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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Engel
Eingestellt am 01. 06. 2002 14:05


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Möwe-Jona
???
Registriert: May 2002

Werke: 20
Kommentare: 11
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Du gleichst einem Engel, und in tiefer Sehnsucht schwebst du zwischen Himmel und Erde mit der Erwartung bald einer zu sein.

Ich kann deine Traurigkeit fĂŒhlen und ich weiß, dir fehlen Antworten um endlich ein Engel zu werden.

Bist du es, der mir dabei hilft mich von der Wirklichkeit zu lösen?

Bist du es, der meinen Verstand zerlegt, damit meine Gedanken nur dir gehören?

Ja, du bist in der Lage, dass ein Mensch den Weg geht, der mit Asche gepflastert ist, ein Weg, den du verbrennst. Du setzt alles daran, damit ich mich öffne und dir helfe.

Ich schließe die Augen!!!

Solange du mich nicht los lÀsst, habe ich nicht mehr die Kraft mich hier zu bewegen. Immer wiederkehrende NÀchte lassen mich nicht los, du lÀsst mich nicht los.

Deine Sehnsucht ist so stark durch Antworten ein Engel zu werden. Du kennst keine Zeit und weißt auch nicht wie lange du Ziellos zwischen Himmel und Erde schwebst und dennoch fĂŒhlst du das die Zeit gekommen ist um endlich einer werden zu können. Vielleicht durch mich, - ja, vielleicht.

Ich sehe viele Farben, die sich zu einer Farbe vermischt. Die stÀrkste Farbe der Höhen und Tiefen meines Lebens, die Farbe meiner TrÀume die mir hilft, dich wahr zu nehmen.

Ich empfange Stimmen, die nicht meiner Musik gleichen. Sie kommen nicht aus meinen Lautsprechern, nein, es halt durch meinen ganzen Raum, auf den Straßen bis hin zu den Wolken und der Nacht.

Die Augen geschlossen folge ich diesen Stimmen und mit jedem Schritt höre ich den Steinen unter meinen Sohlen weniger und weiß, dass ich den Stimmen sehr nahe bin, das ich dir sehr nahe bin.

In der Nacht kann ich nur schwer erkennen wo sich mein Ziel aufhĂ€lt doch ich lasse mich leiten von meinen GefĂŒhlen denn ich möchte doch auch, dass du ein Engel wirst und durch die Kraft, die ich dir gebe endlich ins Paradies der Engel gelangst.


__________________
lebend bestehen
schwebend erleben

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Gerhard Kemme
Guest
Registriert: Not Yet

Engel

Hi Möwe-Jona, hi Mitleser,
ein Zentrum deines Werkes ist das Verstehen, in sich Wach-
rufen der seelischen Strukturierung des Anderen. Sei dies
auch ein Gate zur AnnÀherung an dein sehr tiefes und doch
auch irgendwo ambivalent schwebendes ProsastĂŒck, das doch
Lyrik ist. Mit Frau und Tochter war ich irgendwann in St.
Peter-Ording, dies war auch ein Urlaub, der einen Gross-
stadtmenschen mit damals sehr prosaischem Beruf verÀndern
konnte. Du wendest dich an ein GegenĂŒber, das du etwas ver-
standen hast. Doch auch dieser Mensch, ich nenne ihn ein-
fach hier einmal Mensch, hat seine Stimmungen, seine Orte
an denen er anders ist. So erfasst du eventuell immer nur
einen Ausschnitt seines Seins. Ich mach' jetzt natĂŒrlich den
Fehler, deine biologische Person mit dem lyrischem Ich
gleichzusetzen, d.h., was ich schreibe richte ich eigentlich
an die Person, die erzÀhlend in deinem Text auftritt.
Geistige Ruhe, kein Gedanke, Betrachtung und Bewegung, auch
dies könnten Momente des Seins darstellen. Halbengel leben
lange und gerne. Vielleicht gab es frĂŒher tatsĂ€chlich ein-
mal Engel mit FlĂŒgeln?
Könnte ein ganzes Interpretationsbuch schreiben und mag
dein Werk gerne, es lÀdt aber auch etwas zu Kommentar und
Dialog ein, weil es mir sehr transzendent erscheint.
TschĂŒss Gerd

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