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Leselupe.de > Humor und Satire
English breakfast
Eingestellt am 13. 10. 2004 20:13


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Aurelio
Autorenanwärter
Registriert: Sep 2004

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Es ist ein Genuss – muss es sein - sagen Viele – und mir schmeckt es nicht. Es liegt daran, sagen alle diese Vielen, weil ich nicht weiss, auf was es beim richtigen 'breakfast' ankommt. So wähle ich einmal die falsche Reihenfolge, das andere mal lasse ich mein Auge entscheiden, was nicht richtig ist, dann wiederum lege ich das Falsche drauf, bzw. habe das Falsche drunter, trinke zur falschen Zeit das Richtige, Nun weiss ich nach einer Unzahl von Übungsfrühstücken nur auf was es nicht ankommt, aber das ist doch zumindest schon Etwas. Sollten Sie auch so ungeschickt im Umgang mit breakfast's sein und nicht wissen, auf was es da ankommt, dann folgen Sie mir unauffällig in die Geheimniswelt des echten englischen Frühstücks.
Ich Kulturbanause glaubte anfangs, es kommt bei einem richtigen Frühstück darauf an, dass man am Ende satt ist. Das mag auf der ganzen Welt Gültigkeit besitzen, nicht aber in England. Dort kommt es darauf an, richtig zu frühstücken, sich nicht banal und triebhaft vollzufressen.
Der Tee zum Frühstück ist ja von meiner Seite her noch zu akzeptieren, man braucht schliesslich irgendeine Flüssigkeit am Morgen. Schade ist nur, dass gerade die Engländer, die so gerne Tee trinken nicht lernen wollen, Tee zu kochen. Meist schmeckt das Wasser nur nach dem leicht verbrannten Kandis der sich nur teilweise auflöst und am Ende ausgelöffelt und mit der fetten Wurst hinuntergewürgt wird. Aber es ist wenigstens definierbar süss – und das ist doch schon Etwas. Tee gehört eben dazu, ob man ihn nun will oder nicht.
Aber nicht der Tee macht das 'english breakfast' - auf den Tee kommt es nicht an.
Was jedoch diese halb geschälte, eiskalte, rotzige Dosentomate auf dem Teller verloren hat, bedarf schon einer Erklärung. Im besten Fall das untere Teil könnte man für eine Sauce mit verkochen, aber kalt essen ohne Gewürz – nein. Es ist eine Erfrischung, denn es ist Gemüse hat man mir erklärt, wobei das Wort 'Erfrischung' gleich als Garant für 'Frisch' herhalten muss. Einzig frisch waren an diesem italienischen Exportmüll die tief eingepressten Fingerabdrücke einer Küchenhilfe und die platte Seite, wohl von einer flachen Aufprallfläche herrührend, die Fussboden heisst. Aber sie gehört eben einfach dazu. Lassen wir sie als Garnitur gelten. Diese Tomate macht ja schliesslich nicht das 'english breakfast', auf die Tomate kommt es nicht an.
Doch dazu passend gesellt sich immer eine Wurst, genaugenommen ein Würstchen. Diese 'sausage' ist etwas Besonderes und absolut Einmaliges. Wegen diesem fetttriefenden Appetithemmer ist sogar das EU-Gesetz für die Lebensmittel-Zusatzstoffe geändert worden. Als einziges Lebenssmittel ( man beachte das Wort 'Lebensmittel' ) darf es mit "E 128" eingefärbt werden. Bisher war dieser Farbstoff ausserhalb Englands verboten, nicht zuletzt weil Erbgutschädigungen nachgewiesen wurden. Es stellt sich nun die Frage, ob man durch den Verzehr des 'english breakfast' geschädigt wird oder kann man das alles nur essen, weil man schon geschädigt ist. Doch es ist ja nicht das Würstchen, das ein echtes 'english breakfast' ausmacht. Es ist halt dabei, aber auf das Würstchen kommt es nicht an.
Da muss es einmal einen cleveren Orangenverkäufer gegeben haben, der selbst gerne Orangen gegessen hat. Er hat es fertig gebracht, den Abfall – also die Schalen - den Engländern zu verkaufen. Und diese wiederum, für ihre Kochkunst bekannt, brachten es fertig daraus eine Marmelade zu machen. Sie ist zwar schrecklich bitter, wird aber gerne zum Frühstück gegessen. Überhaupt macht es den Anschein, dass alles Essbare, das den Tag vermiesen kann auf den Frühstückstisch kommt. Aber die Marmelade ist nun mal dabei, sie ist ja auch nicht das, was das 'english breakfast' weltbekannt gemacht hat. Nein, auf die Marmelade kommt es nicht an.
Und wenn sich der Magen schon verkrampft, kann man ja nicht eine normale Butter auf das Teller legen. Kein echter Engländer würde sie auch nur anrühren, das Messer damit geschmacklich versauen. Mit einer Prise Meer muss sie veredelt sein, salzig muss sie schmecken. In Kombination mit bitterer Marmelade, kaltem und fettigen Würstchen und Tomate ein Hochgenuss, der schon manchen verträumten Gaumen wieder wachgerüttelt hat. Aber nicht die gesalzene Butter ist es, die ein 'english breakfast' so begehrt macht, nein darauf kommt es nicht an.
'ham and eggs' heisst das Ziel der Begierde aller Touristen. Schon die Bezeichnung würde für Einiges entschädigen, wäre sie auch nur ein bisschen richtig. Der Schinken entpuppt sich meist als gewöhnliches, gekochtes Bauchfleisch das man mit einem Ei – nicht Eiern – gleichmässig in der Pfanne anbrennen lässt. Entfernt man dann alle Knorpel und die Haut bleibt tatsächlich ein Löffelchen von dieser kostbaren Kreation. Doch das ist es nicht, was ein echtes 'english breakfast' ausmacht, nein darauf kommt es nicht an.
Ein herrlicher Duft zieht um die Nasen der hungrigen Mäuler. "Toast" geht eine Raunen durch die Reihen. Ja, gebratenes Weissbrot – wunderbar. Da macht es auch nichts, wenn es ein wenig schwarz ist. Auch wenn es innen etwas teigig ist, Hauptsache es heisst Toast. Und die Temperatur, ach man will doch nicht kleinlich sein. Wichtig ist, es war einmal im Toaster, es ist ohnehin immer zu warm in diesen Frühstücksälen. Doch es ist nicht das getoastete Weissbrot das ein englisches Frühstück zum eben 'english breakfast' macht. Nein, darauf kommt es wirklich nicht an.
Es ist das typisch Englische, das ein Frühstück zum 'breakfast' macht, das Extravagante, das Traditionelle.
Ein Toast muss diagonal geschnitten sein, dann ist es ein echtes 'ENGLISH BREAKFAST'.

