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Leselupe.de > Feste Formen
Er und sie und der (alkäische Ode)
Eingestellt am 25. 07. 2010 16:12


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HerbertH
???
Registriert: May 2007

Werke: 860
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Ich komme gleich zu Dir, holde Schöne, gleich.
Bestecke borg ich mir, die ich brauche, gleich.
Den Schmerz, der Dich so quält, zu enden:
Wird es mir endlich gelingen, kann ichs?

Du schaust so hoffnungsvoll, meine Liebe schwillt
Zu diesem lauten Tosen des Sturms, ich pack
Entschlossen Tupfer, Zange, Bohrer,
Bohre entfesselt, die Plombe, weicht sie?

Du wolltest keine Spritze, Betäubung fehlt
Den Schmerz zu lindern, fehlt, oh du Arme, mir
Das einz'ge Mittel, Dir zu helfen,
Kann ich mit Dir nur noch leiden. Wehe!

Und wie ich bohre, ich deine Löcher tief
Und tiefer weite, schrei ich nach Füllung, die
Die Schwester rührend passend anreicht.
Spüle Du Schöne jetzt bitte gründlich!

Ich setze Dir den Tupfer behutsam ein,
Dein Blick ergeben, hin zu dem tiefen Loch,
Und fülle Kunststoff ein, zum Rande
Härten muss der, bis die Paste fest ist.

Warum magst Du mich sicher nicht mehr danach,
Obwohl ich ganz behutsam und zärtlich war?
Du fühltest jenen Bohrer niemals,
Den ich so gerne benutzen würde!

__________________
© herberth - all rights reserved


Version vom 25. 07. 2010 16:12

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Bernd
Foren-Redakteur
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Registriert: Aug 2000

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Es gefällt mir sehr guut, hier haben wir einen Gegensatz zwischen einem profanem Inhalt und einem erhabenen Stil.

Zugleich haben wir ein Rätsel, dass sich nach und nach löst.

Nichts ist, wie es am Anfang schien.

Hier habe ich ein Problem mit der Auslassung:

"und wie ich bohre, wie deine Löcher tief
Und tiefer weite, "


Eine Lösung wäre:

und wie ich bohre, so deine Löcher tief
Und tiefer weite,

Das Problem ist, dass die Verbindung zu "ich" durch "wie" unterbrochen wird.
__________________
Copy-Left, samisdada, Dada Dresden

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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Hallo Bernd,

danke für den Hinweis. Ich habe es auf

quote:
und wie ich bohre, ich deine Löcher tief
Und tiefer weite,

geändert. Das klingt für mich jetzt ganz gut.

Liebe Grüße

Herbert
__________________
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kakadu
???
Registriert: Jun 2010

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Hallo Herbert,

wow! Eine alkäische Ode kriegen wir hier nicht alle Tage zu lesen.
Und dann auch noch mit intergriertem Herbert-Rätsel. Ich hab mir
wirklich schon den Kopf zerbrochen, aber eine andere Lösung als
Zahnarzt will mir einfach nicht einfallen, diese scheint aber bereits
in Strophe zwei offensichtlich.

Der geheimnisvolle Schluss gibt mir am meisten zu denken. Das LD
wäre dem LI nach der Behandlung böse, die aber nicht stattgefunden
hat, obwohl LI den Bohrer gerne benutzen würde? Ach so, der Zahnarzt
würde die schöne Patientin lieber mit seinem "schmerzfreien" Bohrer
behandeln?

Ich geh mal zum Formalen über. Metrisch gibt es nichts zu meckern.
Da ist, sofern man sich nicht an Kleinigkeiten aufhängen will, alles,
wie es sein soll. Zum Vergleich das Schema:

x X x X x | X x x X x X
x X x X x | X x x X x X
x X x X x X x X x
X x x X x x X x X x

Das alkäische Muster ist ja überaus abwechslungsreich, und Du hast
sprachlich eine gute Umsetzung gefunden, nicht zu lax und nicht zu
pathetisch. Das gefällt mir. Wo Du allerdings ein bisschen geschummelt
hast, das sind die inhaltlichen Zäsuren. Wenn Du möchtest, kann ich
da nochmal ins Detail gehen, vorerst will ich die Kirche mal im Dorf
lassen

Deine Ode war mal ein besonderer Leckerbissen für mich, und ich war
gerne bei Dir zu Besuch.

Liebe Grüße
Claudia

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

Werke: 860
Kommentare: 6461
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Liebe Claudia,

ja, die Zäsuren... Ich muss gestehen, dass ich in diesem Punkt dem (wo nur?) gelesenen Kommentar Rechnung getragen habe, dass diese Odenstrophe von deutschen Dichtern oft etwas variiert wurde.

Du scheinst mir eine besondere Affinität zu Formen aus dem klassischen Altertum zu haben?! (Finde ich übrigens grossartig!)

Auf jeden Fall werde ich bei meiner nächsten alkäischen Ode mal versuchen, die Zäsuren "stärker" herauszuarbeiten.

Hinsichtlich Zahnarzt mit dem Hang zu allerlei besonderen Bohrern liegst Du übrigens goldrichtig

Bitte komm bald wieder in "meine" Threads. So kenntnisreiche und wohlwollende Kommentare sind mir stets willkommen .

Liebe Grüße

Herbert

__________________
© herberth - all rights reserved

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