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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Er der ist
Eingestellt am 27. 08. 2002 19:59


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Abrasax
Wird mal Schriftsteller
Registriert: Jul 2002

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Kommentare: 1
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Er, der ist

Er lag. Er lag mitten auf der Stra├če. Sie war nass. Es regnete immer noch. Er war nass. Es regnete auf ihn. Denn er lag auf der nassen Stra├če. Auf der nassen Stra├če, auf die es regnete. Er lag auf der nassen Stra├če, auf die es immer noch regnete, und er dachte nach, w├Ąhrend der Regen, der immer noch auf ihn fiel, ebenso noch auf die nasse Stra├če prasselte. Und er dachte, w├Ąhrend der Regen auf die nasse Stra├če und auf ihn fiel, w├Ąhrend sich eine Pf├╝tze um ihn bildete:ÔÇť Warum ist es so? Warum ist es so, dass ich hier liege, w├Ąhrend der Regen auf mich und auf die nasse Stra├če f├Ąllt? Wieso f├Ąllt der Regen nach unten? Warum nicht nach oben? Was habe ich getan, dass der Regen nach unten und nicht nach oben f├Ąllt? Wieso verurteilen mich die anderen nicht? Warum verurteilen sie mich nicht, der ich doch daf├╝r verantwortlich bin? Ist es denn nur deswegen weil ich eben ich bin? Ja, ich bin ich! Aber ich bin auch der Regen. Und ich falle nach unten anstatt nach oben. Und ich allein bin daran schuld. Denn ich bin der Regen und derjenige der ihn erzeugt. Derselbe der sich selbst erzeugt. Ich bin der Regen, also bedecke ich die Stra├če. Schlie├člich bedecke ich die ganze Stra├če. Ich bin die Stra├če. Ich bin sie und mache sie nass. Was bin ich?ÔÇť Er lag. Er lag mitten auf der Stra├če. Um ihn hatte sich eine Pf├╝tze gebildet. Es hatte aufgeh├Ârt zu regnen. Er lag in einer Pf├╝tze auf der feuchten Stra├če und er dachte:ÔÇť Ein Teil von mir ist gestorben. Ein anderer liegt inmitten des toten Teils. Denn ich war der Regen. Ich bin die sterbende Stra├če. Ich war alles und bin vieles noch. Doch was bin ich wenn es letztendlich auch gestorben ist? Was ist es? Was ist es, das ich bin? Was werde ich sein, wenn es alles nicht mehr ist?ÔÇť Die Stra├če war trocken. Die Pf├╝tze in der er lag war verschwunden. Die Sonne schien. Sie strahlte ihn an. Sie durchschien ihn. Er ├Âffnete die Augen. Er schaute in die Sonne. Er erkannte die Sonne. Er betrachtete sich. Er erkannte sich. Er suchte liegend die Pf├╝tze. Die Pf├╝tze war verschwunden. Er schloss ein Auge. Er schaute in die Sonne. Er durchschaute die Sonne. Er betrachtete sich. Er erkannte sich endlich nicht mehr. Er schloss das Auge. Er dachte:ÔÇť Ich sah die Sonne. Ich erkannte sie. Ich durchschaute sie. Sie t├Âtete mich. Ich t├Âtete sie. Sie ist jetzt schwarz, doch noch immer irgendwo da drau├čen. Ich bin tot. Eine wandelnde Leiche. Sie hat mich get├Âtet. Daf├╝r t├Âtete ich sie. Doch was bin ich nun?ÔÇť Er ├Âffnete beide Augen. Die Sonne blendete ihn. Noch immer blind stand er auf. Er ging davon. Die Menschen priesen ihn als neuen Gott.



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Auch wer nichts erwartet wird entt├Ąuscht.

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