Doch dunkle Wolken ziehen auf - eine Tradition sieht ihr Ende.

Steht doch in "Langenscheidt's Power Dictionary" unter <breakfast>:
'Das traditionelle englische Frühstück ist vom Aussterben bedroht'

Das ist aber sehr schade.

__________________
Andreas Georg Böck DE-86199 Augsburg

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flammarion
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zu

schade, dass so was nicht in reiseführern steht! ich weiß jetzt jedenfalls, dass ich in england nichts zu suchen habe . . .
lg
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Old Icke

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blaustrumpf
???
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Hallo, Aurelio

Entweder, du bist gnadenlos betrogen worden oder du hast geschwächelt: Wo sind die gegrillten Champignons, wo die weißen Bohnen in Tomatensauce, wo ist das Weetabix?

Die Bratkartoffeln, den Fisch in Rahmsauce, die geschmorten Nierchen und all die anderen Köstlichkeiten hat man dir auch vorenthalten. Vom Black Pudding will ich gar nicht erst anfangen.

Nunja. Aber deinem Text hat die schmale Kost nicht geschadet, will mir scheinen.

Schöne Grüße von blaustrumpf
__________________
Dafür bin ich nicht aus dem Schrank gekommen, um mich in eine Schublade stecken zu lassen.

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Aurelio
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Ursprünglich veröffentlicht von blaustrumpf
Hallo, Aurelio

Entweder, du bist gnadenlos betrogen worden oder du hast geschwächelt: Wo sind die gegrillten Champignons, wo die weißen Bohnen in Tomatensauce, wo ist das Weetabix?

Die Bratkartoffeln, den Fisch in Rahmsauce, die geschmorten Nierchen und all die anderen Köstlichkeiten hat man dir auch vorenthalten. Vom Black Pudding will ich gar nicht erst anfangen.

Nunja. Aber deinem Text hat die schmale Kost nicht geschadet, will mir scheinen.

