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Leselupe.de > Tagebuch - Diary
Emirat Dubai - Meine ersten aufregenden Stunden
Eingestellt am 05. 05. 2005 14:44


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Casalia
Wird mal Schriftsteller
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Emirat Dubai - Meine ersten aufregenden Stunden

Dubai sollte es sein. Mein Lebenstraum seit vielen Jahren.

Zun├Ąchst aber glaubte ich, gar nicht erst aus dem Flughafengeb├Ąude in Dubai herauszukommen, erst recht nicht bis zu meinem Hotel etwas au├čerhalb von Dubai, in Sharjah.

Dubai ist Faszination pur. Dubai ist f├╝r mich etwas ganz Besonderes und mit keinem Ort der Welt zu vergleichen. Diesen Eindruck bekommt man schon beim Landeanflug. Nach 7 ┬Ż Stunden Nachtflug mit British Airways ab London tauchte pl├Âtzlich aus dem Nichts der Dunkelheit ein buntes Lichtermeer auf, so als w├╝rde man durch ein Kaleidoskop tausende bunte Glassplitter sehen, die ein zauberhaftes Muster bilden. Endlich angekommen! Richtig nerv├Âs war ich. Ein solches Gef├╝hl hatte ich bisher bei keiner meiner Reisen erlebt. Schon auf dem Flughafen Dubais erkennt man den Luxus des W├╝stenparadieses. Auf der mindestens f├╝nfzehn Minuten langen Tour ├╝ber den Rollweg von der Landebahn zum Gate gab es Interessantes zu entdecken. Besonders auff├Ąllig war ein Tower, der dem Baustil des Luxus-Hotels Burj-Al-Arab nachempfunden ist, jedoch in der Miniversion. Noch k├Ąmpfte ich mit meinen Beinen, die von dem langen Flug fast eingeschlafen waren, als ich auch schon in der Ankunftshalle stand. Ich war so ├╝berm├╝det, dass ich gar nicht gemerkt hatte, wie ich dorthin gekommen bin.

Mir wurde mit einem Mal sehr unwohl. Schuld daran war nicht etwa stickige Luft, sondern ein Missverst├Ąndnis zum Thema Einreisebestimmungen. Auf der Homepage des Ausw├Ąrtigen Amtes als auch in diversen Reisef├╝hrern hatte ich gelesen, dass Deutsche Staatsb├╝rger ihr Touristenvisum bei der Einreise direkt als Stempel in ihren Pass erhalten. Arbeiten d├╝rfte man mit diesem Visum nicht, brachte ich noch in Erfahrung. Vier Wochen sollte das Visum g├╝ltig sein. Darauf vertraute ich. Wie ich vor meinem Reisestart in einem Auslandsjournal las, sollte es demn├Ąchst ├╝berdies einen Aufenthalt von sechzig Tagen erlauben.

Es waren viele Flieger gleichzeitig angekommen. In der Menschenmasse der Ankunftshalle versuchte ich, die Passkontrolle ausfindig zu machen. Dann stellte ich mich in eine lange Schlange am Schalter VISA hinten an. Ich wunderte mich etwas dar├╝ber, wo die ganzen Leute aus meinem British-Airways-Flieger geblieben waren, machte mir aber keine gro├čen Gedanken. Hier w├╝rde ich mein Einreisevisum erhalten. Das stand ja auf dem Display ├╝ber dem Schalter.

Ich wartete mehr als eine Stunde. Vor mir, hinter mir, ├╝berall standen dunkelh├Ąutige Inder, Pakistani und Menschen anderer Nationalit├Ąten. Doch kein Europ├Ąer in Sicht. Die hatten ihr Visum bestimmt schon vor ihrer Reise nach Dubai in England oder Deutschland beantragt, beruhigte ich mich. Vielleicht hatten sie auch noch einen Weiterflug. Dubai ist auch Drehscheibe f├╝r Fl├╝ge in den fernen Osten, in den Iran sowie Mauritius und viele weitere Fernziele. Nicht selten erfolgt bei solchen Reisen ein Zwischenstop in Dubai, manchmal sogar f├╝r zwei Tage. Nach eineinhalb Stunden: Endlich war ich an der Reihe. Ich strahlte den Grenzbeamten am Schalter VISA an, gab ihm meinen Reisepass und hoffte, die Halle bald mit g├╝ltigem Einreisestempel verlassen zu k├Ânnen.

