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Leselupe.de > Gereimtes
Entdichtungsversuch
Eingestellt am 30. 01. 2008 10:05


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Walther
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Entdichtungsversuch


Der Dichter hat den festen Willen,
Er sucht nach den Entdichtungspillen,
Und m├╝sste er sie erst erfinden.
Er drohte ├Âfter zu erblinden,
Wenn er nachts las, was steht geschrieben.
Bisher ist es beim ÔÇ×FastÔÇť geblieben.

Es solln die Pillen rasch entheben,
Falsch weiter mit dem Krampf zu leben,
Man m├╝sste allen gleich berichten,
Was in des Hirnes vielen Schichten
So durch die leeren G├Ąnge sauste.
Und's zwanghaft auf den Bildschirm pauste.

Das w├╝rde manchem Leid ersparen.
Man l├Ąge sich nicht in den Haaren
Und w├╝rde sich nicht so beharken.
Man k├Ânnte die Versuche parken,
Bis sie zu den Gedichten reiften,
Die wenigstens den Weltsinn streiften.

Doch wieÔÇÖs so ist mit Menschenwillen:
Auch gegen Pillen g├ĄbÔÇÖs bald Pillen.
Drum w├╝rde weiter schlechte Dichtung
Beschweren den, der ihrer Sichtung
Sich bl├Âderweise hat verschrieben.
So istÔÇÖs bei dem Versuch geblieben.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 30. 01. 2008 10:05
Version vom 30. 01. 2008 10:42
Version vom 30. 01. 2008 11:47

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presque_rien
???
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Hallo Walther,

Finde ich super, die Idee, ich h├Ątt solche Pillen gerne . Man denkt sich so oft "nee, schlaf doch wenigstens noch ne Nacht dr├╝ber, du musst es doch nicht gleich posten" - aber dann sind die Finger schon an der Tastatur und die Entw├╝rfe m├╝ssen hier im Gr├╝nen weiterreifen. Geduld ist einfach eine Tugend, die nicht jedem geg├Ânnt ist .

Besonders die beiden letzten Strophen finde ich sehr gelungen, besonders "Versuche parken" und "der ihrer Sichtung
sich bl├Âderweise hat verschrieben" .

Ein paar Anmerkungen noch:

quote:
Die wenigstens den Weltsinn streiften.
Mach f├╝r mich nur Sinn, wenn sich "wenigstens" auf "streiften" bezieht - aber vom Satzbau und Rhytmus her bezieht man's als Leser unweigerlich auf "Weltsinn". Ich w├╝rde vielleicht etwas schreiben wie "Die halbwegs wohl den Weltsinn streiften" oder "Die Weltsinn doch zumindest streiften".
quote:
Er drohte ├Âfter zu erblinden,
Wenn er nachts las, was steht geschrieben.
Bisher ist es bei dem ÔÇ×FastÔÇť geblieben.
Verstehe ich nicht ganz: Bezieht sich das auf die Sichtung der schlechten Dichtung? Dann verwirrt das am Anfang, weil man beim Stichwort "Dichter" erstmal ans Schreiben denkt. Auch formal finde ich diese Verse schlechter als den Rest.
quote:
Es solln die Pillen den entheben
Man wartet hier die ganze Zeit auf eine Explizierung des "den" in der Art von "den, der..." - so wie's ist ist's ungrammatisch.
quote:
Unds zwanghaft auf den Bildschirm pauste.
Macht f├╝r mich ebenfalls keinen Sinn.

Lg presque

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Walther
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Hallo!

"Fast" => "drohte ├Âfter" - erblindete nicht aber "fast".

"Wenigstens" => Gemeint und erkennbar: Es verlangt ja keiner, da├č die Versuche den Weltsinn erkennen, oder gar erhellen, aber ihn wenigstens erahnen lassen (= streifen) sollten sie dann schon.

"Schlechte Dichtung" => aus dem Text kann erkannt werden, da├č hier beides gemeint ist, nur die "Dichtung" aber auch die "schlechte Dichtung" - die Ambivalenz wurde billigend in Kauf genommen.

"pauste" - damit ist das "Pausen" im Sinne von Kopieren gemeint. Nachdem wir den Kopierer hatten, pausten wir nicht mehr (durch). Grammatisch bezieht sich das, daher der Punkt vor dem "und", auf den Nebensatz, der mit dem "was" beginnt. "Man pauste es zwanghaft". Ist ein bi├čchen schwerer erschlie├čbar, aber eigentlich ebenfalls klar. Jedenfalls sind Reim und Bild originell, es mu├č ja nicht zum Jubel hinrei├čen.

Jo, so isses numal. Klein. Gebrauchsgedicht. Lesen. Schmunzeln. Wegschmei├čen/vergessen. Zur TO ├╝bergehn.

Was man so tut, wenn man mal was tut.

Gru├č W.



__________________
Walther
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Walther
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Moin,
das "den" ist wirklich falsch, hier steht jetzt "rasch". Danke f├╝r den Hinweis.
Gru├č W., der Schattn hattn wieder
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Walther
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Sta.tor
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Hallo Walther,

tja was solls, auch ich habe mich wieder von den w├Ąrmenden Armen der gr├╝nen Autorenwiese einfangen lassen.
Es musste halt mal wieder was raus. Der Berliner sagt: Da helfen keene Pillen! Womit wir bei Deinem Gedicht w├Ąren.
Es gef├Ąllt mir ausgesprochen gut, schon von der Idee her (auch wenn der Berliner von Hause aus pessimistisch ist).
Dieses "Fast" in S1 V6 klingt aber deplaziert. Meine Vermutung ist, Du hattest erst vor "er drohte fast schon zu erblinden" zu schreiben und hast es sp├Ąter verworfen. Es kl├Ąnge aber besser und g├Ąbe dem genannten "Fast" seine Daseinsberechtigung. Meiner Meinung nach.
Und aus dem "Darum w├╝rd" in S4 V3 w├╝rde bei mir "Drum w├╝rde", weil es sich der Zunge besser anpasst. Die h├╝te ich jetzt wieder.

Viele Gr├╝├če
Thomas
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schlimmer geht immer

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Walther
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Hi!

Das "Drum w├╝rde" habe ich eingebaut, das "Fast schon" hatte ich, dachte aber dann, ein Doppelmoppel w├Ąre weniger sch├Ân als die jetzt gew├Ąhlte Form.

OK, nachdem das der 2. Hinweis ist, war's vielleicht doch nix mit dem Denken. Auch gut.

Dank + Gru├č W.
__________________
Walther
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