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Leselupe.de > Science Fiction
Empfindungslos
Eingestellt am 18. 08. 2001 16:00


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masterplan
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: May 2001

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Ich lag mit dem R├╝cken auf der Matratze eines kaputten Bettes in einem alten, zerfallenen Haus. Seit den letzten Tagen der Menschenherrschaft auf diesem Planeten, waren diese Orte Verstecke f├╝r die letzten ├ťberlebenden. Das Haus stand als einer der wenigen Schlupfwinkel dieses Vorortes noch in seinen Grundmauern, dabei fehlte allerdings eine komplette Seite. Es war also nach S├╝den hin offen.
Meine Verfolger n├Ąherten sich mit ihrer schweren, hochtechnischen Bewaffnung aus n├Ârdlicher Richtung, den umliegenden Ruinen. Ich konnte sie aus einem Fenster des Hauses gut und unerkannt beobachten, wie sie hinter Felsen und Bauwerkresten nachsahen, ob sich meine Wenigkeit dort versteckt hielt. Ersch├Âpft lie├č ich mich wieder auf die Matratze fallen.

Vor zwei Stunden begann mein Auftrag. Mit vier Begleitern versuchte ich einen kleinen St├╝tzpunkt der Fremden einzunehmen. Es waren mehr von unseren Feinden dort, als wir erwartet hatten. Einige hatten sogar sehr starke Waffen und schlugen uns damit in die Flucht. Anstatt einen gelungenen Anschlag auf ihre Milit├Ąrische Taktik durchzuf├╝hren, wurden wir nun verfolgt und gerieten in ihre Fadenkreuze. Die Freaks aus dem All erledigten alle meine vier Begleiter. Schon auf ihrem Gel├Ąnde zerschossen sie mit ihren Strahlern den Torso von Hank entzwei. Darauf folgte der Kopf von Linda, der ebenso von einem starken Gesch├╝tz getroffen wurde. Auf der Flucht aktivierte Scott eine ihrer Laserminen. Er stieg auf ihren zentralen Ausl├Âser, als er gerade dabei war, einen Hang hinaufzulaufen. Der R├╝ckschlag schleuderte ihn wieder tief den Hang hinab. Ich dachte, wenn er ├╝berlebt haben sollte, w├╝rden ihm die Aliens in unserem R├╝cken endg├╝ltig den Rest geben. Dann suchte ich Unterschlupf in den ├ťberresten eines Vororts, einer ehemaligen ├╝berbev├Âlkerten Metropole.

Dann waren meine Feinde hier. Sie suchten die aufgerissene Stra├če direkt vor dem Haus ab. Ich konnte sie dabei durch das Fenster beobachten. Sie sind h├Ąsslich bucklig und behaart. Dennoch haben sie eine irgendwie charismatische Ausstrahlung, auch wenn ihre Gesichter ebenso komplett behaart sind. Man kann keine Gef├╝hlsz├╝ge darin erkennen. Ob sie w├╝tend sind, ├Ąngstlich, konzentriert. Man wei├č es nicht.
Dann erkannten sie, dass der Eingang des Hauses von Au├čen verrammelt war. Der Vorbesitzer dachte wohl, nach der Evakuierung w├╝rde er nach einem Sieg der Menschen wieder hierher zur├╝ckkommen. Die Bomben der Feinde waren aber zu stark und die Menschen f├╝gten sich ihrem Schicksal, die Verlierer zu sein. Ich bin jedenfalls von hinten in das Versteck hereingeklettert.
Eben als sie dabei waren nach erfolgloser Suche wieder abzuziehen, warf ich mich ein weiteres mal in das Bett. Dieses Mal jedoch, krachte der Boden darunter weg und das Bett schlug unbequem mit mir im Erdgeschoss des Geb├Ąudes ein. Die Soldaten wurden aufmerksam und schlichen sich schnell, mit entsicherten Waffen ein weiteres Mal auf das Haus zu.
Ich mu├čte schnell reagieren, rollte mich von dem inzwischen total zertr├╝mmerten Bett, zog meine beiden altmodischen aber vollautomatisch nachladenden Projektilkanonen, schleuderte meinen K├Ârper durch eine lose Mauer des Erdgeschosses und landete im Hinterhof, gleich neben einem hohen Zaun aus Draht. Als ich mich liegend auf die andere Seite drehte, erkannte ich einen dieser Alienfreaks, etwa vier Meter von mir entfernt, der gel├Ąhmt auf mich herabsah. Mit meinen beiden identischen Waffen scho├č ich ihm in sekundenschnelle die Munition in seinen K├Ârper. Mit einem St├Âhnen sank er samt seinem schweren Gewehr nach hinten herab auf den staubigen Boden. Ich fragte mich, ob er wohl ├╝berrascht war. Sein emotionsloses Gesicht gab nunmal keine Aussage.
Von meiner Position aus rannte ich hinter eine weitere Ruine, wenige Meter entfernt und suchte dort neuen Schutz. Rechts davon lag die Stra├če. Dort tummelten sich drei meiner Gegner auf verschiedenen Distanzen. Links lag der Leichnam meines Opfers in dem Hinterhof und es tauchten weitere zwei Soldaten auf um sich das Geschehnis anzusehen.
Dann reagierte ich schnell. Ich lud die beiden Magazine der Kanonen, sprang nach links aus meiner Deckung, feuerte aus allen Rohren auf die beiden Gegner, die noch auf den toten Kameraden konzentriert waren und beobachtete wie sie sich zu ihm dazugesellten. Dann rannte ich wieder hinter meinen Schutz, warf mich aber gleichzeitig noch nach rechts heraus und schoss im Flug viele gef├Ąhrliche, kleine Projektile zu den drei Feinden. Einer wurde erst am Bein und anschlie├čend in der Brust erwischt, ein weiterer empfing eine Kugel direkt in den Kopf und der dritte kam mit einer Verwundung am rechten Arm davon.
Genau dieser war jetzt mein Problem. Denn die leeren Magazine meiner beiden automatischen Handfeuerwaffen verriegelten jeglichen Gebrauch. Mit blutendem rechten Arm hielt der letzte ├ťberlebende des Sp├╝rtrupps sein gro├čes chromfarbenes Gewehr auf meine im Dreck liegende Gestalt. Resignierend lie├č ich meine beiden Waffen in den Staub fallen und wartete auf das Ende.
Als es soweit sein sollte, ert├Ânte ein lauter Knall. Ein Gescho├č durchschlug den dicken Hals meines Vollstreckers. Es drang rechts ein, trat links wieder aus und schmetterte weiter nach nirgendwo. Mit schreckhaft offenen Augen und einem qu├Ąlenden Laut fiel der starke, bucklige Krieger nach vorne auf die harte Asphaltstra├če und verteilte sein Blut darauf. Ich stand vom Boden auf. Ehe ich in die Richtung sah, aus der der rettende Angriff kam, mu├čte ich kurz ├╝ber die Reaktion des Gefallenen nachdenken. Hatte er tats├Ąchlich eine sichtbare Emotion gezeigt. ├ťberrascht vom eigenen Tod, in der Situation des eigentlichen Sieges.
Als schlie├člich Scott in mein Blickfeld geriet, sah ich ihn stark verwundet und blutend mit einem rauchenden Colt in der Hand. Ich blieb gedankenlos bei seinem Anblick. Wir sahen uns beide gef├╝hllos an.

__________________
Sch├Ân, dass wir einmal dar├╝ber sprechen konnten...

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