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Leselupe.de > Kurzprosa
Entwurzelt
Eingestellt am 08. 10. 2007 22:31


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Anysa
AutorenanwÀrter
Registriert: Jul 2007

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Eine Frau begibt sich zum Park, wo Nebelschwaden ihre Bahnen ziehen.
Ein Baum erregt ihre Aufmerksamkeit. Es scheint, als recke er verloren seine Äste zum Wald. Sie streckt ihre Hand aus, will ihm helfen. Dabei streift ihr Blick die große Wurzel, die Lebensader des Baumes. Aus dem Boden gerissen. Sie hĂ€lt inne.
Ja, sie ist wie dieser Baum, entwurzelt. Sie steckt die Hand wieder in die Tasche, kann ihm nicht helfen.
Ein Wort hat sie hinaus getrieben. „Nein“, die Antwort auf Ihren Heiratsantrag. Jahre der Beziehung hat es zu Nichte gemacht und eine Wand zwischen Ihnen aufgebaut.
Den Blick zu Boden gesenkt geht sie weiter, bis der Nebel sie und ihre dĂŒsteren Gedanken verschluckt hat.

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Haki
Guest
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Ein sehr gefĂŒhlvoller Text Anysa.

DarĂŒberhinaus hast du einige stimmige Metaphern gefunden...

Ein Paar Anmerkungen dann aber doch:

quote:
Die KĂ€lte kriecht in ihre Knochen und lĂ€sst sie schaudern. Sie hat das GefĂŒhl, als wĂŒrde ihr Blut aus einem eisigen Rinnsal bestehen, das langsam durch ihren Körper kriecht und ihr jeglichen wĂ€rmenden Funken entzieht.

Hier benutzt du zwei Mal das Verb "kriecht". Wirkt ungeschikt, vielleicht solltest du "die KÀlte dringt in ihre Knochen" oder Àhnliches schreiben...

quote:
Der Nebel scheint undurchdringlich, so dass sie nicht sehr weit sehen kann. Diese kurze Sicht auf den vor ihr liegenden Weg kommt ihr vor wie eine Metapher, die ihre undurchsichtige Zukunft beschreibt.

Warum erklĂ€rst du uns dein Bild? Warum? HĂ€ltst du uns fĂŒr so dumm?Streich die Beschreibung, sie ist fehl am Platz.

quote:
Dazu gab es nichts weiter zusagen.
„Das bedeutet aber jetzt nichts weiter, Schatz.

"Weiter" zwei Mal hintereinander. Mein Vorschlag: Dazu gab es nichts hinzuzufĂŒgen, oder irgendwie so...


quote:
Sie war sich so sicher gewesen, das es nie eine Zweifel gab

Sicherlich muss es hier "eineN" heißen...


Die letzte Metapher gefÀllt mir wieder sehr gut.

Eine Frage noch: Zu Beginn beschriebst du die Tropfen, die in ihren Nacken fallen udn wie kleine Nadelstiche sind. Ich habe dies zunĂ€chst als erneutes Bild verstanden. Aber spĂ€ter schreibst du "körperliche Pein". Warum ist sie denn auch physisch verletzt? Halte ich fĂŒr unlogisch, solltest du streichen und die Tropfen einfach als Bild stehen lassen.
Demnach mĂŒsste folgender Satz komplett weg:

quote:
Die körperliche Pein kann sie aber nicht von der seelischen Qual ablenken

Um deinen nun unvollstÀndigen Satz zu beginnen, dieser Vorschlag:
Es hat sie hinausgetrieben...


Mit einer Bewertung halte ich noch ein, weil ich gewiss Potential sehe in dem Text und abwarten möchte, was du mit meiner sicherlich unwĂŒrdigen Kritik anfĂ€ngst.

Ganz liebe GrĂŒĂŸe,
Haki



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Anysa
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Hallo Haki,

deine Kritik ist gar nicht unwĂŒrdig. Ich weiß es sehr zu schĂ€tzen, wenn meine Texte gelesen und auch kritisiert werden. Ich bin schließlich immer noch ein Lehrling und freue mich ĂŒber konstruktive Kritik.
Habe deine VorschlÀge mir zu Herzen genommen und den Text geÀndert.
Er ist jetzt kĂŒrzer geworden. Ich hoffe, ich habe ihn nun besser geschrieben und nicht schlechter.

WĂŒrde mich freuen, wenn du noch einmal darĂŒber schaust.

Liebe GrĂŒĂŸe

Anysa

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Haki
Guest
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Halo Anysa,

Schön, dass du kritikfĂ€hig bist und dich ĂŒber sie freust.

Beim nochmaligem Lesen sind mir weitere Dinge aufgefallen, hier sind sie:

quote:
Der hochgeschlagene Kragen hÀlt die vielen kleinen Tropfen vom Himmel nicht ab, in ihren Nacken zu fallen und sie wie kleine Nadelspitzen zu stechen

Zwei Mal "klein" und woher sollen Regentropfen denn sonst komen, wenn nicht aus dem Himmel?
Wie wÀre es so:
"Der hochgeschlagene Kragen hÀlt die vielen Regentropfen nicht ab, in ihren Nacken zu fallen und sie wie kleine Nadelspitzen zu stechen"?


quote:
Ohne zu wissen, wohin es geht, bringen sie ihre FĂŒĂŸe immer weiter fort von der Quelle ihrer EnttĂ€uschung.

