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Leselupe.de > Gereimtes
Ente auf Eis
Eingestellt am 22. 11. 2004 10:29


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Anne-Marie Zuther
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Ente auf Eis


Im Stadtpark lag 'ne Menge Schnee,
und zugefroren war der See.
Die Mutter hier spazierenging,
an ihrem Arm die Tochter hing.

Da rief die Kleine laut und kläglich:
"Die Ente dort ist unbeweglich.
Die FlĂĽgel sind ihr festgefroren,
wenn niemand hilft, ist sie verloren!"

Bald formten Leute einen Kreis
und spähten wie gebannt aufs Eis.
Voll MitgefĂĽhl man sich besah
das arme Tier, dem Tode nah.

Es dauerte nicht lange mehr,
da kam herbei die Feuerwehr.
Man legte Leitern ĂĽbers Eis,
die Leute flĂĽsterten ganz leis.

Als einer dieser Helfer dann
ganz nah war an der Ente dran,
griff er nun sehr beherzt nach ihr,
verschreckt flog da das scheue Tier

laut schnatternd, flatternd ihm davon.
Der brave Mann, der lange schon
ganz mĂĽde war von seiner Pflicht,
verlor darauf das Gleichgewicht.

Das Eis zerbrach, er fiel sogleich
schwer wie ein MĂĽhlstein in den Teich.
Die Ente sah in aller Ruh’
dem Drama aus der Ferne zu.

Wie konnte sie auch schlieĂźlich wissen,
dass man sie selbstlos und beflissen
nur vorm Erfrieren retten wollte,
und nicht ein Braten werden sollte.

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JoteS
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brillant gereimt
subtil und fein
doch unbeweint
das ist gemein
blieb der arme arme wicht
der so gĂĽtig und voll pflicht
dort verlor sein gleichgewicht
der nun sitzt blau - im gesicht
in dem kalten ententeich
dieser ist dir scheinbar gleich!?

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Anne-Marie Zuther
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Hallo JoteS,

nein, er ist mir ganz und gar nicht gleich, der Ärmste! Du hast völlig recht, man kann ihn nicht blaugefroren im Ententeich lassen. Ich werde mir mal eine Fortsetzung überlegen. Vielleicht könnte ihm der Tierschutzverein ein Essen im 3-Sterne-Restaurant spendieren.

Ich freue mich, dass Dich mein Text zu diesem gelungenen Kommentar inspirieren konnte.

Liebe GrĂĽĂźe
Anne-Marie

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JoteS
Foren-Redakteur - tippende Inquisition
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Aber bitte nicht Entenbraten in Eiswein-Jus !

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Udogi-Sela

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Ente auf Eis

Ein paar kleine Anmerkungen zur „Ente auf Eis“:

Als Titel würde auch „Ente auf Eis“ passen; klingt mehr nach einem Rezept.

Das Gedicht könnte man auch in vierzeilige Strophen aufteilen.

„es war mucksmäuschenstill und leis“ ist widersprüchlich, denn es ist entweder mucksmäuschenstill oder leise.

„laut schnatternd ihm davon.“ Hier kommt man beim Lesen etwas ins Stolpern, weil zwei Silben fehlen.

Am Schluss macht eine kleine Ă„nderung die Pointe etwas deutlicher:

„nur vorm Erfrieren retten wollte,
und nicht ein Braten werden sollte.“

Komplett:

Ente auf Eis

Im Stadtpark lag `ne Menge Schnee,
und zugefroren war der See.
Die Mutter hier spazieren ging,
an ihrem Arm die Tochter hing.

Da rief die Kleine laut und kläglich:
„Die Ente dort ist unbeweglich.
Die FlĂĽgel sind ihr festgefroren,
wenn niemand hilft, ist sie verloren!“

Bald formten Leute einen Kreis
und spähten wie gebannt aufs Eis.
Voll MitgefĂĽhl man sich besah
das arme Tier, dem Tode nah.

Es dauerte nicht lange mehr,
da kam herbei die Feuerwehr.
Man legte Leitern ĂĽbers Eis,
die Leute flĂĽsterten ganz leis.

Als einer dieser Helfer dann
ganz nah war an der Ente nahe dran,
griff er nun sehr beherzt nach ihr,
verschreckt flog da das scheue Tier

laut schnatternd, flatternd ihm davon.
Der brave Mann, der lange schon
ganz mĂĽde war von seiner Pflicht,
verlor darauf das Gleichgewicht.

Das Eis zerbrach, er fiel sogleich
schwer wie ein MĂĽhlstein in den Teich.
Die Ente sah in aller Ruh’
dem Drama aus der Ferne zu.

Wie konnte sie auch schlieĂźlich wissen,
dass man sie selbstlos und beflissen
nur vorm Erfrieren retten wollte,
und nicht ein Braten werden sollte.

Herzlichst
Udo

__________________
Dieses ganze Schreiben ist nichts als die Fahne des Robinson auf dem höchsten Punkt der Insel. (Kafka)

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Anne-Marie Zuther
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Hallo Udo,

Deine Änderungsvorschläge leuchten mir ein. Die Aufteilung in Strophen hatte ich selbst schon vornehmen wollen. Das Problem der fehlenden zwei Silben in der 6. Strophe hast Du gut mit einem zusätzlichen Binnenreim gelöst, und lustiger klingt es auch. Den rezeptähnlichen Titel "Ente auf Eis" übernehme ich auch gerne, der schafft eine gute Verbindung zur Schlusspointe, die ich in der geänderten Form auch besser finde.
Ganz herzlichen Dank, dass Du Dir die MĂĽhe des Ăśberarbeitens gemacht hast

Liebe GrĂĽĂźe
Anne-Marie

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