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Leselupe.de > Kurzprosa
Entscheidung
Eingestellt am 21. 02. 2010 16:14


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Haremsdame
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Zum dritten Mal war sie zurĂŒckgegangen. Dieses Aquarell ließ sie nicht los.
Das Bild an sich war dĂŒster. Eine schwarze Katze sprang von rechts nach links; aus der Dunkelheit ins Licht. Sie streckte ihre extrem langen Beine weit von sich. Den Hintergrund bildete eine schwarz-weiß gemusterte Tapete. Drei braune Farbflecke sahen aus wie Lampenschirme, ĂŒber die die Katze hinwegsetzte. Das Ganze wirkte sehr mystisch, schön war jedoch etwas anderes. Trotzdem konnte sie ihren Blick vom „Sprung ins Ungewisse“ nicht abwenden.
Seit Tagen rang sie um eine Entscheidung. Schon lange fĂŒhlte sie sich nicht mehr wohl in ihrer Ehe. Nach zwanzig Jahren wusste ihr Mann ebenso wie sie, wie der jeweils andere in diversen Situationen reagiert. Sie stritten nicht mehr, sprachen aber auch nicht ĂŒber das, was sie bewegte. Die innere Leere zog sie in ein bodenloses Nichts.
Es gab einen Ort auf dieser Welt, wo sie Gutes tun konnte. Wo sie gebraucht wurde. Sie hatte es ihrem Mann erzÀhlt. Der meinte dazu: "Wenn du gehst, brauchst Du nicht mehr wiederkommen". Es fiel ihr schwer, die gewohnte Sicherheit aufzugeben.
Des Nachts erwachte sie aus schweren TrĂ€umen. Sie hörte die Katze maunzen. Laut und deutlich. Als wollte sie ihr sagen: "Komm mit! Hab keine Angst!". Der Mann neben ihr atmete ruhig und gleichmĂ€ĂŸig. Er ahnte nichts von ihren Seelenqualen. Sie aber lag in ihrem Schweiß und fand keine Ruhe.
Am nÀchsten Tag besuchte sie erneut die Ausstellung.
„GefĂ€llt Ihnen mein Bild?“ Erschrocken drehte sie sich um. Hinter ihr stand eine Frau; etwa so alt wie sie selbst. Sie war ihr schon mehrmals begegnet. Doch heute wirkte sie anders als frĂŒher: ihre Augen strahlten eine tiefe Zufriedenheit aus.
„Sie haben das gemalt?“
„Ja, vor ungefĂ€hr einem Jahr. Damals ging es mir gar nicht gut. Ich stand an einem Wendepunkt in meinem Leben."
„Und, sind Sie ins Ungewisse gesprungen?"
„Ja. Nach langem Ringen
“
„Sie haben es nicht bereut?“
„Nein, niemals. Ich wĂŒrde es jederzeit wieder tun."
„Danke, Sie machen mir Mut. - Entschuldigung, ich muss jetzt gehen."
AufgewĂŒhlt, wie sie war, wollte sie allein sein. Auch wenn sie es selbst noch nicht wahr haben wollte, war in diesem Moment ihr Entschluss gefasst. Sie wĂŒrde ihren Mann verlassen und ohne ihn ein neues Leben beginnen.

__________________
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

Version vom 21. 02. 2010 16:14

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Ivor Joseph
Guest
Registriert: Not Yet

    Ich stelle mir etwas vor im Stil von Picassos Guernica, ĂŒberwiegend in Schwarzweiß. Die Katze mit dem dreieckigen Kopf - schwarz, im Licht weiß, starke Konturen, expressionistisch ĂŒberdehnt - springt aus einem fĂŒrchterlichen Keller mit Lichtkegel in die Ungewissheit einer verzerrten Straße heraus.

    NatĂŒrlich könnte man die Geschichte ausbauen, aber auch als Fragment ist sie schön. Das Wichtigste, und was meisten fehlt, ist eine bestimmte Stimmungslage, und die ist hier durchgehend vorhanden.

LG; Ivor

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Der Andere
Hobbydichter
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also: wenn du es als kurzprosa betrachtest, wĂŒrd ich verdichten, mch weniger an den gedanken zum bild festbeißen, ein beispiel:

