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Leselupe.de > Kurzgeschichten
Er und sie
Eingestellt am 02. 11. 2012 20:05


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DocSchneider
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Er und Sie

Der Montagmorgen war der schlimmste Zeitpunkt nach einem gemeinsam verbrachten Wochenende. Die Trennung stand bevor, ein Wiedersehen wie immer ungewiss. Wie lange noch w├╝rde das so weitergehen?

Er bereitete das Fr├╝hst├╝ck zu, w├Ąhrend sie im Bad war. Sie musste eher weg als er, also war es ein Ritual geworden, dass er alles liebevoll vorbereitete und sich fertigmachte, wenn sie weg war.Wie immer deckte er den Tisch sorgf├Ąltig, sch├Ąlte eine Gurke in hauchd├╝nne Scheiben, wie sie es gerne mochte, verga├č nicht die weichgekochten Eier, das Schwarzbrot, den Aufschnitt und den fettarmen K├Ąse. Alles so, wie sie es beide liebten. Kaffeeduft hing in der Luft.

Sie kam aus dem Bad, in Jeans, T-Shirt und einem lose dar├╝ber fallenden Herrenhemd, welches sie verbl├╝ffend jung aussehen lie├č. Das ungeschminkte Gesicht verst├Ąrkte diesen Eindruck. Ihre noch feuchten raspelkurz geschnittenen Haare standen in alle Himmelsrichtungen ab und verliehen ihr das Aussehen eines fr├Âhlich aussehenden jungen M├Ądchens. Sie setze sich ihm gegen├╝ber und schenkte ihm Kaffee ein. Er bem├╝hte sich, nicht allzu sehr auf ihr Dekollete zu starren, das ihr T-Shirt freigab, und die goldene Kette, die in ihrer Halsgrube ruhte. Die Kette, die er ihr geschenkt hatte, als sie in die andere Stadt zog. Damit er immer ein wenig bei ihr war.

W├Ąhrend er geduldig zuh├Ârte, plauderte sie ununterbrochen und das machte sie wie immer unwiderstehlich. Die bevorstehende Trennung schmerzte ihn. Er unterbrach sie nicht, verflocht aber seine Finger mit den ihren und w├╝nschte sich, die Zeit w├╝rde stehenbleiben.

Das tat sie nicht.

"Ich muss jetzt los", sagte sie mit Blick auf die Uhr. Ihre Augen ruhten in seinen.
"Wann sehen wir uns wieder?", fragte er.
"Du wei├čt doch, ich habe viel zu tun in diesem Monat, aber ich mache alles Menschenm├Âgliche wahr", erwiderte sie, stand auf und nahm ihre Tasche. "Au├čerdem - bevor du fragst, es gibt keinen anderen", f├╝gte sie hinzu. Er seufzte leise. F├╝r ihn gab es auch keine andere. Wie auch. Ja wie? Er nahm sie in die Arme und sie k├╝ssten sich lange.

Zehn Minuten sp├Ąter h├Ârte er sie leichtf├╝├čig die Treppe hinabeilen. Der Abschied fiel ihr immer leichter als ihm. Kein Wunder, war sie doch anders als er. Sie, seine kleine Schwester.

Version vom 02. 11. 2012 20:05

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KaGeb
Guest
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Hi Doc,

niedlicher Text - mit Macken, wie sie Schwestern meist haben. :-)
Du nutzt (f├╝r mich) zu viele Um-(Be-)schreibungen.

Ein paar Ideen:

Der Montagmorgen war wie immer der schlimmste Zeitpunkt nach einem gemeinsamen verbrachten Wochenende. Die Trennung stand unmittelbar bevor, ein Wiedersehen war wie immer ungewiss. Wie lange noch w├╝rde das so weitergehen?

Er bereitete das Fr├╝hst├╝ck zu, w├Ąhrend sie im Bad war. Sie musste eher weg als er, also war es ein Ritual geworden, dass er alles liebevoll vorbereitete und sich fertigmachte, wenn sie weg war.. Wie immer deckte er den Tisch sorgf├Ąltig, sch├Ąlte die eine Gurke und schnitt sie in hauchd├╝nne Scheiben, wie sie es gerne mochte, verga├č nicht die weichgekochten Eier, das Schwarzbrot, den Aufschnitt und den fettarmen K├Ąse. Alles so, wie sie es beide liebten. Bald durchzog Kaffeedurft hing in der Luft die Wohnung.

