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Leselupe.de > Gereimtes
Entscheidungs.los
Eingestellt am 13. 02. 2009 10:34


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Walther
Routinierter Autor
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Entscheidungs.los


Man steht vor einem weitren Wendepunkt
Und mag sich nicht so recht sofort entscheiden.
Es sind die Menschen wirklich zu beneiden,
FĂŒr die die Wege klar sind und disjunkt.

Wer stĂ€ndig stutzt und schwankt, der kann’s erleiden,
Dass ihm ein anderer dazwischenfunkt
Und schließlich auch noch lauthals damit prunkt,
Er sei der Bessere von ihnen beiden.

Es kann deswegen klĂŒger sein, zu wĂ€hlen,
Damit man seine Chance nicht verpasst.
Am Ziel, da kann man jedenfalls erzÀhlen,

Wie man sie meisterte, die ganze Last.
Wer handelt, muss sich wenigstens nicht quÀlen,
Man hÀtte, was sich bot, nicht gleich erfasst.

__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

Version vom 13. 02. 2009 10:34

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bluefin
Guest
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Man steht an einem weitren Wendepunkt
wer an einem wendepunkt steht, hat keine alternative. Ein wendepunkt ist immer ein wendepunkt. wahrscheinlich meintest du wegkreuzung.
Und mag sich nicht so recht sofort entscheiden.
“so recht sofort“ klingt nach reimdischoderichfressdich
Es sind die Menschen wirklich zu beneiden,
FĂŒr die die Wege klar sind und disjunkt.
dass man sich wĂŒnschen kann, sie wĂ€ren klar, ist verstĂ€ndlich. dass man sich wĂŒnscht, eins habe mit etwas anderem weniger als nichts zu tun, nicht.

Wer stĂ€ndig stutzt und schwankt, der kann’s erleiden,
Dass ihm ein anderer dazwischenfunkt
Und schließlich auch noch lauthals damit prunkt,
schließlich und auch noch in einem satz: pleonastisches reimdichoderichfressdich
Er sei der Bessere von ihnen beiden.
ihnen beiden: s. o: reimdischoderifressdich

Es kann deswegen klĂŒger sein, zu wĂ€hlen,
Damit man seine Chance nicht verpasst.
Am Ziel, da kann man jedenfalls erzÀhlen,

Wie man sie meisterte, die ganze Last.
wenn’s denn ein ziel gab, am ende der der sackgasse: tote reden bekanntlich nicht
Wer handelt, muss sich wenigstens nicht quÀlen,
Er hÀtte, was sich bot, nicht gleich erfasst.
das nicht, aber muss sich trotzdem mit irgendwelchen folgen herumquÀlen

hallo @walther, abgesehen davon, dass der lapsus mit dem „wendepunkt“ die ganze sache eh ein wenig ruiniert, schlingert das filosofenschiffchen vor allem deshalb in unruhigem fahrwasser, weil suggeriert wird, das werfen einer mĂŒnze wĂ€re dem zaudern vorzuziehen.

natĂŒrlich stimmt das nicht. nicht nur die geschichte lehrt uns, dass zaudern zwar manchmal nachteile mit sich bringt, in toto aber deutlich lebensverlĂ€ngernder wirkt als ungestĂŒmer einsatz – du selbst hast doch unlĂ€ngst in einem (von mir aus anderen grĂŒnden kritisierten) weiteren deiner gereimten statements postuliert, klugheit erwĂŒchse ebengerade nicht aus dem bedingungslosen sturz in die ungewissheit.

liebe grĂŒĂŸe aus mĂŒnchen

bluefin

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ENachtigall
Foren-Redakteur
???

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M O D E R A T I O N

Liebe Leser,

weitere auf das Sonett bezogene Kommentare sind hier gerne willkommen.

Von weiteren UnmutsĂ€ußerungen ĂŒber den kritischen aber nicht den Autoren beleidigenden Kommentar bluefins bitte ich abzusehen. Sie werden - ob gereimt oder ungereimt - ausgeblendet.

Bei GesprÀchsbedarf mögen sich Interessierte im Diskussionsforum austauschen.

Vielen Dank fĂŒr das VerstĂ€ndnis.

GrĂŒĂŸe von ENachtigall


__________________
Wer Spuren sucht, wird Wege finden.

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Cosi
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jun 2005

Werke: 4
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Lieber Walther,
ich nehme mal an, die Diskussion hier hatte eine Vorgeschichte. Ansonsten kann ich mir Deine Reaktion auf Bluefins Kritik nicht erklÀren.

