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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Endstation
Eingestellt am 31. 07. 2002 13:32


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coco
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Endstation




„Komm jetzt endlich, Mutter, es ist sp├Ąt“.

Warum dr├Ąngte sie nur so? Der Backofen, hab ich eigentlich den Backofen ausgeschaltet ?

„Warte, Kind, ich muss noch den Backofen ausschalten“.

„Aber Mutter, die Wohnung ist doch schon leer, du hast doch gar keinen Backofen mehr. Nun komm endlich, wir k├Ânnen Frau M├╝ller nicht den ganzen Tag warten lassen“.

Kein Backofen mehr, nie mehr backen, dabei war das ihre letzte Leidenschaft in ihrem Leben.

Die Augen der alten Frau f├╝llten sich mit Tr├Ąnen. Ja, sie hat vor einiger Zeit einmal vergessen den Backofen auszuschalten, der Kuchen war verkohlt und die Wohnung verraucht, aber das war doch nur wegen der Katze, wegen Kathy...

„Wo ist meine Katze ? Kathy, wo bist du?“

„Katzen sind im Haus Sonnenhof nicht erlaubt. Deine Kathy ist bei K├Âhler┬┤s untergekommen, sie werden sicher gut f├╝r sie sorgen. Und jetzt komm bitte, wir m├╝ssen wirklich los !“

Leise liefen der alten Frau die Tr├Ąnen ├╝ber die Wangen und langsam, ganz langsam drehte sie sich noch ein letztes Mal in ihrer alten Wohnung um und fl├╝sterte leise ein kaum h├Ârbares Aufwiedersehen durch die leeren Zimmer. Dann ging sie mit schweren Schritten auf ihre Tochter zu.
Jetzt im Alter war alles anders als fr├╝her und ihre Beine f├╝hlten sich an als w├╝rden sie nicht mehr zu ihr geh├Âren.
Fr├╝her..., wie sehr sie sich nach dieser vergangenen Zeit zur├╝cksehnte. Sie hatte so gerne gelebt und war so gl├╝cklich mit ihrem Mann und den zwei Kindern, bis vor acht Jahren als ihr geliebter Hermann starb. Der Krebs hatte ihn aufgefressen. Sein Ende war so grausam und sie hatte ihm nicht helfen k├Ânnen.
„ Nein, nicht daran denken, es tut so weh, ich habe ihn so geliebt“ sagte sie leise zu sich selbst.

„Jetzt h├Âr auf zu heulen, es wird dir im Haus Sonnenhof gefallen, ganz sicher. Die Leute dort sind alle so nett.“

Silvia nahm ihre Mutter am Arm und zog sie mit sich fort.

Ja, es wird mir gefallen unter all den fremden Menschen, dachte die alter Frau. Sie wehrte sich nicht und verlies mit ihrer Tochter ihre leere Wohnung, ohne sich noch einmal umzusehen. Nicht einmal zu ihrer Nachbarin Frau K├Âhler, die ihre Kathy auf dem Arm hielt und ihr zuwinkte, drehte sie sich um.

Kein Backofen mehr und nicht einmal ihre geliebt Katze durfte sie behalten, warum also sollte sie Frau K├Âhler verabschieden, ausgerechnet die K├Âhler, sie hatte keinen Grund dazu.

„Nun sei doch nicht so stur, sie hat es doch nur gut mit dir gemeint. Und au├čerdem hat sie versprochen, dich so bald wie m├Âglich zu besuchen.“

Stur, ja stur und wirr wird man in meinem Alter, und deshalb habe ich ja auch vergessen den Backofen auszuschalten. Nat├╝rlich war es Frau K├Âhler, die Silvia sofort angerufen hat, als sie die verrauchte Wohnung sah. Man k├Ânnte mich nicht mehr allein lassen, es k├Ânnte ja mal was passieren, hat sie gesagt. Und um die Katze w├╝rde sie sich doch gerne k├╝mmern, damit sie nicht ins Tierheim muss. Arme Kathy, du wirst mir so sehr fehlen.
Wieder liefen der Frau die Tr├Ąnen ├╝ber ihr trauriges Gesicht.

