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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Entflogen
Eingestellt am 14. 10. 2002 21:40


Autor
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tinchen
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Oct 2002

Werke: 15
Kommentare: 9
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Entflogen

Sie betrachtete den Luftballon noch einmal ganz genau, um kein Detail zu ├╝bersehen. Seine vielen Farben: Das helle Gr├╝n, das bestechende Rot des Klatschmohns. Sie schaute fast bewundernd diesen einfachen Luftballon an. Sanft glitt ihr Hand ├╝ber seine zarte Gestalt.
Wieder ein Windhauch. Sie ergriff die Schnur etwas fester. Wollte diese vorherbestimmte Zukunft ihres Schatzes noch nicht Wirklichkeit werden lassen. Sie wollte sich noch f├╝r einen Moment an ihm erg├Âtzen, sich an ihm erfreuen.
Sie hatte ihn gefunden. Zuf├Ąllig oder durch das Schicksal geplant, das war ihr egal. Vielleicht hatte auch er sie gefunden. Die Hauptsache war doch, das sie sich gefunden hatten, egal wann und wo.
Als sie ihn fand, war er bis zum Platzen gef├╝llt. Er barg eine gewisse Spannung, ├ťberraschung. Neugierig hatte sie sich ihm gen├Ąhert, ihn bestaunt.
Gerade in einem Moment der totalen Zufriedenheit, wo sie sprichw├Ârtlich gar nichts mehr ben├Âtigte zum Gl├╝cklich sein, einfach nur eins war mit ihrer Welt, flog er an ihr vorbei.
Er wirbelte wie von Zauberhand oder einer ├╝bersinnlichen Macht geleitet an ihr vor├╝ber, machte kehrt und legte eine Rast in seinem Flug durch die Welt ein. Nicht irgendwo, sondern genau bei ihr.
Ein weiterer Windhauch. Sie musste ihn mit beiden H├Ąnden festhalten, damit er ihr nicht entschwand.
Er hatte alles noch versch├Ânert. Seine bunte Fr├Âhlichkeit und die nat├╝rliche Leichtigkeit seines Seins - die sie, die selbst so verankert war in ihren Gedanken, sosehr bewunderte - hatten wie ein rosaroter Schleier, wie ein zus├Ątzlicher Sonnenstrahl, ├╝ber ihre kleine Welt gelegen.
Der Wind wurde st├Ąrker und er wiegte sich in ihm, schien ihr immer mehr zu entfliehen.
Nat├╝rlich, seine Farben hatten an Leuchtkraft und Intensit├Ąt verloren; auch war ihm schon etwas Luft entwichen. Aber sie hatte die Zeit mit ihm so genossen.
Bedrohlich passte er sich immer mehr dem Wind an. Sie konnte ihn doch noch nicht gehen, fliegen lassen. Die Zeit konnte noch nicht verstrichen sein. Nun hielt sie ihn krampfhaft fest, innerlich aber den kommenden Verlust bewusst.
Und dann entschwand er ihr. Machte sich auf seinen Weg, nahm seine neue Route. Traurig blickte sie ihm nach, versuchte nicht zu weinen, nicht zu verzweifeln.
Denn sie wusste doch, das dies die Funktion des Luftballons war: Gl├╝ck f├╝r einen Moment.

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Phantom
Guest
Registriert: Not Yet

Sch├Ân

Sehr sch├Ân, ich konnte das kleine Kind (ich hoffe es war eins :-) ) und den Luftballon direkt vor mir sehen...
deine Geschichte ist sch├Ân, aber auch irgendwie traurig... Ich mu├čte mich da direkt an meine Erinnerungen mit Luftballons vergegenw├Ąrtigen... Ich hab's auch immer gehasst, wenn er mir entfloh oder an Form und Farbe verlor und nur noch schlaff irgendwo rum lag geschweige denn irgendwo an der Decke schwebte, wenn ich mal einen gasgef├╝llten Luftballons bekam... :-)