Irgendwie wirkt das auf mich unglĂŒcklich formuliert.
Mein Vorschlag:
"Ziellos schreitet sie immer weiter voran und entfernt sich von ihrem Ausgangspunkt."

So, nur besser halt. Ohne Quelle der EnttÀuschung, klingt abgedroschen.


quote:
Er hat „Nein“ gesagt. Er hat tatsĂ€chliche ihre Frage verneint. Wie lang hatte sie auf diese Frage gewartet, die doch eigentlich von ihm gestellt werden sollte. Nach so vielen Jahren hatte sie allen Mut zusammen genommen, einen wunderschönen Abend organisiert und die alles entscheidende Frage gestellt.

Zu viele "Fragen" und zu viele "gestellt"s.
Mein Vorschlag:
"Er hat tatsĂ€chlich "Nein" gesagt. Auf die Frage, die er hĂ€tte stellen sollen, stellen mĂŒssen. Doch es war sie, die all ihren Mut zusammen nahm, einen einen wunderschönen Abend organisierte und die alles entscheidende Frage stellte."


quote:
„Ich weiß doch noch nicht einmal, ob wir nĂ€chstes Jahr noch zusammen sind“, hatte er seine Ablehnung erlĂ€utert.

vielleicht "begrĂŒndete er seine Ablehnung"? Sonst schriebst du zu oft "hatte"


quote:
Diese Worte hÀtte er sich sparen können, denn sie verschlimmerten ihre seelische Qual noch mehr.

lass das "seelische" weg. macht daraus zu viel pathos...

quote:
Sie dachte damals, dies ist der Mann ihres Lebens. Sie war sich so sicher gewesen, das es nie einen Zweifel gab.

hier muss es sicherlich "dass" heißen...


Vielleicht kannst du ja mit meinen weiteren VorschlÀgen erneut was anfangen. Den ersten Schritt hast du ja bereits getan

Liebe GrĂŒĂŸe,
Haki




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Anysa
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Hallo Haki,

ist nicht einfach, eine so kleine Geschichte gut zu schreiben.
Habe deine VorschlÀge erneut bearbeitet.
Möchte dir folgendes dazu sagen:

quote:
Der hochgeschlagene Kragen hÀlt die vielen kleinen Tropfen vom Himmel nicht ab, in ihren Nacken zu fallen und sie wie kleine Nadelspitzen zu stechen.
Tropfen können auch von den BÀumen kommen, da sie durch den Park lÀuft. Daher sehe ich es nicht so eng. Des weiteren sollte der Leser sehen, das es leicht nieselt, wÀhrend ihres Spazierganges und nicht das die Tropfen von nassen BÀumen stammen.
quote:
Ohne zu wissen, wohin es geht, bringen sie ihre FĂŒĂŸe immer weiter fort von der Quelle ihrer EnttĂ€uschung.
Dein Vorschlag mit „Ausgangspunkt“ fĂŒr die "Quelle ihrer EnttĂ€uschung" klingt fĂŒr mich aber zu emotionslos. Daher habe ich „zu Hause“ gewĂ€hlt.

Das ich "dass" nicht immer mit doppel "s" schreibe liegt sicherlich daran, dass ich immer noch zwischen neuer und alter Rechtschreibung springe. Sorry, ich lerne es wohl nie.

Mal sehen, was du nun dazu sagst.

Liebe GrĂŒĂŸe
Anysa

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Franka
Foren-Redakteur
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Versuche doch mal deine Geschichte mit nur, genau nur, 100 Wörtern (nennt sich dann Drabble)zu schreiben. Versuch die Worte Schmerz, Seele, Herz, TrÀnen, Schrei nicht zu benutzen, wenn sie gebraucht werden, dann umschreiben.

quote:
Sie dachte damals, dies ist der Mann ihres Lebens. Sie war sich so sicher gewesen, dass es nie einen Zweifel gab. Darum traf sie seine Antwort wie ein Schwert, das ihr das Herz aus der Brust holte und es in einen dunklen tiefen See warf.

Hier "trieft" es. (z.B.)

Schau mal:

Sie dachte damals, mit diesem Mann werde ich alt. Sie war so sicher gewesen. Seine Antwort war eine Schlag, nicht nur ins Gesicht. Ihr war, als wĂ€re eine Wand zwischen ihnen gewachsen und sie wĂŒrde immer mit voller Kraft ihren Kopf dagegen schlagen.

Der Inhalt ist geblieben, eher noch schmerzvoller, denn jeder kann einen Schlag ins Gesicht und die Schmerzen beim Kopf gegen die Wand schlagen nachfĂŒhlen. Wie aber soll ich als Leser nachempfinden, wenn mir das Herz aus der Brust geholt wird, es in einem tiefen See verschwindet?

Lieben Gruß
Franka

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