herzliche Gr├╝├če
J├╝rgen
__________________
┬ę J├╝rgen Locke

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