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Leselupe.de > Horror und Psycho
Ende gut, ...
Eingestellt am 10. 10. 2016 14:15


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Kayl
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Oct 2014

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Ich d├Ąmmere noch im Halbschlaf vor mich hin, zu schwach, die Augen zu ├Âffnen, zu m├╝de, mich zu regen. Die Stimme des Arztes klingt noch im Ohr, fulminante Embolie, Thrombolyse, Koagulationshemmer. Diese Begriffe und die M├╝he, ihnen zu folgen und zu verstehen, haben mich Kraft gekostet.
Operation gelungen, Patient lebt noch.
Langsam komme ich zu Bewusstsein, sp├╝re meine Arme wieder, meine Beine, meinen Rumpf, lasse mich aber auf dem R├╝cken liegen.
Allm├Ąhlich kann ich wieder klar denken. Ich war nach Luft schnappend im Stadtpark zusammengebrochen auf dem Heimweg von der B├╝cherei. Passanten hatten den Notdienst gerufen, mich in die Mitte genommen und bis zum Stra├čenrand gest├╝tzt, wo man mich in den Rettungswagen hob, aufs Bett legte und mir Schl├Ąuche in die Nasenl├Âcher schob. Was dann in der Notaufnahme der Klinik geschah, wei├č ich nicht mehr, nur an die schon erw├Ąhnte Stimme kann ich mich schwach erinnern.
Und an die Erz├Ąhlungen des Edgar Allen Poe, die ich in der B├╝cherei gefunden und mit wohligem Schauer gelesen hatte.
Immer noch auf dem R├╝cken liegend, recke ich das rechte Bein, dann das linke, um wieder Gef├╝hl und Durchblutung anzuregen, hebe dann den Arm. Aber meine Hand st├Â├čt schon bald auf Widerstand. Das Heben des Arms war anstrengend, ich lasse ihn wieder sinken.
Der Widerstand, was kann das sein? Der Griff des Galgens, an dem man sich im Krankenbett aufrichten kann? Nein, da hat sich nichts bewegt, es war etwas Festes.
Vor einigen Minuten, ich war noch von Sinnen und wie gel├Ąhmt, h├Ârte ich ganz schwach eine Stimme, ged├Ąmpft, weit entfernt. War es die Schwester? Aber ich glaubte eine M├Ąnnerstimme geh├Ârt zu haben. Dann hatte es ├╝ber mir gepoltert, als w├╝rde ein Sandsack gegen einen Schrank fallen. Immer wieder gab es dieses Wumm, und ich schaffte es, meine Lider zu bewegen. Ich blinzelte, und sah nichts.
Bin ich blind oder ist es Nacht?
Zugleich ist es k├╝hl. Ich werde die Heizung aufdrehen, sobald ich aufstehen kann.
Wumm, und ich h├Âre wieder diese Stimme. Ist sie so leise, weil sie aus gro├čer Ferne zu mir dringt oder ist auch mein H├Âren noch gel├Ąhmt? Wie durch einen Nebel schwebt sie vorbei. Schwester, komm zur├╝ck mit Wasser, der Durst bringt mich um!
Ich versuche, zu mehr Verstand zu kommen und ertaste nun den Raum ├╝ber mir. Da ist eine feste Wand, aus Holz, eine oder zwei Handspannen ├╝ber mir, aber nicht nur an der H├╝fte, auch ├╝ber meinem Kopf. Und als ich meine Beine hebe, f├╝hle ich, dass die Holzwand von oben bis unten ├╝ber mir liegt. Weil sie mich am Aufstehen hindern w├╝rde, will ich sie hochdr├╝cken.
Vergeblich!
Ich liege doch in einem Krankenbett! Ein absonderliches Modell, das den Patienten nicht nur oben, sondern auch an den Seiten mit Brettern einpfercht. Hat man mich so gesichert, damit ich nicht aus dem Bett falle?
Die Bettdecke fehlt, ein d├╝nnes Laken h├╝llt mich ein und l├Ąsst mich fr├Âsteln.
Wieder poltert es ├╝ber mir, Wumm. Aber dieses Wumm ist leiser, mit zunehmendem Bewusstsein h├Âre ich, dass dieses Poltern sich nach oben immer weiter entfernt.
Noch einmal stemme ich mich mit aller Kraft gegen die Holzwand.
Vergeblich!
Im Stockdunkel versuche ich, meine Gedanken zu sammeln, und wie aus einer Gruft des Vergessens steigt zur├╝ck in mein Ged├Ąchtnis, was ich vorhin leise geh├Ârt habe:
ÔÇ×Er ist von uns gegangen ÔÇŽ verehrte Trauerg├Ąste ÔÇŽ die ewige Ruhe.ÔÇť
Auch mein Schrei wird vergeblich sein.