Ich kann ja nicht ausschließen, daß persönliche Antpatie zu senen Motiven, sich hier zu Ă€ußern, zĂ€hlt. Aber trotzdem empfĂ€hle ich im Zweifel, die Kritik so zu behandeln, als kĂ€me sie z.B. von Gerd. Schließlich kann ein unbedarfter Leser zu dem Schluß kommen "Da schau her - kaum kommt sachliche Kritik, schon blĂ€st sich Walther auf!"

Ich will aber nicht weiter auf bisherige RĂŒckmeldungen zum Text eingehen, sondern einfach meine persönliche EindrĂŒcke kund tun, die mir VOR dem Lesen der Kommentare kamen.

quote:
Man steht vor einem weitren Wendepunkt
Und mag sich nicht so recht sofort entscheiden.
Es sind die Menschen wirklich zu beneiden,
FĂŒr die die Wege klar sind und disjunkt.
Die letzte Zeile wirkt auf mich sehr gestelzt. Auch gefÀllt mir der Begriff "disjunkt" hier nicht.
Disjunkt können Wege nur dann sein, wenn sie sich nie kreuzen.
Meine potentielen Lebenswege "Ich werde Schaffner" und "Ich werde Förster" sind nicht disjunkt, da sie sich erst an einer Weiche trennen.
Disjunkt im logisch-mathematischen Sinne (umgangssprachlch habe ich das Wort noch nie benutzt oder gehört) kann mein Weg nur relativ zu jemandem, der diesen nie kreuzt, sein.


Wer stĂ€ndig stutzt und schwankt, der kann’s erleiden,
Dass ihm ein anderer dazwischenfunkt
Die Betonungen sind m.E. nicht ganz opti. Man sagt ja anderer und dazwischenfunkt. Insbesondere betreibt ja nicht zwischen den Dingen jemand ein FunkgerÀt!
Und schließlich auch noch lauthals damit prunkt,
Er sei der Bessere von ihnen beiden.
WĂ€re m.E. als "Bess're"+ FĂŒllwort besser betont.

Es kann deswegen klĂŒger sein, zu wĂ€hlen,
Damit man seine Chance nicht verpasst.
Am Ziel, da kann man jedenfalls erzÀhlen,

Wie man sie meisterte, die ganze Last.
Wer handelt, muss sich wenigstens nicht quÀlen,
Man hÀtte, was sich bot, nicht gleich erfasst.

Die Botschaft als solche teile ich nicht bzw. erschließt sich mir nur halb.
Mein eigentliches Problem ist aber jenes, daß die diversen suboptimlen Betonungen das ganze Gedicht in meinen Augen gestelzt/konstruiert wirken lassen.

Soweit meine persönliche, unbefangene Meinung zum Text. Ich hoffe, die darf ich haben.

lg

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Walther
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Hallo Cosi,

Du darst jederzeit sachlich fundiert kritisieren. Das hast Du hier getan. Selbst wenn ich nicht alle Deine Anmerkungen teile, kann ich wenigstens mit den Hinweisen etwas anfangen. Sie sind eine RĂŒckkopplung, die den Autor weiterbringt.

Darum geht es m.E. auch bei der Auseinandersetzung oben. Hier ist keiner ein Denkmal und niemand sakrosankt; jemand, der hÀufig (oder auch weniger hÀufig, sei es, wie es sei, weil's nÀmlich unerheblich ist) gute Gedichte schreibt, fabriziert auch mal ein schlechtes - auch umgekehrt ist das so.

Wenn Kritik sachlich fundiert ist, kommt sie auch entsprechend an. Ich bin dankbar fĂŒr die Zeit, die Du in diesen Text investiert hast, und Deinen ausfĂŒhrlichen Kommentar. Lieber hĂ€tte ich es gehabt, Du hĂ€ttest etwas fĂŒr Dich Erfreulicheres hier lesen können, in jeder Hinsicht. Daß dem nicht so ist, tut mir leid, und ich werde versuchen, meinen Teil zu bessern.

Bester Gruß W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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Walther
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Lb Cosi,

leider komme ich erst heute dazu, Deine Anmerkungen inhaltlich zu bearbeiten.

quote:
Man steht vor einem weitren Wendepunkt
xXxXxXxXxX
Und mag sich nicht so recht sofort entscheiden.
xXxXxXxXxXx
Es sind die Menschen wirklich zu beneiden,
xXxXxXxXxXx
FĂŒr die die Wege klar sind und disjunkt.
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Sauberes Versmaß, fĂŒnfhebiger Jambus, Kadenzen mĂ€nnlich, weiblich, weiblich, mĂ€nnlich, streng formal. Zum Dauerthema Wendepunkt: Wir stehen davor, haben Varianten zur Auswahl, die disjunkt sind - keinen gemeinsamen Inhalt haben -, klar, sie gehen ja auch in unterschiedliche Richtungen und zu unterschiedlichen Zielen. Dann wenden wir uns einer Alternative zu, marschieren weiter. Dann haben wir den Wendepunkt hinter uns gebracht, sind danach, und dann gibt es auch keine Wahl mehr, daß heißt, die Wende hat genau einen Punkt.