Sie kam aus dem Bad, in Jeans, T-Shirt und und einem lose dar├╝ber fallenden Herrenhemd, welches sie verbl├╝ffend jung aussehen lie├č. Ungeschminkt, noch feucht Haare, so kurz geschnitten, Rapseln in alle Himmelsrichtungen, so fr├Âhlich, so jung.

Das ungeschminkte Gesicht verst├Ąrkte diesen Eindruck. Ihre noch feuchten raspelkurz geschnittenen Haare standen in alle Himmelsrichtungen ab und verliehen ihr das Aussehen eines sehr gutaussehenden, fr├Âhlich aussehenden jungen M├Ądchens. Sie setze sich ihm gegen├╝ber und schenkte ihm Kaffee ein. Er bem├╝hte sich, nicht allzu sehr auf das kleine ihr Dekollete zu schauen starren, das ihr T-Shirt freigab, und die goldene Kette, die in ihrer Halsgrube ruhte. Die Kette, die er ihr geschenkt hatte, als sie in die andere Stadt zog. Damit er immer ein wenig bei ihr war.

W├Ąhrend er geduldig zuh├Ârte, plauderte sie unausgesetzt ununterbrochen und das machte sie wie immer unwiderstehlich. Die bevorstehende Trennung schmerzte ihn. Er unterbrach sie nicht, verflocht aber seine Finger mit den ihren und w├╝nschte sich, die Zeit w├╝rde stehenbleiben.

Das tat sie nicht.

"Ich muss jetzt aber los", sagte sie mit einem Blick auf die Uhr. Ihre Augen Ihr Blick ruhten in seinenm. ("Cut"= Neuer Zeilenanfang)
"Wann sehen wir uns wieder?", wagte er zu fragen. ("cut")
"Du wei├čt doch, ich habe viel zu tun in diesem Monat, aber ich mache alles Menschenm├Âgliche wahr", erwiderte sie, stand auf und nahm ihre Tasche. "Au├čerdem - bevor du fragst, es gibt keinen anderen", f├╝gte sie hinzu. Er seufzte leise. F├╝r ihn gab es auch keine andere. Wie auch. Ja wie? Er nahm sie in die Arme und sie k├╝ssten sich lange.

Zehn Minuten sp├Ąter h├Ârte er sie leichtf├╝├čig die Treppe hinabeilen. Der Abschied fiel ihr immer leichter als ihm. Kein Wunder, war sie doch anders als er. Sie, seine kleine Schwester.


Bin mal gespannt, was du ├╝bernimmst ...

LG

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Arno Abendsch├Ân
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Eine K├╝rzest-Kurzgeschichte, die den Leser am Schluss auf etwas konventionelle Weise ├╝berrumpelt. Ich fand sie beim ersten Durchlesen ausgesprochen fl├╝ssig und hatte insoweit nichts Wesentliches auszusetzen. Nur: Der Kaffeeduft hat ein ├╝berfl├╝ssiges R, und vielleicht sollte der Titel auch besser lauten: Er und Sie. Die Regel d├╝rfte deine Version best├Ątigen, doch die Praxis scheint eher auf meiner Seite zu sein.

Die im ersten Kommentar enthaltenen Vorschl├Ąge laufen insgesamt auf Raffung und noch mehr Schlagkraft hinaus. Das w├╝rde ich bei einem wesentlich l├Ąngeren Text (Romankapitel, lange Erz├Ąhlung usw.) gut finden, hier bei diesem ausgesprochen kurzen jedoch nicht. Besser so lassen, sonst magert er formal zu sehr ab.

Inhaltlich ist der Text nach meinem Verst├Ąndnis ein Ansto├č, ├╝ber Ausma├č und Charakter von Geschwisterbeziehungen nachzudenken. Es geht doch wohl in Richtung inzestu├Âse Neigungen? Wobei der Text offenl├Ąsst, ob sie im konkreten Fall praktisch ausgelebt werden. Wenn er den Blick auf ihren Ausschnitt bewusst vermeidet, kann ich das als realisiertes Inzest-Tabu werten - aber wenn sie ihm versichert, es gebe keinen anderen (unausgesprochen: au├čer ihm), dann kann das entweder eine scherzhafte Bemerkung sein oder es enth├╝llt eine Beziehung, die sich ├╝ber jenes Tabu hinweggesetzt hat.

Arno Abendsch├Ân

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DocSchneider
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Ich habe nun einiges geandert und ich hoffe, diese Version findet Gnade vor aller Augen.
Lieber Arno, es geht um eine Inzestbeziehung, richtig, die Intensitaet ist nur angedeutet, das gefiel mir besser als eine sehr deutliche Schilderung.
Vielen Dank fuers Lesen!

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