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Leselupe.de > Kurzprosa
Enge Lebenszwänge
Eingestellt am 09. 10. 2001 01:36


Autor
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Dietmar Hoehn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2001

Werke: 51
Kommentare: 134
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LEBENSZWANGSVERLAUF

Der Mensch, er altert von Beginn
konstant und aussichtslos dahin.
Durchläuft dabei bekannte Phasen,
hört Hunderttausend dumme Phrasen,
beziehungsweise Platitüden.
Vor allem auch die so perfiden
der Ehegatten und Kollegen.
Tagtäglich geht ein ganzer Regen
von purem Schwachsinn auf ihn nieder.
Auch Bosse, die ihm hin und wieder
den Rest an Lebenslust vergällen,
mit ihrem Schnauzen oder Bellen,
erträgt er nur mit Contenance.
Der Mensch sieht niemals eine Chance,
dem Spuk durch Flüchten zu entrinnen.
Er rackert, schuftet wie von Sinnen,
und opfert für den eig‘nen Clan:
Gesundheit, Frohsinn und den Charme,
den er zuvor besessen hat.
Zermürbt erkennt er früh: das Blatt
wird sich für mich wohl niemals wenden.
Er ringt mit sich, auch mit den Händen,
denn auch die Ehe ging kaputt.
In Scherben steht er und im Schutt
der still gepflegten Lebenslügen.
Sein hoffnungsfrohes Selbstbetrügen:
es wird schon werden, nur gemach,
erkennt er jetzt als bitt‘re Schmach.
Es kehrt der Mensch dann unter‘m Strich
die ganze Schuld nicht gegen sich,
da er sie nicht ertragen kann.
Im Gegenteil, die Frau ist dran,
die Kinder, der Kollegenkreis.
Der Umstand auch wie jeder weiß,
dass ihn sein Boss, der miese glatte,
niemals dorthin befördert hatte,
wohin er strebte, jahrelang.
Nur Mobbing gab‘s, doch niemals Dank
für Überstunden, reich an Zahl.
Er fühlt sich ausgenutzt, zumal
jetzt auch noch die Entlassung droht.
Der Mensch dreht durch in seiner Not,
ergreift die Flinte und drückt ab.

Seither besucht kein Schwein sein Grab!

__________________
Einsam wie beim Hoeh'nflug
fühl'ich mich, das reicht, genug!

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Willi Corsten
Manchmal gelesener Autor
Registriert: Apr 2001

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Lieber Dietmar,
wieder einmal ein echter Hoehn.
Super beobachtet und sehr gekonnt umgesetzt.
Die Schlusszeile hat mich fast vom Stuhl gehauen.
Da hast du noch mal Glück gehabt, denn wenn ich mir dabei ein Bein gebrochen hätte, wären Schmerzensgeldforderungen auf dich zugekommen.
Es grüßt dich lieb
Willi

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Dietmar Hoehn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2001

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Na, na, von wegen: Schadensersatzforderungen...

Da kann man mal wieder sehen, welchen unglaublichen Gefahren man sich beim Lesen von Hoehnschen Gedichten aussetzt. Habe ich denn nicht oft genug davor gewarnt? Mensch, das ist absolut gefährlicher Sprengstoff, vom feinsten, jawohl! Pustet zumindest manch verdickten (von Verdikt!) Vorstellungsnebel gutbürgerlicher Konvention hinter Horizonte.

Oh, mein guter Willi, köstlich dein Bild, wie es dich vom Stuhl haut und du die Ambulanz zur Hilfe rufen musst, um dieser dann zu erklären wie es zu diesem tragischen Unfall kommen konnte: "Die letzte Zeile war's, ich schwör's Ihnen, die hat mich umgehauen, nehmen Sie den Dichter in Regress!"

Aus der Szene bastele ich uns einen schönen Cartoon mit Hilfe von power point, den ich dir dann genüsslich rübermailen werde, darfst dich schon freuen, mein Lieber.

Herzlichen Dank für dein schönes Kompliment und liebe Grüße von Dietmar


__________________
Einsam wie beim Hoeh'nflug
fühl'ich mich, das reicht, genug!

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eufemiapursche
Fast-Bestseller-Autor
Registriert: Aug 2001

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blanker Hoehn

Hallo Dietmar,

da springt uns doch mal wieder glatt der blanke Hoehn
ins Gesicht mit seinem hau den Willi vom Stuhl Gedicht

Ab unter den Scheffel -)

vor Willis Rächern und
zum neuen Sprengstoffbasteln natürlich

und dem Willi für sein blaues Auge:

bist noch mal davongekommen...

euer Trostpflästerchen



__________________
Der Zeit auf den Versen bleibenHier klicken

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flammarion
Foren-Redakteur
Routinierter Autor

Registriert: Jan 2001

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auch

ich finde das gedicht super. allerdings würde ich die letzte zeile umwandeln in "und nun besucht kein Schwein sein Grab." denn mit "seither" liest es sich so, als habe sich der ärmste schon lange in dem grab befunden.
zu schade, daß du den cartoon nicht in die lupe stellen kannst! das wär gewiß ein gaudi. ganz lieb grüßt
__________________
Old Icke

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Dietmar Hoehn
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Jul 2001

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Kein Problem

Salut liebe flammarion,

lange nichts mehr gehört.Danke für deinen richtigen Hinweis, zu dumm nur, dass ich es jetzt nicht mehr ändern kann. Dein Wunsch sei mir Befehl, brauchst mir nur deine E-mail Adresse angeben und schon kommt ein Cartoon geflogen. Den Willi wird's nicht stören, er hat ja viel Humor, wie wir alle wissen.

Man liest sich, Dietmar
__________________
Einsam wie beim Hoeh'nflug
fühl'ich mich, das reicht, genug!

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