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Leselupe.de > Gereimtes
Ene mene muh - raus bist du
Eingestellt am 04. 03. 2003 20:01


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La Luna
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Apr 2001

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Ene mene muh – raus bist du


Messer, Gabel, Schere, Licht
Und auch böse Onkel nicht…
Kindchen hĂĽbsch, Kindchen fein,
musst doch stets gehorsam sein.

Eine kleine Micky Maus…
zieht ihr fix das Kleidchen aus.
Hände öffnen Reißverschluss.
Onkel stiehlt sich einen Kuss.

Ich und du, Müllers Kuh…
Kindchen presst die Augen zu.
Lieber Gott, mach mich rein,
will auch immer artig sein.

Eins – Zwei – Drei
Bin bald frei…
Frei bist du noch lange nicht.
Erst wenn Onkels Glut erlischt.

Kätzchen tritt die Treppe krumm…
Kleine Engel weinen stumm.
Während schwarzer Mann sich paart,
Kindchen aus dem Fenster starrt.

Alice sucht ihr Wunderland,
doch's Kinderland ist abgebrannt.
Schwarz, grau, rot…
Ă„uglein leer - Kaninchen tot.


_________________
© Julia Nietzsche

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george
Routinierter Autor
Registriert: Jan 2003

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BedrĂĽckend, aber leider halt manchmal wahr.
Schwer zu bewerten. In der Aussage nur beschreibend, kein Zeigefinger. Die Diskrepanz zwischen der kindlichen Unschuld und der Tat reicht Dir.

Technisch gut. Ein paar kleine Hinweise, Empfindungen, Vorschläge:

1. vierte Strophe, zweite Zeile: Das erste Wort "ich" könntest Du streichen. Passt von den Hebungen her besser.

2. In der letzten Strophe könntest Du bei doch's das "s" einfach weglassen. Artikel kann man öfter weglassen, als man denkt...

3. Die zweitletzte Zeile passt noch nicht richtig im Rhythmus zur letzten Zeile...

wie wär's mit
"schwarz und grau, grĂĽn und rot"

Liebe GrĂĽsse
__________________
© Jürgen Locke

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Shibo no Tenshi
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Feb 2003

Werke: 7
Kommentare: 25
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Ich finde diese Gedicht sehr schön.
Sehr ausdruckstark und stimmt nachdenklich.
GlĂĽckwĂĽnsch wirklich sehr gelungen
__________________
Lösch meine Träume aus, bewahr mich vor meiner Erinnerung,was immer sich in mir erinnern will.
(The Last Unicorn)

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La Luna
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Apr 2001

Werke: 19
Kommentare: 646
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Hallo George,

der Zeigefinger schien mir in diesem Gedicht, aus genau dem von dir genannten Grund, ĂĽberflĂĽssig.
Punkt 1 und 2 habe ich gemäß deinen Vorschlägen geändert. Du hast Recht, so klingt es wirklich gefälliger.
Punkt 3 allerdings möchte ich nicht ändern, da das Grün und auch keine weitere Farbe dort hineingehört.
Ist mehr so'ne GefĂĽhlssache, aber ich denke, dass ein Kind, das so etwas erleiden musste, zumindest anfangs nicht mehr in der Lage sein dĂĽrfte, die Welt so wahrzunehmen, wie sie ist. Ich bin der Meinung, dass die Wahrnehmung eng gekoppelt mit dem seelischen Befinden ist und fĂĽr ein GrĂĽn ist da eben kein Platz mehr.
Wenn ich es lese, pausiere ich kurz bei den Kommata. Dann passt es rhythmisch wieder. :o)
Vielen Dank, dass du dich mit meinem Text auseinander gesetzt hast. Deine Tips waren sehr hilfreich fĂĽr mich.




Hallo Shibo no Tenshi,

auch dir möchte ich für deine freundlichen Worte danken.
Ich habe mich sehr darĂĽber gefreut. :o)


Liebe GrĂĽĂźe an euch beide
Julia




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Holger
Guest
Registriert: Not Yet

Liebe La Luna,
zu george brauche ich in diesem MaĂźe nichts hinzuzufĂĽgen.
Das Thema ist äußerst schwer zu behandeln. dem wird man nicht gerecht. Du hast meine vollen respekt dafür.

Sehr gut gewählt ist dieses sprachliche Mittel eines Kinderreimes, der ja auch in seiner Ursprungsform zur Vorsicht mahnt.

Alle Achtung
Holger

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sekers
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Feb 2003

Werke: 25
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Mondlicht verdĂĽstert

Hallo Julia,
so unschuldig wie ein dahergesagter Kinderreim schleicht sich der böse Onkel an, und so grausam wie's nach der Reim weitergeht macht der Onkel weiter. Erschreckend, wie einfach und kindlich das Bösesein funktioniert. Kein Wort des Zorns findet sich im Gedicht, es erscheint wertfrei, beschreibend. Mit dieser Technik transportierst Du das Abscheuliche effektiv und weckst mehr Gefühle und Abscheu als jeder noch so (zurecht) emotionelle Aufruf das könnte.
Schade zwar, daĂź die Kinderreime dabei auch ihre Unschuld verlieren, aber das ist bei diesem Thema wohl das kleinere Problem.
Liebe GrĂĽĂźe
G.

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