In der Tat kommt das Adjektiv "disjunkt" aus der Mathematik, genau gesagt aus der berĂŒhmt-berĂŒchtigten Mengenlehre, mit der Generationen SchĂŒler gequĂ€lt wurden, damit sie daran das logische Denken erlernen. Das hat nicht viel bewirkt, wie wir in dieser Debatte wieder sehen. Wobei diese Anmerkungen nicht auf Dich gemĂŒnzt ist, sie beschreibt die allfĂ€llige Wirklichkeit. Der, um den es geht, wird diese Anmerkung sowieso nicht auf sich beziehen, weil er/sie/es gar nicht versteht, was damit gemeint war.

Dies wie jenes jedoch ist kein Grund, das Eigenschaftswort selbst nicht zu benĂŒtzen. Es ist vielleicht eher ein Grund, es nachzuschlagen, um dann den Sinn des Verses zu verstehen.
quote:
Wer stĂ€ndig stutzt und schwankt, der kann’s erleiden,
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Dass ihm ein anderer dazwischenfunkt
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Und schließlich auch noch lauthals damit prunkt,
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Er sei der Bessere von ihnen beiden.
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Auch hier wieder: Klares Metrum, fĂŒnfhebiger Jambus. Jetzt die Kadenzen genau umgekehrt, was zur Reimform abba baab fĂŒhrt. Nachdem wir oben die Innensicht betrachtet hatten, gehen wir jetzt zur Außensicht ĂŒber und ĂŒberlegen uns, daß das Zögern nicht immer hilfreich ist, auch wenn die Wege in unterschiedliche Richtung weisen sowie die Wahl eine schwere ist.
quote:
Es kann deswegen klĂŒger sein, zu wĂ€hlen,
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Damit man seine Chance nicht verpasst.
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Am Ziel, da kann man jedenfalls erzÀhlen,
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Hier die erste Dreierstrophe, schulmĂ€ĂŸig, fĂŒnfhebiger Jambus, Kadenzen wmw, ganz wie die erste Strophe. Aussage ist verstĂ€rkend, wieder Innensicht - handle, sonst hast Du evtl. Pech gehabt und die Chance dazu vertan.
quote:
Wie man sie meisterte, die ganze Last.
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Wer handelt, muss sich wenigstens nicht quÀlen,
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Man hÀtte, was sich bot, nicht gleich erfasst.
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Hier wieder sauberes Metrum, wie oben auch, fĂŒnfhebiger Jambus, Kadenzen wieder andersherum mwm; Reimschema cdc dcd, damit lupenreines Sonett frei nach Platen und RĂŒckert. Wie sagte anderswo einer: 19. Jahrhundert. Falsch: spĂ€tes 18. Jahrhundert bis aktuell, die deutsche Meisterform des Sonetts, besonders veredelt als abba baab aba bab, das klingt aber eher selten schön, mehr ist es eine Stilisierung und eine FingerĂŒbung, mit der Autor mal zeigt, was geht, wenn man's drauf hat.

Schon Platen wurde dafĂŒr von Zeitgenossen gescholten, da sei ihm einiges doch zu artifiziell geraten. Nun, Platen war schwul, die Kritiker mochten ihn darob nicht sonderlich, trafen aber doch in diesem Punkt schon die Wahrheit auf den Punkt. Trotzdem empfehle ich fĂŒr Sonetter und die es werden wollen, ihn zu lesen. Da könnte man staunen und lernen. Hier aber staunt man eher ĂŒber anderes als ĂŒber schwule Sonetter. Hier staunt man ĂŒber die flagrante BildungslĂŒcke per se. Auch das war wieder nicht gegen Dich gemĂŒnzt, sondern eine traurige Feststellung des Pisazustandes deutscher LĂ€nder.

Die Moral von der Geschicht'? Auch entscheidungslos ist Entscheidungslos. Wer aber entscheidet, muß sich wenigstens nicht grĂ€men, keine Entscheidung getroffen zu haben und dennoch die Suppe auszulöffeln. Weil irgendeine Suppe löffelt man nĂ€mlich immer: Auch die Nullalternative, also das Nichtstun, die Entscheidungstheorie beweist es, ist eine Entscheidungsvariante, die der wĂ€hlt, der nicht wĂ€hlt.

Aber mit der Logik haben wir es ja nicht so dolle. Besonders, wenn es um uns selbst geht, bleibt sie gerne auf der Strecke.

Gruß W.
__________________
Walther
"Gelegenheit.Macht.Dichtung"

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