„Aus und vorbei, so beginnt das Sterben“, weinte sie in sich hinein

Sie zwang sich aus dem Autofenster zu sehen, damit ihre Tochter nicht merkte, dass sie weinte. Keiner sollte sehen, wie es ihr ging. Alt war sie, alt und allein, und jetzt auch noch ├╝berfl├╝ssig... und nutzlos, vor allem nutzlos.

„Ach, Hermann“

Wie oft hatten sie fr├╝her dar├╝ber geredet, wie es im Alter einmal w├Ąre. Bestimmt w├╝rden sie bei einem ihrer zwei Kinder unterkommen, oder k├Ânnten bis zum Ende in ihrer eigenen Wohnung bleiben, wie sie es von ihren Eltern und von den Schwiegereltern, die sie bis zuletzt umsorgt und gepflegt hatten, gewohnt waren.
Aber nun war alles anders. Peter, ihr Sohn, wohnte ja so weit weg. Zu Weihnachten mal eine Karte, ein Telefonat zum Geburtstag und das war┬┤s dann auch schon. Aber er musste an seine Karriere denken und konnte sich nicht mit alten Leuten abgeben, auch nicht wenn es seine Mutter war.
Und Silvia... sie hat zu viel um die Ohren mit ihren Zwillingen und an Platz fehlt es ihr auch in der kleinen Wohnung. „ Das musst du verstehen, Mutter“ hat ihre Tochter einmal zu ihr gesagt.

Ach, Hermann, wenn du w├╝sstest....

Die Landschaft zog an ihnen vorbei und drau├čen erweckt der Fr├╝hling die Natur zum Leben.
Wie gerne hatte sie in fr├╝heren Jahren diese Jahreszeit. Und jetzt... es war ihr egal, ihre Zeit war vorbei. Niemand wollte sie mehr, alt und nutzlos, verbraucht und m├╝de.
Immer noch weinte sie.

Dann endlich erreichten sie nach einer wortlosen Fahrt Haus Sonnenhof. Inzwischen hatte sich die Wolkendecke zugezogen, und es begann zu regnen.

Der Himmel weint mit mir, dachte sich die alte Frau, als ihre Tochter sie aufforderte auszusteigen.

„Wir sind da, Mutter, steig schon aus. Na, was sagst du, ist doch ganz sch├Ân hier, oder?
Dort kommt auch schon Frau M├╝ller, sie ist die Leiterin hier im Haus Sonnenhof. Du wirst sie m├Âgen. Komm schon, begr├╝├čen wir sie.“

Die Frau hatte immer noch Tr├Ąnen in den Augen, als ihre Tochter ihr beim Aussteigen half. Sie wollte sich dagegen wehren, aber es half nichts, sie konnte sich nicht mehr wehren.

Hier war also Endstation. Die Endstation ihres Lebens, das bis vor einigen Jahren so gl├╝cklich und vielversprechend verlaufen war.

„ Guten Tag und herzlich willkommen im Haus Sonnenhof. Sie m├╝ssen Frau Emsbach sein, nicht wahr. Kommen Sie nur, wir haben Sie schon erwartet“.

Mit einem s├╝├člichen L├Ącheln streckte Frau M├╝ller der alten Frau ihre d├╝nne Hand entgegen.

Die alte Frau beachtete sich nicht. Sie hatte Frau K├Âhler nicht verabschiedet, warum sollte sie jetzt eine Frau M├╝ller begr├╝├čen. Ihr war nicht nach einem freundlichen Gru├č, ihr war nach ├╝berhaupt keinem Gru├č. Sie wollte nur zur├╝ck nach hause, zu ihrer Kathy und ihrem gewohnten Leben. Wieso wollte das keiner verstehen.

