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Leselupe.de > Kindergeschichten
Emil und die wilden Tiere
Eingestellt am 08. 08. 2012 19:28


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Ciconia
Routinierter Autor
Registriert: Jul 2012

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Opa Emil Dollinger stand wie jeden Morgen auf der Terrasse und schaute versonnen in seinen gepflegten Garten, auf den er sehr stolz war. Es schien ein sonniger Tag zu werden. W├Ąhrend er noch ├╝berlegte, welche Gartenarbeiten er heute als erstes in Angriff nehmen sollte, rief seine Frau Irmchen pl├Âtzlich aufgeregt durch das ge├Âffnete K├╝chenfenster: ÔÇ×Er ist wieder da!" Emil brauchte nicht nachzufragen, wen sie meinte.

So schnell es seine alten Pantoffeln hergaben, wieselte er um die Ecke zu seinem Gartenh├Ąuschen. Die Schaufel stand immer griffbereit neben der T├╝r. ÔÇ×Heute packÔÇś ich dich!", h├Ârte Irmchen ihn durch das Fenster vor sich hin brummeln. Ihr schwante nichts Gutes, sie ahnte: Es w├╝rde enden wie immer. Der Tag war gelaufen, bevor er richtig begonnen hatte.

Sie sah zu, wie sich ihr Mann mit vorsichtigen Schritten dem kleinen Erdh├╝gel n├Ąherte, der ganz leicht in Bewegung war. Noch z├Âgerte Emil, die Schaufel anzusetzen.

Unter dem gepflegten kurzgeschorenen Rasen war Familie Maulwurf schon lange mit dem Fr├╝hst├╝ck fertig, und Vater Maulwurf machte sich wie jeden Morgen daran, weitere G├Ąnge f├╝r die vielk├Âpfige Kinderschar zu buddeln. In diesem Fr├╝hjahr war ein besonders guter Wurf gelungen, sechs Junge mussten versorgt werden. Aber in Emil Dollingers Garten waren gen├╝gend Larven, W├╝rmer und dergleichen Leckereien mehr zu holen. Das hatte schon der Urgro├čvater von Vater Maulwurf gewu├čt und sich deshalb mit der ganzen Familie hier angesiedelt. Sch├Ądlinge wurden bei Dollingers selbstverst├Ąndlich nicht bek├Ąmpft. Alles hatte seine Lebensberechtigung, meinte Emil immer. Ganz abgesehen davon, dass Maulw├╝rfe sowieso unter Artenschutz standen, da war Emil schon korrekt.

Und so h├Ątte er es auch nie ertragen k├Ânnen, einem Tier wirklich etwas zuleide zu tun. Er hatte allerhand Erfahrungen mit mehreren Generationen Maulw├╝rfen, die seit Jahren Emils Rasen verw├╝steten und von ihm ÔÇ×Grabowski" genannt wurden. Was hatte Emil nicht schon alles versucht! Irmchen brachte eines Tages eine T├╝te voller stinkender Toilettensteine nach Hause. Sie hatte in einer Zeitschrift gelesen, dass Maulw├╝rfe sehr geruchsempfindlich seien. Es hatte nichts gen├╝tzt. Auch Knoblauchzehen und mit Essig getr├Ąnkte Lappen brachten nicht den gew├╝nschten Erfolg. An die hohe Wasserrechnung, die durch Emils Bew├Ąsserungsaktionen der Maulwurfsg├Ąnge entstanden war, dachten die Dollingers auch immer noch sehr ungern.

Alles vergebens, bis Emil eines Tages von einem Nachbarn Folgendes h├Ârte: Man solle sich vorsichtig an den Maulwurfsh├╝gel heranschleichen, w├Ąhrend der Maulwurf buddelte, denn die Tiere seien sehr l├Ąrmempfindlich. Das wusste Emil nat├╝rlich schon, denn er hatte ja auch in dieser Hinsicht schon allerhand versucht, z. B. Flaschen umgekehrt in den Boden gesteckt. Auch so ein Unsinn, den Irmchen wieder irgendwo gelesen hatte! Aber dem Nachbarn war es doch tats├Ąchlich gelungen, einen Maulwurf zu ├╝berlisten, und zwar so: Er hatte mit einer Schaufel unter den H├╝gel gefasst, das Tier lebend herausgehoben und auf der n├Ąchsten Wiese ausgesetzt! Der Nachbar hatte allerdings auch noch dazu gesagt, dass man unheimlich schnell sein m├╝sse.

Diese Geschichte lie├č Emil Dollinger keine Ruhe, warum sollte ihm das nicht auch gelingen?!

Unterdessen lauschte Vater Maulwurf eine Etage tiefer den Ger├Ąuschen, die nun deutlich n├Ąher kamen. Er ahnte, was das bedeutete, und er trieb dasselbe Spiel mit Emil wie seit Monaten. Schnell noch eine leichte Erdbewegung - und dann blitzschnell ab in den Nachbargang! Ihm blieben nur ein paar Sekunden Zeit, bevor Emil die Schaufel ansetzte, die Erde anhob und gleich darauf f├╝rchterlich zu fluchen begann. ÔÇ×Das Biest ist schon wieder abgehauen!", rief er Irmchen zu und warf die Schaufel mit Schwung auf den Rasen.

Irmchen zuckte zusammen, sie kannte diese Wutausbr├╝che schon. Trotzdem blieb sie ruhig und rief beschwichtigend aus dem Fenster: ÔÇ×Komm doch erst mal rein, Fr├╝hst├╝ck ist fertig!" Brummelnd schlurfte Emil in die K├╝che. Wenn der Tag schon so anfing ÔÇŽ

Vater Maulwurf freute sich nun schon darauf, seiner Familie von seiner neuesten Heldentat zu berichten, wenn sie sich sp├Ąter in einem der abgelegenen G├Ąnge versammelten. Dann w├╝rden sie beratschlagen, an welcher Stelle des Gartens morgen gegraben werden sollte. Die Jungen w├╝rden wahrscheinlich wieder Wetten dar├╝ber abschlie├čen, wie lange es morgen dauerte, bis die Dollingers bemerkten, wo diesmal das Spiel beginnen sollte.

Bis morgen also, Emil!

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