quote:
Zum dritten Mal war sie zurĂŒckgegangen. Dieses Aquarell ließ sie nicht los. Was wird sich die KĂŒnstlerin beim Malen gedacht haben? find ich ne blöde frqage
Das Bild an sich war dĂŒsterdas ist eine wertung, die nicht sein muss. Eine schwarze Katze sprang von rechts nach links; aus der Dunkelheit ins Licht. Sie streckte ihre extrem langen Beine weit von sich.bei dem vorangehenden satz stört mich zweierlei, 1.:die vielen adjektive darin, wĂŒrde ausmisten, 2.:der klang der beiden sĂ€tze zusammen stimmt nicht, ich wĂŒrde heir nach einem bindeglied suchen, denn ansonstemn klingt es nach einer schulischen beschreibung eines bilds Den Hintergrund bildete eine schwarz-weiß gemusterte Tapete. Drei braune Farbflecke sahen aus wie Lampenschirme, ĂŒber die die Katze hinwegsetzte. Das Ganze wirkte sehr mystisch, schön war jedoch etwas anderes. Trotzdem konnte sie ihren Blick nicht abwenden. Was hielt sie hier fest? War es etwa nur der Titel: „Sprung ins Ungewisse“? diese gedanken sind so erklĂ€rend, dass man dich dahinter sieht
Seit Tagen rang sie um eine Entscheidung. Sollte sie bleiben, wo sie war? Schon lange fĂŒhlte sie sich nicht mehr wohl in ihrer Ehe. Ihr Mann und sie hatten sich aneinander gewöhnt. Nach zwanzig Jahren wusste jeder, wie der andere reagiert. Sie stritten nicht mehr, sprachen aber auch nicht ĂŒber das, was sie bewegte. Es fehlte etwas. Die innere Leere zog sie in ein bodenloses Nichts.fĂŒr kurzprosa ist der vorherige absatz zu sehr von standardphrasen besetzt, die gewöhnung, die kenntnis ĂŒber jede reaktion des partners, das bodenlose nichts dann als i-tĂŒpfelchen, wĂŒrd hier vielleicht versuchen, das problem nur anzudeuten, durch einen kleinen dialog vielleicht, in dem das problem klar, aber nicht so ausgesprochen wird wie hier. hier nĂ€mlich gilt die(nicht immer richtige) regel: show, don't tell.
Es gab einen Ort auf dieser Welt, wo sie Gutes tun konnte. Wo sie gebraucht wurde. Sie hatte es ihrem Mann erzĂ€hlt. Der meinte dazu: "Wenn du gehst, brauchst Du nicht mehr wiederzukommen". bis hierhin okay, sicher, mit einem dialog zuvor wĂŒrde sich das vielleicht erĂŒbrigen, aber was jetzt folgt, ist wieder eine erklĂ€rung anhand des bildes, eine erklĂ€rung an den leser, was das alles zu bedeuten hatEs fiel ihr schwer, die gewohnte Sicherheit aufzugeben; ins Ungewisse zu springen. Wo wĂŒrde sie landen?
Des Nachts erwachte sie aus schweren TrĂ€umen. Sie hörte die Katze maunzen. Laut und deutlich. Als wollte sie ihr sagen: "Komm mit! Hab keine Angst!".same as usual, fĂ€nd den direkten ĂŒbergang von der maunzenden katze hin zum ruhig atmenden mann auch an sich besser Der Mann neben ihr atmete ruhig und gleichmĂ€ĂŸig. Er ahnte nichts von ihren Seelenqualen. Sie aber lag in ihrem Schweiß und fand keine Ruhe. wieder eine redundante erklĂ€rung, schwere trĂ€ume haben schon genug ausgesagt, genauso der ruhig atmende mann, da musstu nichts nachschieben
Am nÀchsten Tag besuchte sie erneut die Ausstellung. Gedankenverloren blieb sie vor der springenden Katze stehen.
[„GefĂ€llt Ihnen mein Bild?“ Erschrocken drehte sie sich um. Hinter ihr stand eine Frau; etwa so alt wie sie selbst. Sie war ihr schon mehrmals begegnet. Doch heute wirkte sie anders als frĂŒher: ihre Augen strahlten eine tiefe Zufriedenheit aus.
„Sie haben das gemalt?“
„Ja, vor ungefĂ€hr einem Jahr. Damals ging es mir gar nicht gut. Ich stand an einem Wendepunkt in meinem Leben."
„Und, sind Sie ins Ungewisse gesprungen?"
„Ja. Nach langem Ringen
“
„Sie haben es nicht bereut?“
„Nein, niemals. Ich wĂŒrde es jederzeit wieder tun."
„Danke, Sie machen mir Mut. - Entschuldigung, ich muss jetzt gehen."
AufgewĂŒhlt, wie sie war, wollte sie allein sein. Auch wenn sie es selbst noch wahr haben wollte, war in diesem Moment ihr Entschluss gefasst. Sie wĂŒrde ihren Mann verlassen und ohne ihn ein neues Leben beginnen.]dieser ganze schluss ist mir zu blöd, zu aufklĂ€rend fĂŒr kurzprosa, auch dass die kĂŒnstlerin auftaucht, erscheint mir unglaubwĂŒrdig, ich nwĂŒrde es offen lassen, sie vielleicht nur vor dem bild stehen lassen und dann enden, wenn das ding lĂ€nger werden soll, dann muss es natĂŒrlich aufgeklĂ€rt werden, im nachhinein, wenn sie denn weggeht, aber nicht an dieser stelle.


so, ich hoffe, das hilft dir.

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Ralf Langer
Routinierter Autor
Registriert: Sep 2009

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Liebe Haremsdame,
wie angekĂŒndigt, habe ich einmal selbst einen Vesuch gestartet.
Dabei habe ich mich, meinem VerstÀndnis von Kurzprosa entsprechend, nur auf eine Szene konzentriert:


Noch nicht.