„Mutter, bitte!“ Silvia fuhr ihre Mutter in barschem Ton an und wandte sich dann Frau M├╝ller zu, die immer noch mit ausgestreckter Hand dastand.
„Sie m├╝ssen entschuldigen, aber das Ganze hat meine Mutter doch sehr mitgenommen. Die Wohnungsaufl├Âsung und der Umzug, Sie wissen schon...!“

„Aber nat├╝rlich, Frau Heger. Ein paar Tage, und ihre Mutter hat sich bei uns eingelebt. Nicht wahr, Frau Emsbach, Sie werden sich doch bestimmt wohlf├╝hlen bei uns. Und jetzt zeige ich Ihnen ihr neues Reich, kommen sie mit:“

Neues Reich, dachte die alter Frau, ich will kein neues Reich mehr. Wie war das doch mit dem alten Baum, den man nicht mehr verpflanzt, er wird nicht mehr wachsen, seine Wurzeln werden vertrocknen und verdorren. So war es bei ihr, sie f├╝hlte sich so alt und so verlassen.
Ja, dachte sie, hier werde ich verdorren.

Ach, Herrmann, k├Ânntest du nur hier sein, niemals h├Ąttest du das zugelassen....

Der Himmel weinte immer noch, als Frau M├╝ller ihr die T├╝r zu Haus Sonnenhof ├Âffnete.

In einem Rollstuhl, der von einer m├╝rrisch dreinblickenden Schwester geschoben wurde, kam ihnen eine knochige uralte Frau mit leerem Blick entgegen.

Silvia┬┤s Mutter erschauderte. Ja, hier war wirklich die Endstation des Lebens.

„So, Frau Emsbach, das ist jetzt ihr Zimmer. Wie gef├Ąllt es Ihnen ? Sehen Sie, aus dem Fenster haben Sie einen wundersch├Ânen Blick auf unseren Park.“

Park ? Das war kein Park, das sah doch eher aus wie der Eingang zu einem Friedhof..
Die Tr├Ąnen stiegen der alten Frau wieder hoch. Warum habt ihr mich hierher gebracht. H├Ąttet ihr mich doch zuhause sterben lassen, zuhause.... bei meiner Katze, die mir mein Herrmann vor vielen Jahren einmal mitgebracht hat.
Wie sehr hatte sehr hatte sie sich gefreut, als ihr Herrmann eines Tages nachhause kam und dieses K├Ątzchen auf dem Arm hatte.
„F├╝r dich“, hatte er gesagt und ihr das B├╝ndel gegeben. Herrmann war nie ein Freund von vielen Worten, aber sein Blick war so warm und sie wusste stets genau was er dachte und wie er f├╝hlte.
Kathy nannte sie die Katze, und sie war immer etwas besonderes f├╝r sie. Sie h├Ątten sie Ihr niemals wegnehmen d├╝rfen, denn es war das letzte was sie von ihrem Herrmann bekommen hatte, bevor er krank wurde. Es tut immer noch so weh.
Nein, sie wollte nicht hierher. Sie brauchte ihre alte Umgebung mit all ihren Erinnerungen an die Zeit in der sie gl├╝cklich gewesen war. Hier konnte sie nicht gl├╝cklich sein, hier w├╝rde sie sich niemals wohlf├╝hlen k├Ânnen. Man hatte ihr ihre Katze genommen und Ihr zuhause. Ja, und man hatte ihr ihren Backofen genommen. Es war ihr fast, als h├Ątte man ihr das Leben gestohlen, ihr Leben, das einst so sch├Ân und lebenswert war.

Sie erschrak, als ihre Tochter sie aus ihren Gedanken riss und sie bei der Hand nahm.