Schöne Grüße von blaustrumpf


Hallo Blaustrumpf,
es war Frühstück kein Brunch ! Aber ich wurde entschädigt. Am Nachmittag war tea-time mit Klavierkonzert und vielen alten, handschuhtragenden und behüteten Damen. Und nachdem ich den Tee nicht wollte liess ich mir das Angebot eines 'Original German Coffee' aufschwatzen. Absolut das Beste, was ich in England während 3 Monaten vorgesetzt bekam.
Da war in einem Wasserglas am Boden der nicht aufgelöste Kandis, überdeckt mit lauwarmer H-Milch, darauf etwa zwei gehäufte Löffel unvergänglicher Nescafe als Häubchen.
Wer da noch widerstehen kann.
Gruss
Aurelio
__________________
Andreas Georg Böck DE-86199 Augsburg

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Lotte Werther
Guest
Registriert: Not Yet

An Aurelio

Dein Text ist wie das englische Frühstück, das du beschreibst: fad und mit Stammtisch-Humor durchsetzt. Weder Inhalt noch Sprache können fesseln.

Hier die gröbsten Fehler:

Einfach vermeidbare Tippfehler:

kann man ja nicht eine normale Butter auf das Teller legen.

Alltagssprache, die dir gegönnt sei, nur macht sie deinen Text eben fad:

Sollten Sie auch so ungeschickt im Umgang mit breakfast's sein und nicht wissen, auf was es da ankommt,...

Da muss es einmal einen cleveren Orangenverkäufer gegeben haben, der selbst gerne Orangen gegessen hat. Er hat es fertig gebracht, den Abfall – also die Schalen - den Engländern zu verkaufen.

Schon die Bezeichnung würde für Einiges entschädigen, wäre sie auch nur ein bisschen richtig.

Das ist aber sehr schade.


Unklare Satzgebilde:

Es liegt daran, sagen alle diese Vielen, weil ich nicht weiss, auf was es beim richtigen 'breakfast' ankommt.

Unsinnige Folgesätze:

Ich Kulturbanause glaubte anfangs, es kommt bei einem richtigen Frühstück darauf an, dass man am Ende satt ist. Das mag auf der ganzen Welt Gültigkeit besitzen, nicht aber in England. Dort kommt es darauf an, richtig zu frühstücken,...

Das ist so, als würde ich sagen: Ich Literaturbanause glaubte immer, bei einem richtigen Satz käme es darauf an, dass er logisch aufgebaut ist. Nicht so bei Aurelio. Bei ihm kommt es darauf an, richtige Sätze zu bilden... Ein Nonsense, zugegeben, nicht wahr?

Die Wiederholung dieses ungemein spannenden Satzes: aber das ist doch zumindest schon Etwas

Nun weiss ich nach einer Unzahl von Übungsfrühstücken nur auf was es nicht ankommt, aber das ist doch zumindest schon Etwas

Aber es ist wenigstens definierbar süss – und das ist doch schon Etwas


Die ungemein witzigen Umschreibungen, die jeden Schenkelklopfer zum Lachen bringen:

... wohl von einer flachen Aufprallfläche herrührend, die Fussboden heisst.

Ich habe auch schöne Sätze gefunden, die dir als Vorbild dienen sollten für den nächsten besseren Text:

Mit einer Prise Meer muss sie veredelt sein, salzig muss sie schmecken. In Kombination mit bitterer Marmelade, kaltem und fettigen Würstchen und Tomate ein Hochgenuss, der schon manchen verträumten Gaumen wieder wachgerüttelt hat.

Am Ende sei dir gesagt, dass ich nichts gegen Texte wie deinen habe. Ich habe nur etwas dagegen, dass ein Text wie dieser hoch bewertet wird und in keinem Verhältnis zu den guten Texten in diesem Forum steht.

Lotte Werther

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Aurelio
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Hallo Lotte Werther,
ich kenne da Leute, die schreiben perfekte Texte - wollen humorvoll sein und lachen am Ende einzig und allein nur selbst. Es ist eben hier so wie mit der Schönheit - perfekt ist einfach hässlich. Die kleinen Fehler sind eben der Punkt auf dem 'i' !
Und dann kommt noch dazu: Egal welchen Text ich lese, wenn ich ihn lese um Rechtschreibfehler zu korrigieren, kann da stehen was will. Es ist weder lustig noch traurig noch sonst was - es hat einfach 3 Fehler. Und ehrlich, ich will keine perfekten Texte sonst würde ich Gesetzestexte oder Anweisungen für Beamte schreiben.
Nix für unguat
Aurelio
__________________
Andreas Georg Böck DE-86199 Augsburg

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