Eine schwarze Katze kurz vor dem Sprung. Das zeigte das Bild.
Noch hockte sie im Dunkeln. Der Körper, die Muskeln unter Spannung. Die Augen konzentriert auf etwas Unsichtbares ausserhalb des Bildes gerichtet.
„Aus dem Dunkeln in das Licht“, stand auf dem Schild neben der Kohlezeichnung.
Wie oft hatte sie, so wie jetzt, mit ihrem Mann, vor dem Schaufenster der Galerie gestanden und dieses Bild, dass sie so sehr berĂŒhrte, angestarrt?
„Das passt nicht zu uns,“ wiederholte sich ihr Mann.“ wir haben doch nur Bauhaus zu Hause .“
Sie nickte stumm und dachte an die gerahmten,klaren Linien an den WĂ€nden im Wohnzimmer.
Dann zog sie ihr Mann vom Schaufenster weg.
Als das Bild ihrem Blick fast entschwand, war ihr so, als drehte die Katze das Gesicht zu ihr und sprach:
„Du musst nur springen.“
„Noch nicht. Aber bald,“ hörte sie sich flĂŒstern.

lg
ralf


__________________
RL

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Haremsdame
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@ der Andere:

vielen Dank fĂŒr die Arbeit, die Du Dir mit meinem Text gemacht hast! Nun habe ich genug zum Denken und Ummodellieren!

@ Ralf:

auch Dir ein herzliches Dankeschön. Aber: das wĂ€re nicht mehr mein Text. FĂŒr sich gesehen zwar auch eine Lösung, aber leider nicht meine :-).

Lg Haremsdame
__________________
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

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Ivor Joseph
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo »Anderer«, »Haremsdame«.
Ich möchte hier nur kurz erlÀutern, dass meine Meinung von der Deinen stark
abweicht. Korrekturen dieser Art wĂŒrden die Wirkung des Textes zerstören.
Das sollte sich die Autorin gut ĂŒberlegen und gegebenfalls von einige Passagen
zwei AusfĂŒhrungen machen und die Wirkung vergleichen.

Nur als Beispiel:
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>> Was wird sich die KĂŒnstlerin beim Malen gedacht haben?
>> Das Bild an sich war dĂŒster.

Beides sind perfekte SĂ€tze. NatĂŒrlich ist der zweite eine Wertung. Aber nicht
der Autor wertet, sondern seine Figur in einer inneren Rede (beide SĂ€tze).
Genau das wĂŒrde sie in Wirklichkeit tun; es macht sie glaubwĂŒrdig.
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>> Sie streckte ihre extrem langen Beine
Das Wort "extrem" stört mir etwas die Stimmung:
Das Bild war dĂŒster. Sie streckte ihre {ĂŒber}langen Beine ...
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>> die vielen adjektive darin, wĂŒrde ausmisten
Das Anprangern der vielen Adjektive ist eine der drei oder fĂŒnf beliebtesten
Kritikpunkte. Man schaue sich aber gute Autoren an, wieviele Adjektive die
verwenden! Sie machen einen wesentlichen Teil der Stimmung aus. Nach meiner
Ansicht sind sie hier ausgewogen verwendet worden.

> Jorge Luis Borges:
>
> Nach einem drĂŒckend schwĂŒlen Tag hatte ein ungeheueres, schieferfarbenes
> Unwetter den Himmel verdeckt. Der SĂŒdwind trieb es voran - schon begannen
> die BĂ€ume toll zu werden ... ich hob die Augen und sah einen Jungen, der
> auf dem schmalen brĂŒchigen Weg dahinlief wie auf einer
> schmalen brĂŒchigen Mauer ...
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>> der klang der beiden sĂ€tze zusammen stimmt nicht, ich wĂŒrde heir nach einem
>> bindeglied suchen, denn ansonstemn klingt es nach einer schulischen
>> beschreibung eines bilds

SĂ€tze dieser Art haben ihre eigen Wirkung. Die kann beabsichtigt sein wenn man
eine bestimmte Art von ruhigen Ernstes (Leere) vermitteln will.

> Carlos Fuentes (die AbsÀtze sind wie im Original):

> Automatisch sah er in den Spiegel.
> Da war kein Spiegel mehr.
> Er war abgehÀngt worden.
> Der Schatten des Spiegels war noch da, ...

Ich finde, dass hier mit den SĂ€tzen eine eine Art Leere erzeugt wird,
welche durch die Bindungen zerstört wĂŒrde.
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>> diese gedanken sind so erklÀrend, dass man dich dahinter sieht ...
Sehe ich nicht so. Das »mystisch wĂŒrde ich allerdings auch entfernen«.
--------------------------------------------------------------------------------

Die Version von »Ralf Langer« ist gut, aber es ist ein anderer Text. Diese Dynamik passt nicht zur Stimmung der Frau.
Es ist je kein Kurzprosa (nichtmal ein Kapitel) fĂŒr sich, sondern ein
Romanausschnitt :-)
--------------------------------------------------------------------------------

usw.
Liebe GrĂŒĂŸe, Ivor



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