Gru├č Phantom

W├Ąre nett, wenn du auch mal in meinen Werken st├Âbern k├Ânntest... ich lege sehr viel Wert auf Rezensionen/Kritiken... und z. Zt. ist im Krimi-Forum, meinem Lieblings-Genre nicht viel los, die scheinen alle zur Fantasy abged├╝st zu sein :-)

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Phantom
Guest
Registriert: Not Yet

:-)

Ich hab mich schon gewundert, *g*, deine Smileys sehen irgendwie so negativ aus :-)

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annabelle g.
Guest
Registriert: Not Yet

liebes tinchen,

ich habe ein bisschen verdichtet! vielleicht gef├Ąllt es dir ja,

liebe gr├╝├če, annabellchen


Entflogen

Sie betrachtete den Luftballon noch einmal ganz genau, um kein Detail zu ├╝bersehen. Seine vielen Farben: Das helle Gr├╝n, das bestechende Rot des Klatschmohns. Sie schaute fast bewundernd diesen einfachen Luftballon an. Sanft glitt ihr Hand ├╝ber seine zarte Gestalt.
Wieder ein Windhauch. Sie ergriff die Schnur etwas fester. Wollte ihn noch nicht wegfliegen lassen. (einfacher) diese vorherbestimmte Zukunft ihres Schatzes noch nicht Wirklichkeit werden lassen. Sie Wollte sich noch f├╝r einen Moment an ihm erg├Âtzen, sich an ihm erfreuen. das ist das gleiche
Sie hatte ihn gefunden. Zuf├Ąllig oder nicht, durch das Schicksal geplant, das war ihr egal. Vielleicht hatte auch er sie gefunden. Die Hauptsache war doch, das sie sich gefunden hatten, egal wann und wo.
Als sie ihn fand, war er bis zum Platzen gef├╝llt. Er barg eine gewisse Spannung, ├ťberraschung. Neugierig hatte sie sich ihm gen├Ąhert, ihn bestaunt.
Gerade in einem Moment der totalen Zufriedenheit, wo sie sprichw├Ârtlich gar nichts mehr ben├Âtigte zum Gl├╝cklich sein, einfach nur eins war mit ihrer Welt, flog er an ihr vorbei.
verdichten!
Er wirbelte wie von Zauberhand oder einer ├╝bersinnlichen Macht zu ├Ąhnlich geleitet an ihr vor├╝ber, machte kehrt und legte eine Rast in seinem Flug durch die Welt ein. Nicht irgendwo, sondern genau bei ihr.
Ein weiterer Windhauch. besser windsto├č. bei einem wwindhauch muss man nichts fester halten. Sie musste ihn mit beiden H├Ąnden festhalten, damit er ihr nicht entschwand.
Er hatte alles noch versch├Ânert. Seine bunte Fr├Âhlichkeit und die nat├╝rliche Leichtigkeit seines Seins - die sie , die selbst so verankert war in ihren Gedanken, so sehr bewunderte - hatten wie ein rosaroter Schleier, wie ein zus├Ątzlicher Sonnenstrahl, ├╝ber ihre kleine Welt gelegen.
Der Wind wurde st├Ąrker und er wiegte sich in ihm, schien ihr immer mehr zu entfliehen.
Nat├╝rlich, seine Farben hatten an Leuchtkraft und Intensit├Ąt verloren; auch war ihm schon etwas Luft entwichen. Aber sie hatte die Zeit mit ihm so genossen.
Bedrohlich passte er sich immer mehr dem Wind an. Sie konnte ihn doch noch nicht gehen, fliegen lassen. Die Zeit konnte noch nicht verstrichen sein. Nun hielt sie ihn krampfhaft fest , innerlich aber den kommenden Verlust bewusst.
Und dann entschwand er ihr. Machte sich auf seinen Weg, nahm seine neue Route. Traurig blickte sie ihm nach, versuchte nicht zu weinen, nicht zu verzweifeln.
Denn sie wusste doch, das dies die Funktion des Luftballons war: Gl├╝ck f├╝r einen Moment.

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