„So, Mutter, ich muss jetzt aber endlich los. Du wei├čt ja, die Zwillinge warten, ich kann Martin nicht den ganzen Tag mit ihnen alleine lassen, sie sind ja so anstrengend in letzter Zeit. Sei nicht traurig, morgen Nachmittag kommen wir dich alle besuchen und Sonntag holen wir dich zum Essen. Du bist also nicht allein. Jetzt mach dich erst mal mit allem hier ein wenig vertraut und richte dich ein wenig ein. Deine Sachen sind vor einer Stunde schon hier angekommen. Frau M├╝ller wird sie gleich in dein Zimmer bringen lassen. Also, dann, Mutter, schlaf gut und bis morgen.“

Silvia wollte ihre Mutter in den Arm nehmen, aber die alte Frau lies es nicht zu und wich beiseite. War das wirklich ihre Silvia, die da vor ihr stand ? Sie hatte sich so sehr ver├Ąndert, seit damals als sie noch eine gl├╝ckliche Familie waren. Wie oft hatte ihr Silvia kleine Bildchen gemalt und darauf geschrieben, ich hab dich lieb, du bist die beste Mama der Welt.
War sie wirklich die beste Mutter der Welt gewesen. Sie hatte es zumindest versucht, und es war ihr nie schwer gefallen. Ihre Familie war ihre Lebensaufgabe. Wie oft hatte sie am Bett ihrer Kinder gesessen, als diese krank waren und sie getr├Âstet. Wie oft hatte sie ihnen Geschichten erz├Ąhlt, Geschichten von fr├╝her aus ihrer eigenen Kindheit, von damals als sie selbst noch ein Kind war.. Sie hatte ihnen Respekt und Achtung vor den Menschen nahe bringen wollen, und versucht gute Menschen aus ihnen zu machen, was auch immer das bedeutete. Ja, und sie hat mir ihnen gebetet, sie wollte ihnen ihren Glauben an Gott weitergeben, den sie nie verloren hat. Heute, dachte sie hat das kleine Kindergebet an Bedeutung verloren :

Ich bin klein
Mein Herz ist rein
Darf niemand drin wohnen
Als Jesus allein


Heute, dachte sie, hat das Gebet f├╝r mich seinen Sinn verloren, heute m├╝sste es lauten:

Ich bin alt
Mein Herz wird kalt
Will niemand drin wohnen
Als ich ganz allein


Aber ihr Herz war nicht kalt, es wurde ihr noch ganz warm, wenn sie wieder an fr├╝here Zeiten dachte. An ihren Mann und ihre beiden so sehr geliebten Kinder. Und jetzt war ihr Silvia so fremd geworden. Ihre Silvia, sie hat sich so ver├Ąndert. Die W├Ąrme und Herzlichkeit, die sie fr├╝her in sich hatte, wann hatte sie das verloren. Warum hat sie es verloren. War vielleicht doch ihre Erziehung falsch, hatte sie etwas falschgemacht.

Die alte Frau seufzte und ihre Gedanken zerrissen ihr fast das Herz, warum ist alles nur so weit gekommen, warum nur. Sie hatte keine Kraft mehr und sie sp├╝rte selbst, wie das Alter auch sie ver├Ąndert hatte. Aber war das nicht bei jedem Menschen so. Ihr ganzes Leben lang hatte sie immer alles gegeben was sie hatte, alles an Liebe und Verst├Ąndnis. Nicht dass sie es nicht gerne getan h├Ątte, nein, es hatte ihr sogar selbst so viel gegeben anderen zu helfen oder einfach nur zuzuh├Âren. Immer war sie f├╝r andere da. Aber jetzt, konnte sie jetzt im Alter nicht auch erwarten, dass jemand f├╝r sie da war, dass jemand sich ein wenig um sie k├╝mmerte.....Aus F├╝rsorge um sie, nicht gegen Bezahlung wie hier im Heim. Durfte sie nicht erwarten, dass ein wenig von der Liebe, die sie gegeben hatte zu ihr zur├╝ckkam ? Nicht einmal von ihren eigenen Kindern ?

Silvia war gegangen und die alte Frau war nun allein in dem Zimmer, das sie von Frau M├╝ller zugewiesen bekommen hatte. Ein Pfleger hatte ihr wortlos die Koffer mit ihren Sachen in ihr Zimmer gebracht. Ein paar Kleider und andere Dinge, die sie aus ihrer alten Wohnung mitgenommen hatte. Trotzdem war alles so fremd, sie konnte sich hier nicht heimisch f├╝hlen und wollte es auch gar nicht. Sie f├╝hlte sich wie eine Kerze kurz vor dem Erl├Âschen und niemand war da ihr letztes warmes Licht einzufangen.

