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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Entscheidungen
Eingestellt am 21. 11. 2014 11:26


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Jo Phantasie
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Entscheidungen

„Stimmt es, Liya, dass du konvertieren und einen ihrer KĂ€mpfer heiraten wirst? Ist es wirklich deine Entscheidung, dich freiwillig einen von diesen Verbrechern hinzugeben?“

„Aleyna, ich habe so große Angst! Hilf mir bitte, sag mir, was ich machen soll. Du weißt immer alles und bist so stark, und ich, ich möchte einfach nur weiterleben. Vielleicht wird es ja ein AuslĂ€nder, ein Amerikaner oder EnglĂ€nder, dann nimmt er mich mit, wenn unser Land hier irgendwann befreit wird. Vielleicht geht er auch schon vorher nach Hause, desillusioniert und entmutigt. Ja, in den Westen, weg von hier, da werde ich dann frei sein. Dann kann ich mich auch von ihm lossagen. Frei zu sein, das wird in der schlimmen Zeit mein einziges Ziel bleiben!“

„Sarah, was wirst du machen? Was ist deine Entscheidung?“
„Meine TrĂ€nen sind schon lange verbraucht, aber meine Eltern haben es verboten: Ich werde nicht konvertieren und werde auch niemals freiwillig eine Ehehure fĂŒr diese Mörder sein!“
„Du weißt, was das bedeutet? Ich habe es von einem MĂ€dchen gehört, das entkommen konnte. Leider konnten wir dann nicht weit genug fliehen und sie haben uns beide eingefangen. Ich mag es selbst kaum aussprechen, aber ihr mĂŒsst alles wissen, was auf euch zukommen kann:

Zuerst sind die KĂ€mpfer dran, jeden Tag mehrmals wirst du sie zu spĂŒren bekommen. Wenn sie genug von dir haben, holen sie sich eine neue Gruppe unverbrauchter MĂ€dchen und ihr kommt auf den Sklavenmarkt. Es werden von euch Fotos gemacht und die Preise fĂŒr euch festgesetzt. Jeder wird dich so entblĂ¶ĂŸt sehen. Sie scherzen, machen Witze und treiben ihre SpĂ€ĂŸe mit deinem Aussehen auf diesem Markt. Du wirst auch stĂ€ndig eine schwere Eisenkette um deinen Hals tragen mĂŒssen.
Dann wirst du als Sklavin verkauft, wirst geschlagen, missbraucht oder in ein Bordell gegeben. Es werden viele MĂ€nner mit dir schlimme Sachen anstellen. Alte reiche MĂ€nner aus Saudi-Arabien kaufen dich, sie haben sehr große Familien und du wirst ebenso ihren Söhnen und allen Verwandten zu Willen sein mĂŒssen. Nach einigen Monaten tauschen sie dich wieder gegen eine andere Sklavin aus und das Ganze geht von vorne los.
Vielleicht wirst du aber auch vorher sterben. Das kann eine Erlösung sein, wenn man es selbst möchte, aber dann haben sie gewonnen!“

„Mein Schicksal wird nur von Gott bestimmt, und Aleyna, ich werde daher nicht sterben. Ich bin gesund, jung und schön, deshalb werden sie mich noch lange so erhalten wollen. Ich weiß, was sie mit mir machen können, aber ich werde alles ertragen, weil auch ich leben will. In meinen Gedanken jedoch werde ich dabei immer frei sein! Irgendwann werden sich die VerhĂ€ltnisse hier Ă€ndern, es kann schon bald sein oder es kann noch lange dauern. Dann jedoch werde ich diejenige sein, die keine Schuld auf sich geladen hat, und kann erhobenen Hauptes ihre AnklĂ€gerin sein! Wenn ich weiß, dass ich keine Schuld auf mich geladen habe, kann ich auch stark sein, das hilft mir. Trotzdem habe ich große Angst!

„Sara, du bist sehr mutig. Aber der grĂ¶ĂŸere Mut liegt bei Liya. Um die eigene Zukunft zu retten, einen gottlosen Verbrecher als Ehemann zu nehmen, seine Ehefrau zu spielen, in ihren Moscheen zu beten, ihm sogar seine Kinder zu gebĂ€ren, das erfordert eine wirkliche Überwindung und einen sehr großen Mut!“

„Aleyna, ich werde ja nicht seine Ehefrau vor unserem Gott werden. So werde ich es mir dann vorstellen. Er wird meine Liebe nicht bekommen, dafĂŒr tĂ€glich meinen Hass spĂŒren. Wenn er auf mir liegt, werde ich eine Tote fĂŒr ihn sein, wenn er mich schlĂ€gt, werde ich ihn nicht durch Weinen oder Schreien erfreuen. Meine Augen und mein Mund werden stumm bleiben. Aus Stolz wird er es nicht wagen, irgendjemanden davon zu erzĂ€hlen. Er wird mich auch nicht töten dĂŒrfen, nicht, wenn ich seine Ehefrau bin. Ich hoffe nur, dass er dadurch mehr leiden wird, als ich! Ja, ich glaube auch an das ‚Irgendwann‘, ich hoffe auf den Tag, an dem sie ihn im Kampf erschießen oder nach dem BĂŒrgerkrieg vor Gericht stellen werden. Der Tag wird kommen und erst dann werde ich wieder lachen können!“

„Liya, so mutig kann ich nicht sein, denn ich habe so viel mehr Angst, als du.
Ich weiß doch selbst nicht, was ich machen soll, ich weiß nur, was ich nicht machen werde. Meine Entscheidung ist daher die andere, die hĂ€sslichere! “

„Werden sie kommen und uns befreien?“
„Kommt beide in meine Arme. Ihr seid meine Schwestern und jede eurer Entscheidung ist die richtige! Ja, sie sind schon unterwegs. Bald, sicher bald werden wir frei sein!“

__________________
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Albert Einstein

Version vom 21. 11. 2014 11:26

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DocSchneider
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Hm, ich kann mir nicht vorstellen, dass junge Frauen in einer derartigen Situation einen so sachliche wirkenden Dialog fĂŒhren. Hier fehlen fĂŒr meinen Geschmack Emotionen und Ă€ußere Beschreibungen.

LG Doc
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Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals ermĂŒdendem Lesen. (Virgina Woolf)

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Jo Phantasie
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Hallo Doc,

der Dialog ist tatsĂ€chlich nicht realistisch fĂŒr diese Situation, das Szenario, was sich unter den Augen der Welt abspielt, allerdings auch nicht. Ein vermutlich wahrer Dialog? Der könnte enttĂ€uschend, frustrierend, niederschmetternd sein. Er wĂŒrde zeigen, dass die andere Seite gewonnen hat und das konnte ich nicht schreiben. Also habe ich mich fĂŒr eine "moralische Überhöhung" entschieden, das tut allen gut, oder nein, besser als die Wahrheit.

Die Ă€ußeren Beschreibungen sind in der Situation belanglos und bleiben der Fantasie ĂŒberlassen.
Eigentlich wollte ich nur das Thema aktualisieren. Die beschriebenen Vorgehensweisen entsprechen jedoch der RealitÀt.

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Albert Einstein

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