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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Er sagt, was Wien denkt!
Eingestellt am 05. 04. 2005 15:21


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Schriftsteller-Lehrling

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Er sagt, was Wien denkt!

Es ist das Jahr 2005 und ich bewege mich eine fortschrittlichen Erfindung namens U-Bahn, diese so genannte U-Bahn bewegt sich mit etwa 60 Stundenkilometern durch den Untergrund von Wien und bietet viel Platz fĂŒr die FahrgĂ€ste.
Ein junger Mann holt eine Apparatur namens Mobiletelefon aus seiner Tasche und tippt mit einer einzigartigen Fingerfertigkeit in die Tastatur seines Mobiltelefons. Ich bin fĂŒr einen kurzen Augenblick ziemlich fasziniert darĂŒber das wir ohne Kabel bzw. ohne sichtbarer Verbindung kommunizieren können. Dies muss wohl die Zukunft sein, welch wunderbarer Ort das ist, welche Vielfalt an Menschen sich in dieser U-Bahn befinden.
Da haben wir z.B. eine junge Dame im ungefÀhren Alter von 14 bis 15 Jahren, dessen Haare wie Speerspitzen in die Luft ragen, zumal sie in einer sonderbaren Farbe gefÀrbt sind. Ihr Gesicht ist bemalt und Ihre Kleidung zerfetzt und teilweise schlampig zusammengenÀht. Das wunderschöne junge Gesicht entstellt durch Ringe, Löcher und Narben. Doch das faszinierende dabei ist, sie findet Toleranz in dieser modernen europÀischen Gesellschaft. Im Mittelalter hÀtte man sie wohl als Hexe verbrannt, dachte ich mir mit einem leichten Grinsen das mein altes Gesicht so verzog sodass man jede noch so kleine Falte sehen konnte. Ja, in dieser modernen Gesellschaft findet
Intoleranz keinen Platz.
Eine elektronische Stimme verkĂŒndet mir das wir uns bald der nĂ€chsten Station nĂ€hern, so Blicke ich erwartungsvoll aus dem Fenster und hoffe etwas zu entdecken was meine Sinne beflĂŒgelt.
Die U Bahn bleibt stehen, die TĂŒren öffnen automatisch, Menschen steigen aus, neu Gesichter steigen ein. Plötzlich erblicken meine trĂŒben Augen ein Plakat, ich kannte solche Art von Plakaten und ich hatte sie lange nicht gesehen und zwar Propaganda.
Es schießen mir tausend Gedanken durch den Kopf und ich bin zumal sehr verwirrt. „Er sagt, was Wien denkt.“ Ich bin verstört und schockiert zur gleichen Zeit. Dieser junge Bengel mit blauen Augen auf dem Riesen Plakat der keinen Tag an der Front des zweiten Weltkrieg stand, so wie ich, der keinen Stein mit uns wiederaufgebaut hat, meint wirklich sagen zu können was ich und meines gleichen denken. Seine Worte schienen sich in meinem Kopf immer wieder zu wiederholen. Wiederholung fĂŒr Wiederholung wurde mir allmĂ€hlich bewusst, dass dieses Problem viel grĂ¶ĂŸer ist als es den Anschein hat. Es geht dabei nicht mehr um die einzelne Person oder um eine einzelne Aussage.
Es ist das Misstrauen das in den Köpfen der Menschen verankert ist. So könnte es auch in der Natur des Menschen liegen misstrauisch und Àngstlich vor Neuem zu sein oder ist es nur der Hunger nach Macht der die Politiker unserer Zeit der sie nur allzu menschlich macht.
Nein, viel schlimmer vielleicht sind es nur kleine Kinder mit einer großen Lupe vor einem Ameisenhaufen? Es wĂ€re Sinnlos dies in Frage zu stellen, da es meiner Ansicht nach schon immer Tyrannen, Diktatoren und dumme Menschen gab in jeder Zeitepoche.
Sei es Napoleon, Hitler, Bush oder Alexander der Große, es scheint sich alles immer wieder zu wiederholen wie in einer billigen Soapshow. Also bleibt mir das einzig richtige zu tun, zurĂŒcklehnen und die Show zu genießen. Ich bin alt und werde sowieso bald sterben, also warum sollte mich das bekĂŒmmern wenn die jetzige Jungend tagtĂ€glich daran vorbeifĂ€hrt und niemand die Korasche hat so ein Plakat runter zu reißen.
Der Zug fuhr endlich weiter und mein altes freundliches Gesicht wurde zu einer ernsten steinigen Skulptur. Es hatte mich doch mehr mitgenommen als ich wollte.
Die U-Bahn blieb wieder stehen und als ich erneut aus dem Fenster blickte sah das Wort „Widerstand“, eine Art von GĂ€nsehaut strömte durch meinen ganzen Körper. „Widerstand“ was fĂŒr ein schönes Wort! Doch das witzige war diesem Clown den man nicht ernst nehmen durfte malte man einen Hitlerbart auf dumme Gesicht und ich merkte, dass doch nicht alle Menschen blind sind. Viele haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt.
Diese Erkenntnis entlockte ein leichtes Grinsen aus meinem Gesicht und freute mich darauf meine Enkelkinder in den Arm zu nehmen.

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Wer kÀmpft, kann verlieren, doch wer nicht kÀmpft,hat bereits verloren.

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sohalt
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Ich finde es gut, dass du darĂŒber geschrieben hast.
Ich finde gut, was du darĂŒber geschrieben hast.
Bloß, wie du darĂŒber geschrieben hast... tja.

Um es kurz zu machen:
Intention: lobenswert
AusfĂŒhrung: mangelhaft.

Ich klopfe dir auf die Schulter ob deiner Einstellung, und zwar ohne jegliche Ironie, denn ich bin in dieser Sache sowieso deiner Meinung.

Das ist aber auch schon alles, was du mit diesem Text erreichen wirst.

Leute, die eventuell anders darĂŒber denken, wirst du damit gewiss nicht zum Umdenken bewegen, die riechen die Moralkeule 300 Meilen gegen den Wind.

Nix gegen Texte mit Moral, aber wenn dann bitte richtig:
Texte, die nur dazu dienen, Leute in ihren Ansichten zu bestÀtigen, weil sie so durchschaubar sind, dass sie die, die anderer Ansicht sind, von vornherein warnen, sind relativ unbrauchbar.

Das dient der Sache nicht.

Der kitschige Schluss mit den Enkeln war zB echt nicht notwendig.

Allerdings ist das hier schon wesentlich besser, als der andere Text von dir, denn ich mal kommentiert hab. (Tut mir ĂŒbrigens leid, dass meine Kritik schon wieder so harsch ausfĂ€llt, bitte hab nicht den Eindruck, ich hĂ€tte es persönlich auf dich abgesehen).

Das wird schon!

lg
sohalt

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