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Leselupe.de > Ungereimtes
Erde vom Acker
Eingestellt am 08. 01. 2007 19:43


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Elmar Feische
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Erde vom Acker

Erde vom Acker waren wir.
Wir kamen zum Leben,
indem uns jemand den Odem einblies.
In den Garten Eden wurden wir gepflanzt,
der gegen Osten liegt.

Wie man so hört,
muss der Garten Eden,
zumindest zu Beginn,
so ziemlich das gewesen sein,
was wir uns heute w√ľnschen w√ľrden.

Wir brauchten keine Kleider,
denn wir hatten nichts zu verbergen.
Das Wort Nacktheit kam erst später auf.
Bekleidet waren wir
mit unserer s√ľndlosen Unschuld.

Jemand brachte Feigenblätter ins Gespräch,
vielleicht war das der entscheidende Fehler.
Hätten wir nicht das bleiben können,
was wir von Anfang an waren:
Erde vom Acker?



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Waldemar Hammel
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Die gute Absicht ist nicht zu verkennen,

aber der Text ist angereichert mit sprachlichen Un√ľberlegtheiten:

[Erde vom Acker waren wir.]

Wenn vor Eden nichts war (es ist ja genesis damals), dann bestimmt auch keine bestellten Felder, "√Ącker" genannt. Von welchem "Acker" sollten wir also sein? (dass das Wort "Adam" von der Wurzel her von "roter Erde" kommt, also eisen- oder manganhaltiger) ist eine andere Geschichte, und demnach k√∂nnten wir auch vom Mars sein).

[Wir kamen zum Leben,]

Diese Formulierung ist sprachlich unsinnig, denn das "wir" als Satzsubjekt setzt voraus, dass es uns bereits irgendwie gegeben hätte, BEVOR wir zum Leben kamen. Man kann sagen: "Wir wurden krank" u.ä., aber nicht "Wir kommen zum Leben".

[Wie man so hört,
muss der Garten Eden,
zumindest zu Beginn,
so ziemlich das gewesen sein,
was wir uns heute w√ľnschen w√ľrden.]

W√ľrde bedeuten, wir haben bis heute nichts dazugelernt, was "Paradiese" betrifft.

[Wir brauchten keine Kleider,
denn wir hatten nichts zu verbergen.]

Da sich unsere körperliche Gestalt seit damals nicht verändert hat, woher kommts, dass wir dann heute etwas (Körperliches) zu verbergen haben sollten, was damals nicht verbergens-notwendig war?

[Das Wort Nacktheit kam erst später auf.]

Besser: Das Wort "Nacktsein" kam auf, "Nacktheit" ist eine untaugliche Wortschimäre.

[Bekleidet waren wir
mit unserer s√ľndlosen Unschuld.]

Demnach l√§ge der heutige Drang sich zu bekleiden daran, dass wir uns "schuldig" f√ľhlen. Nach meiner Erfahrung ziehe ich mich morgens aber nicht mit einem schlechten, "schuldigen" Gewissen aufgrund meiner Nacktheit an, sondern einfach deshalb, weil das Bekleidetsein zu meinem kulturellen Code geh√∂rt und ganz praktisch ist (und weils einen sonst halt oft frieren w√ľrde).
Der Urmensch brauchte deutlich weniger Feuerholz, wenn er in w√§rmenden Fellen ging, was damals ein massiver √úberlebensvorteil gewesen sein d√ľrfte.
Bleiben wir doch einfach real: Gott hat nach dem Apfelklau (Mundraub, denn sonst gabs ja offenbar nix zu verkosten?) in Eden den Mietvertrag gek√ľndigt und die Heizung abgestellt, und deshalb bekleidete man sich dann mit ???, nicht aus Scham, sondern schlicht wegen der ungewohnten K√§lte. H√§tte man sich dort mit Feigenbl√§ttern bekleidet, die ja auch dann irgendwo in Eden abgerissen worden w√§ren, h√§tte es wohl ein erneutes g√∂ttliches Donnerwetter wegen Gartenzerst√∂rung gesetzt.

[Jemand brachte Feigenblätter ins Gespräch,
vielleicht war das der entscheidende Fehler.]

Das war nicht nur ein Fehler, denn Feigenbl√§tter taugen als Kleidung so gut wie gar nichts, sondern es war auch ausgesprochen oberd√§mlich, wenn nicht zynisch, denn das Wort "ficken" kommt von "ficus" = Feige, und "Feige" ist eine uralte Bezeichnung f√ľr das weibliche Geschlechtsteil, sodass ein Feigenblatt an bewusster K√∂rperstelle als Signal/Zeichen mehr verr√§t als es verdeckt.

[Hätten wir nicht das bleiben können,
was wir von Anfang an waren:
Erde vom Acker?]

Hier wäre besser: "Erde auf dem Acker", denn das "vom" deutet ja an, dass mit der Erde etwas gemacht werden soll, also quasi die Intention Gottes im Vollzug.

---

Man muss das durchdenken: Ein allwissender Gott, der Menschen herstellt, die gerne √Ąpfel essen, dann stellt er einen fr√ľchtetragenden Apfelbaum daneben, verbietet das Apfelessen ohne Begr√ľndung und ohne die Art der Strafandrohung zu nennen, und dann legt er sich mit einem Kn√ľppel auf die Lauer und wartet, was geschehen wird, wobei er als Allwissender nat√ľrlich genau wei√ü, was fr√ľher oder sp√§ter passieren muss.
W√ľrde nicht jedes Gericht einen solchen Gott wegen Vorsatz bestrafen?

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