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Leselupe.de > Humor und Satire
Er verträgt ja nix seit Kambodscha.
Eingestellt am 26. 09. 2002 09:38


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pleistoneun
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"Schatz, ich geh mal kurz Zigaretten holen", sagte er und tauchte zwei Monate später mit einer Packung Zigaretten wieder im gemeinsamen Haushalt auf. Niemand, in Worten: niemand, hatte sich Sorgen um ihn gemacht, nicht die Nachbarn, nicht der Zeitungsausträger, auch nicht seine Kinder! Natürlich nicht, die haben ja alle scheinbar Besseres zu tun, als sich um den Nächsten zu sorgen. Und seine Frau, hat sich die gesorgt? Denkste. Dabei war er zwei Monate weg! Auf sich allein gestellt, einsam. Was hätte ihm alles zustoßen können in der rauen Welt da draußen? Der Traffikant hätte sich in ihn verlieben können, und sie wären gemeinsam nach Kambodscha gegangen, um dort die Fremdenlegionärskrankheit zu bekämpfen und hunderte als russische Kürbiskernkaschemmen getarnte Wochenendhäuser in die Luft zu jagen. Er wäre verfolgt worden und hätte als Schafhirte auf der Hochebene des Kaschmirs sein Überleben sichern müssen, ehe er durch staatenlose Rebellenschurken der halblegalen Giftgasproduktion zunächst beschuldigt, dann geknebelt, gedrosselt, gefinkt und gestart in einem feuchten Keller unter graumsamster Folter seine Schuld hätte leugnen müssen. Er wäre aber von seinem Traffikatenfreund gerettet und mit ihm auf eine sibirische Eisinsel geflüchtet, wo sie kaltblütigst Sardinienbüchsen von irrfahrenden Schiffen aus Italien gekapert hätten, um das große Geld dann in einem Moskauer Vorstadtzirkus einem brennenden Affen in den Rachen zu werfen, der sie, bevor er verbrannte, um ihre letzte Zigarette bat. Vielleicht hätte das auch alles nicht passieren müssen, hätte er beim Zigarettenholen nicht zufällig Kleingeld für eins zwo Bierchen eingesteckt und im Vollrausch ... Er verträgt ja nix seit Kambodscha.

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gox
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Dabei könnte diese unsere Welt so einfach und so schön und so bunt sein! Wie gross ist wohl der Unterschied zwischen scheinbar und anscheinend? ;-)

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Leovinus
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Hallo - schöner Text, sehr witzig und ausufernd phantasievoll. Erinnerte mich ein klitzekleines bisschen an eine Stelle aus "Amelie", aber das ist ja nicht das Schlechteste...

Ich würde nur das

»Dabei war er zwei Monate weg! Auf sich allein gestellt, einsam.«

streichen - ist m.E. zu viel.

Beste Grüße!

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