Verzweifelt sank die Frau auf das Bett, das in einer dunklen Ecke in dem kleinen Zimmer stand. Aus ihrer Tasche zog sie ein Bild ihres Mannes, das sie seit seinem Tod immer bei sich getragen hatte. Abgegriffen und vergilbt war es schon, und man konnte den gro├čen Mann darauf fast nicht mehr erkennen., aber das st├Ârte sie nicht, sie trug sein Bild in ihrem Herzen. Das Foto war nur eine Erinnerung, die sie in ihrer Hand halten konnte, etwas Greifbares, das sie ihrem Mann wieder n├Ąher bringen konnte. Sie redetet oft mit dem Bild, wenn sie allein war, und erz├Ąhlte ihm von ihrem Leben. Nur, heute, heute konnte sie nicht mit ihm reden. Heute begoss sie sein Bild mit ihren Tr├Ąnen und die alte Fotografie begann unter ihren Tr├Ąnen zu verschwimmen.
Hermann, mein geliebter Hermann, schick mir doch einen Engel, der mich zu dir bringt.
Hier werde ich nicht mehr gebraucht. Ich bin an der Endstation angelangt, weiter geht es nicht.

Irgendwann muss die alte Frau vor Ersch├Âpfung und Einsamkeit eingeschlafen sein, immer noch mit dem Bild ihres Mannes in der Hand.

Drau├čen begann es zu d├Ąmmern und die Frau glaubt in der Ferne Glocken l├Ąuten zu h├Âren.
Ach, wie sch├Ân, dachte sie, Glockengel├Ąut, wie bei unsere Hochzeit.... einst, vor so vielen Jahren.
Sie sah das Bild ihrer Trauung vor sich, wie Hermann sie gl├╝cklich in den Arm nahm. Dann sah sie ihre Kinder. Wie sch├Ân sie doch waren. Sie liefen miteinander ├╝ber die Wiesen und spielen fangen. Zuhause gab es dann Kakao und nat├╝rlich selbstgebackenen Kuchen... Orangenkuchen, wie immer, wenn es ein besonders sch├Âner Tag war. Und pl├Âtzlich stand da Hermann an der T├╝r mit ihrer Kathy im Arm....Kathy, meine Kathy. Hermann gab ihr das K├Ątzchen und sagte :“ F├╝r dich !“ Die alte Frau weinte, diesmal vor lauter Liebe und R├╝hrung, und umarmte ihren Mann und die Kinder.
„Danke, ich danke euch f├╝r alles. Ich liebe euch so sehr“, dann erst sah sie den wundersch├Ânen Engel an der Seite ihres Mannes. Der ganze Raum war mit Licht erf├╝llt und Hermann nahm sie in den Arm und fl├╝sterte:“ Komm mit mir, Gerdi, hab keine Angst. Wir sind gekommen, um dich zu holen. Jetzt darfst du mit mir gehen. Ich habe so lange auf dich gewartet...Endlich, endlich habe ich dich wieder.“
Die alte Frau sah ihren Mann gl├╝cklich an und sagte:“ Nein, Hermann, ich habe keine Angst, ich werde mit dir gehen, nichts mehr h├Ąlt mich hier, nichts auf der ganzen Welt:“
Dann gingen die beiden Hand in Hand den Weg den der Engel ihnen zeigte.

Es war schon sp├Ąt am Abend, als Frau M├╝ller noch einmal nach der alter Frau Emsbach sehen wollte. Mit dem Foto in der Hand und einem L├Ącheln im Gesicht lag die alte Frau im Bett und schien zufrieden eingeschlafen zu sein.

Frau M├╝ller griff zum Telefon und w├Ąhlte.

