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Leselupe.de > Kurzprosa
Erdbebengrenze
Eingestellt am 24. 07. 2004 15:29


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anemone
Schriftsteller-Lehrling
Registriert: Sep 2001

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Hei├č war es. Die Luft stickig und schw├╝l, als wir den Trampelpfad der Klamm entlang nahmen. Die hohen Felsw├Ąnde lie├čen die Sicht hinauf nur durch einen schmalen Spalt den blauen Himmel erkennen, der sich jedoch pl├Âtzlich verfinsterte.
Unheimlich das Grollen aus der Luft, welches auf ein Gewitter schlie├čen lie├č. "Wir m├╝ssen uns beeilen!" Kai begann zu dr├Ąngeln, doch es war nicht m├Âglich. Der Weg war zu schmal und die Leute vor ihm setzten Fu├č vor Fu├č, ├Ąngstlich darauf bedacht, weder nach oben, noch hinunter zu sehen. Ihre spitzen Schreie lie├čen darauf schlie├čen, dass kein Denken daran war,
hier aus dieser Klamm jemals schneller als geplant heraus zu kommen.
Die ersten Tropfen fielen. Der Fels ├╝ber uns hielt sie davon ab unseren Kopf zu treffen. Wir sahen sie niederfallen, tief hinunter in den Bach, der so laut rauschte. "Erdbebengrenze!" hatte J├╝rgen uns zu dieser Klamm mitgeteilt und ich hielt mich vorsichtig am Gel├Ąnder fest, welches aus Stahlrohr diesen Steg in schwindelnder H├Âhe begrenzte. <Nur das nicht!>, dachte ich.
<Bitte nicht jetzt!>, <Jederzeit, doch nicht, wenn ausgerechnet wir die Klamm besichtigen wollen!>. Es war ein Flehen, ein Bitten an den da oben, der den Himmel ├╝ber uns zu verfinstern schien. Wollte er uns nur einen Schrecken einjagen? Oder wollte er uns zeigen: "Ihr seid nur winzig kleine Ameisen f├╝r mich!". Das Wetter kannte keine Gnade. Der Regen rann die Felsw├Ąnde entlang. Versuchte man sie anzufassen packte man an eine kalte glitschige Innenwand, die einen lehrte, das Vertrauen auf die andere Seite des Weges zu legen. Fest das Stahlgel├Ąnder zu umklammern. <Nur nicht ausrutschen und nur kein Erdbeben jetzt! Ausgerechnet jetzt!>, dachte ich und sagte laut: "Mensch, bin ich froh, wenn wir hier heraus sind!"
Die Antwort von Kai war nur kurz und doch bemerkte ich, dass auch er Angst hatte: "Das kannst du laut sagen!".
J├╝rgens Stimme klang beruhigend als er sagte: "Des ischt net so schlimm, des ischt immer, wann's r├Ągnet!"
Er sollte Recht behalten. Es war wirklich nicht so schlimm. Doch zu einer Klamm, zieht mich wirklich nichts mehr hin.

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