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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Endgültigkeit
Eingestellt am 12. 03. 2003 11:20


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elocin
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Aug 2001

Werke: 14
Kommentare: 4
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Ich liebe dich. Ich dich auch. Denke ich. Weiß ich. Könnte ich mir vorstellen. Früher mal. Ja, da warst du schön und jung und gut und...Ich weiß nicht, wie es kam. Routinemäßig festgesetzt. Ich glaube, ich brauche dich. Manchmal. Meistens. Nicht immer. Jetzt gerade. Vielleicht. Eventuell. Ich habe dich gebraucht. Das weiß ich. Du warst gut, für Momente. Es hat aufgehört. Zwickmühle. Gebrochene Seelen irren umher. Begegnungen. Trennungen. Schnelllebigkeit hat uns erstarren lassen. Die Zeit ist gegen uns. Aber was heißt schon „uns“ oder „wir“. Wir existieren nicht. Unser Leben ist vorprogrammiert, bestimmt, illuminiert. Die Matrix. Bestimmt von Fernsehen und Funk. Der Staat überwacht dich jede Sekunde deines Lebens. Der Chip ist in deinem Kopf. Das wir uns gefunden haben war reines Glück. Vorherbestimmtes Glück, das existiert, um wieder nicht existent zu werden. Wir atmen durch Maschinen. Du denkst du fühlst? Sie haben ein gutes Programm entwickelt!
Du stirbst jeden Tag aufs Neue, nur nie ganz...
Du rauchst deine Zigaretten, wie jeden Tag. Der Blick, den du der Schachtel zuwirfst, wenn sie allein und verlassen auf dem Küchentisch „ausharrt“, erinnert mich an die Person, die du früher mal warst. Ohne die vielen Gedanken und Sorgen. Ohne die Macht und die Spielchen. Das Leben hat dich hart gemacht, sagst du. Und deine Augen füllen sich mit Tränen, die du beschämt wegwischst. Morgen ist ein guter Tag. Du wirst deine Kraft ausüben können. Und glücklich sein für Augenblicke. Und allein...
Früher haben wir viel gelacht. Gemeinsam Einsamkeiten ausgetauscht. Und Träume und Zukunft...
Du hast den Plan verworfen...
Da begannen wir zu sterben. Jeden Tag aufs Neue.
Ich habe aufgehört zu rauchen. Ich würde nicht sagen, dass es nicht mehr schmeckte. Ich würde wohlwollend formulieren, dass ich nicht mehr abhängig sein wollte.
Das ist gelogen.
Du bist immer abhängig. Von anderen Dingen, von anderen Menschen, von dir selbst.
Versuch es mir doch nicht auszureden, ich weiß Bescheid.
Das Gras schmeckt gut. Ab und zu...
Du glaubst, du kannst fliegen, du tust es...
Im Traum bin ich geflogen, raus aus dieser Welt und alles was du findest ist nur noch mehr „andere Welt“, die dich für kurze Zeit befriedigt. Und dann kommt die Gier nach mehr und mehr und mehr...
Du willst immer mehr...
Ich habe aufgehört zu wollen...
Perspektivische Verzerrung deiner Selbst.
Du lachst, obwohl du weinen willst. Du sprichst, obwohl du schweigen willst. Du rennst, obwohl du weißt, dass nach der nächsten Kurve der Tod namens „Endgültigkeit“ wartet.
Wir haben uns aneinander gewöhnt. Ja ich glaube, das ist der richtige Ausdruck. „Gewöhnt“. Du gewöhnst dich an viele Dinge. Wenn du willst, wenn du musst. Irgendwann merkst du, dass du nicht mehr willst. Und dann fragst du dich, ob es das war?
Du weißt, sie ist tot.
Wir haben nie darüber gesprochen. Ich wäre auch tot gewesen, wenn „er“ nicht gewollt hätte, dass ich lebe...
Ich bedauere es manchmal sehr.
Aber es stimmt mich froh, wenn sie meinen, ich wäre krank...
Dafür lohnt es sich, dafür kann man weiterleben.
Ich habe meine Rechte und du hast deine verwirkt. Zumindest das Recht auf mich. Zumindest für jetzt. Glaube ich. Weiß ich.
Ich würde schon gern mal wieder, in näherer Zukunft, morgen, übermorgen, nächste Woche eine Zigarette rauchen. Aber allein das Gefühl, dass ich es bestimmen kann, zeigt mir, dass sie nur existiert, wenn du ein Teil von ihr bist. Wenn du der Bauer im Spiel bist und dich immer danach sehnst König zu sein.
Ich bin keine Spielerin, ich bin frei...
Glaube ich, weiß ich;-)

__________________
Leider ist er gestorben. Ich habe ihn stets nur vorwärts gehen sehen. Niemals sah ich ihn bei Erreichtem stehenbleiben.
(Konfuzius)

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Evchen13
???
Registriert: Jan 2003

Werke: 21
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Hallöchen Elocin,


Deine Geschichte ist gut, nur ist es wirklich eine Geschichte oder mehr ein Monolog? Ich lese hierin eigentlich ein Anklage – eine Anklage gegen das Leben, die Liebe, ihren Mann an sich.

Dein Stil gefällt mir und ich habe dem Text gut folgen können, ja auch spüren können. Nur mir fehlt hier Etwas. So kann ich z. B. diese Frau nicht bedauern oder mit ihr leiden und ich kann sie nicht so richtig verstehen. Ich kann nicht mit ihr so recht fühlen. Weißt du was ich meine?

Was du sagen willst, verstehe ich. Nur eben, warum ist das?

Aber vielleicht schreibst du diese Empfindungen bewusst in diesem Stil.


Doch das ist nur meine Meinung.


Liebe Grüße


Ev

__________________
Träume nicht dein Leben, sondern lebe deine Träume!

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Rainer
???
Registriert: Jul 2002

Werke: 0
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hallo elocin,

da ich deine intentionen nicht kenne, bleibt mir erstmal nur dein text, so wie er hier existiert.
darin erscheint deine prot als ein etwas selbstsüchtiges individuum.
ich glaube aber zu wissen, was du sagen willst. doch da fehlt mir die beschreibung des gemeinsamen kampfes. hat sie versucht, ihren partner in ihr leben einzubinden (davon lese ich kein wort)? hat sie versucht, sich selbst so weit zurückzunehmen, daß er atmen konnte? hat sie ihm gezeigt, was er mit "zigarette" verpasst? in einer ehrlichen partnerschaft gehören immer zwei dazu, wenn sich einer abseilt.
ich denke, hier solltest du noch etwas arbeit reinstecken, um den partner deiner prot besser zu charakterisieren, deiner prot etwas farbe einzuhauchen. in der jetzigen form ist es eine passive lamentiererei, bei der mir nicht klar ist, in welche richtung es geht.

grüße

rainer
__________________
ist meine, und damit nur EINE Meinung

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