Sehr lange – zu lange – observierte der Uniformierte meinen Pass. Er bl├Ątterte jede Seite durch, wieder und wieder. Mir brach der Schwei├č aus. Ich versuchte, mich an alles zu erinnern, was ich bez├╝glich der Einreise nach Dubai gelesen hatte. Zum Beispiel wu├čte ich, dass man kein Visum erh├Ąlt, wenn die Beamten einen Stempel aus Israel im Pass finden w├╝rden. Hatte ich aber nicht. Dann fiel mir ein: USA. Ich hatte ein Visum f├╝r USA in meinem Pass. Missfiel dies dem grimmig dreinblickenden Beamten, dessen Oberlippe ein nach oben gebogener dunkler Schnurrbart zierte? Mit lautem Gebr├╝ll setzte er an, mit mir zu diskutieren. Ich verstand aber nichts. Viele Reisende sahen mich von allen Seiten an. Ich f├╝hlte mich wie eine Verbrecherin, eine illegale Einwanderin. Wie ein Film ging mir ein Buch durch den Kopf, welches ich k├╝rzlich gelesen hatte. Es handelte von einem Europ├Ąer, der in den Emiraten unschuldig im Gef├Ąngnis gesessen hatte. Meine Kehle war wie zugeschn├╝rt. Bestimmt hatten sie mich verwechselt, war ich ├╝berzeugt, als der Beamte v├Âllig ungehalten zwei Kollegen hinzu rief. Ich glaubte, den Boden unter den F├╝├čen zu verlieren. Die beiden ebenfalls grimmig aussehenden M├Ąnner kamen direkt auf mich zu, nahmen meinen Reisepass an sich. Einer deutete mir an, ich solle ihnen folgen. Sie liefen sehr schnell. Ich kam kaum hinterher. Was wird jetzt aus mir?, gr├╝belte ich. Einer der beiden M├Ąnner, die ungew├Âhnlich kurze Beine hatten und dadurch wie Enten watschelten, drehte sich immer wieder zu mir um und rief: “Pass! Pass!” Ich richtete mich darauf ein: Sie nehmen mir den Pass weg und stecken mich ins Gef├Ąngnis. Aber warum? Ich fand einfach keinen plausiblen Grund f├╝r das befremdliche Verhalten der M├Ąnner. Nicht ganz passend f├╝r einen Dubai-Urlaub erinnerte ich mich an ein 4 Jahre zur├╝ckliegendes berufliches Seminar. Auch in schwierigsten Situationen immer einen k├╝hlen Kopf bewahren. Nur so kann man alle Schwierigkeiten meistern. Recht hatte sie. Unsere Seminarleiterin f├╝r Rhetorik und Krisenmanagement.

Nach etwa zwanzig Metern Fu├čmarsch durch die Halle rief nun der andere Beamte zu mir hingewandt: “Pass!”. Dann entdeckte ich einen Schalter. Passport Control stand darauf. Der Beamte gab meinen Reisepass dort ab. Eine freundliche Araberin bl├Ątterte ihn kurz durch und dr├╝ckte einen Stempel auf eine Seite. Dann gab sie mir meinen Reisepass und fragte l├Ąchelnd: “Holiday?”. Diese freundliche Frage erschien mir in dem Moment eher wie Hohn. Zuerst behandelten sie mich wie eine Gesetzesbrecherin, und sie fragte, ob ich Urlaub mache. Erst langsam begriff ich. Ich war Opfer meiner ├ťberm├╝dung geworden. Ich hatte ├╝ber zwanzig Stunden nicht geschlafen. Der Stempel in meinem Pass war das Visum. Die beiden Beamten, denen ich folgen sollte und die bis jetzt nicht von meiner Seite gewichen waren, rangen sich endlich zu einem Grinsen durch. Ich erfuhr, dass der Uniformierte am Visa-Schalter, an dem ich mich angestellt hatte, f├╝r Gastarbeiter zust├Ąndig war, die in Dubai leben und arbeiten wollten und somit ein Arbeitsvisum ben├Âtigten. Endlich kam ich zum Flie├čband mit den Koffern. Meiner hatte inzwischen zweifellos viele Runden gedreht. Das hatte den grossen Vorteil, dass ich nicht lange auf mein Gep├Ąck warten musste und das Geb├Ąude nun eiligst verlassen konnte. Erst einmal atmete ich tief durch, bevor mein Traumurlaub richtig begann.

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