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Leselupe.de > Kurzprosa
Engel (angang)
Eingestellt am 25. 11. 2005 18:10


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undieEckelins
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Nov 2005

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Engel

Es ist vielleicht besser, ich schreibe meine Geschichte auf. Jedenfalls hat das mein Psychiater mir geraten. Und so schreibe ich hier mein Leben nieder.

Angefangen hat es vor drei Jahren. Damals war ich gerade zwanzig geworden. Ich weiss noch, es war eine Woche nach meinem Geburtstag. Es war ein solcher Tag, wo man sich einfach glücklich fühlen musste. Die Sonne scheinte, die Vögel zwitscherten und es zog alle Leute aus ihren grauen und tristen Wohnungen auf die Strasse. So auch mich. Ich schlenderte durch den Park direkt vor meiner Wohnung und liess meinen Gedanken freien Lauf, so wie ich es immer mache, wenn ich alleine unterwegs bin. Ich setzte mich auf meine Lieblings Bank und schaute den vorbeigehenden Leuten zu. Ich liebe das, Leute zu beobachten. Ich versuche mir vorzustellen, was sie vorhaben, oder woher sie kommen. Eine alte Dame führte ihren Hund spazieren und ein kleines Mädchen zieht an der Hand ihrer Mutter. Da räuspert sich ein Mann neben mir. Ich war so in meine Gedanken versunken, dass ich ihn gar nicht bemerkt hatte. Er war Mitte dreissig und hatte dunkle Augen. Die Augen waren das erste was mir aufgefallen ist. Sie waren so dunkel das man seine Iris nicht erkennen konnte. Er lächelte mich verlegen an und fragte mich, was für Zeit es sei. Ich antwortete, er bedankte sich und verabschiedete sich von mir. Ich sah im nach, er trifft sicher seine Freundin oder sogar seine Frau. Oder vielleicht hat sie ihn ja versetz und er wartete vergeben auf sie. Nein, er machte einen Glücklichen Eindruck, oder?
Nach dieser Begegnung im Park habe ich ihn etwa einen Monat nicht mehr gesehen. Aber irgendwie suchten meine Gedanken immer wieder nach ihm. Ich ging fast jeden Tag nach der Arbeit in den Park und setzte mich auf diese Bank, in der Hoffnung ihn wieder zu sehen. Ich habe in nie getroffen. Bis an jenem Samstag im letzten September. Ich sass wieder im Park. Es war kalt geworden und ich wickelte den Schal fester um meinen Hals. Ich wollte gerade nach Hause gehen und mir einen Kaffe machen. Da kam er und setzte sich neben mich. Ich ĂĽberlegte ob ich ihn ansprechen sollte. Da sagte er:
„Es ist kalt geworden, seit wir uns das letzte Mal gesehen haben.“
„Stimmt. Wie geht es ihnen?“
„Gut, danke. Ich habe gehofft sie hier zu sehen. Vielleicht könnten wir zusammen einen Kaffe trinken gehen?“
„Ja, einverstanden. Gehen wir.“
Wir tranken zusammen einen Kaffe und redeten über Gott und die Welt. Man konnte gut mit ihm reden, er konnte zuhören. Er hiess Fabian, war 24 und studierte Geschichte und Psychologie an der örtlichen Universität. Er erzählte mir von seinen Erlebnissen und ich berichtete von meiner Familie. Zum Schluss verabredeten wir uns für den nächsten Samstag.
Die Woche dazwischen verflog im nu, ohne das irgendetwas passierte.
Wir trafen uns im selben Kaffe wie letztes Mal, redeten und lachten gemeinsam.
Die Treffen wurden immer häufiger und wir lernten uns immer besser kennen.

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