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Michael Schmidt
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Die Idee gef├Ąllt mir. Liest sich aber trotz stimnungsvollen Beginn wie eine Zusammenfassung, da kommt man als Leser kaum hinterher und schon ist es vorbei.
So mag es dem Armen ergangen sein, mir geht es zu flott.
__________________
Der ErnstFall Michael Schmidt

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Jasione
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Registriert: Oct 2016

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Kommentare: 8
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Hallo,
ich finde die Idee von deinem Text okay, auch wenn die Idee vom lebendig begraben werden nicht neu ist und mir da etwas fehlt, was sich von diesen ├╝brigen Ideen absetzt.
Mir w├╝rde da zum Beispiel einfallen, dass pl├Âtzlich der leibhafte Tod mit im Sarg ist (gut, wird dann etwas eng da drinnen) und den armen Eingegrabenen ├Ąrgert und seine "Ausbruchversuche" verspottet, w├Ąhrend er darauf wartet,dass der Mann stirbt und mit ins Totenreich genommen werden kann.

Oder dem Mann erscheint auf einmal Edgar Allan Poe und die beiden halten ein Zwiegespr├Ąch.

....irgendein ├ťberraschungsmoment, der ├╝ber die lebendig im Sarg-Idee hinausgeht.

Am Ende h├Ątte man meiner Meinung nach auch von der Stimmung mehr rausholen k├Ânnen. Der Moment, ab dem der Protagonist merkt, dass er begraben wird/wurde, ist mir zu knapp geraten. Da h├Ątte man noch mehr die klaustrophobische Atmosph├Ąre im Sarg beschreiben k├Ânnen und das Grauen, welches der Protagonist empfindet, als er letztendlich begreift, wo er sich befindet. Da wo der eigentliche Horror erst richtig beginnt, bricht die Geschichte bei dir abrupt ab.
Zumindest w├╝rde ich aus "mein Schrei" am Ende den Plural meine Schreie machen, denn jemand der aus Versehen eingegraben wird, wird wohl nicht nur einmal schreien. Der wird sich die Seele aus dem Leib schreien, strampeln, poltern, klopfen und alles m├Âgliche versuchen, um Aufmerksamkeit zu erlangen, vor allem wenn der Beerdigte registriert, dass praktisch direkt ├╝ber ihm Personen sind, die ihn retten k├Ânnten.

Also ich w├╝rde mir w├╝nschen, dass da am Ende noch irgendetwas kommt, was das Grauen und den Horror noch mehr beschreibt und etwas, dass sich von den ├╝brigen Lebendig-Begraben-werden-Geschichten absetzt.

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Kayl
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Registriert: Oct 2014

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Ende gut, ...

Ich habe Kritik aus einer anderen Ecke erwartet: an der Fiktion, nicht an der K├╝rze. "Kurzgeschichte" habe ich wohl zu ernst genommen. Trotzdem Dank an die zwei Kritiker und besonders f├╝r die Vorschl├Ąge von Jasione, ├╝ber die ich nachdenken werde.

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