„Frau Heger? Hier spricht Frau M├╝ller von Haus Sonnenhof, es tut mir entsetzlich leid, aber ich muss Ihnen leider mitteilen.... Ihre Mutter... kurz nachdem Sie gegangen sind, ist sie ... sie ist ganz friedlich eingeschlafen... mit einem L├Ącheln im Gesicht .Es tut mir so leid, Frau Heger....Mein allerherzlichstes Beileid:“









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slyfly
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hm

Hallo coco,

ich habe lange ├╝berlegt, ob ich zu Deiner Geschichte Stellung nehme, aber ich mach es jetzt einfach.

Auch wenn einige gute Beobachtungen in Deinem Text sind, finde ich leider, dass er von zu vielen Klischees getragen wird und er dr├╝ckt sehr arg auf die Tr├Ąnendr├╝se. Du kannst es doch viel besser! In Deinen Haiku(s) und Gedichten entwickelst Du oft starke, emotionale Bilder und die habe ich hier sehr vermisst.

So, jetzt ist es raus...

Liebe Gr├╝├če und nichts f├╝r Ungut

slyfly

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Conny
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2002

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Die ganze Geschichte ist voller Tr├Ąnen, voller Schw├Ąche und Lebensunlust. Tats├Ąchlich gibt es solche Menschen, und dir ist es auch gelungen, die inneren Gef├╝hle der alten Frau zu schildern. Nur sind mir die vielen Wiederholungen aufgefallen. Sie weint, sie f├╝hlt sich schwach, sie h├Ąlt das Altenheim f├╝r die Endstation des Lebens. Das alles wird oft erw├Ąhnt - zu oft - um der Geschichte noch folgen zu wollen. Das Ende wirkt sehr klischeehaft und ├╝berzogen. Mir kommt der Eindruck, dass hier das Leben alter Menschen mit allen Klischees im wahrsten Sinne des Wortes "tot" geredet wird. So sch├Ân finde ich das nicht unbedingt.

Dies ist meine Meinung zur Geschichte, und kein Angriff auf dich als Person.
(Manche Schriftsteller verwechseln das oft, ich sage das nur zur Vorsicht)

;-)
__________________
"Die H├Ąlfte ist manchmal mehr als das Ganze."

Hesiod

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coco
???
Registriert: Jun 2002

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hallo an euch

danke f├╝r euer ehrliches feedback zu meiner geschichte. vielleicht eine kleine erkl├Ąrung dazu : das ist meine erste kurzgeschichte ├╝berhaupt, die ich geschrieben habe (vor ungef├Ąhr einem halben jahr). sind seit dieser zeit noch eine handvoll mehr geworden. ob ich sie ins forum stelle, wei├č ich noch nicht.
das ende der geschichte ist vielleicht etwas ├╝berzogen, das stimmt schon und das mit dem auf die tr├Ąnendr├╝sen dr├╝cken, ist gewollt, denn diese geschichte hab ich so ├Ąhnlich leider schon erlebt. so was ist wirklich extrem traurig und hat mich sehr, sehr nachdenklich gemacht. dabei ist dann diese geschichte entstanden.
hab schon mehrfach geh├Ârt, dass sie etwas langatmig und von zu vielen wiederholungen durchzogen ist, aber keine angst, so eine kritik verstehe ich nicht als pers├Ânlichen angriff, sondern eben als ehrliche meinung, die mir hilft vielleicht etwas besser zu werden.
aber mein metier bleiben doch trotz der ausfl├╝ge in die kurzgeschichte, die haiku und lyriktexte.

liebe gr├╝sse von coco

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Conny
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Jul 2002

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Hallo Coco!

Ich freue mich, dass du meine Kritik so gut aufgefasst hast. Das zeigt deutlich, dass du Potential hast, um dich zu entwickeln. Denn nur wer Kritik als Hilfe auf dem Weg sieht, wird seinen Stil verbessern.

In diesem Sinne
viel Erfolg

Liebe Gr├╝├če

Conny
__________________
"Die H├Ąlfte ist manchmal mehr als das Ganze."

Hesiod

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