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Leselupe.de > Ungereimtes
Erfahrung mit 13
Eingestellt am 15. 06. 2005 21:59


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MarenS
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Erfahrung mit 13

Sie war dreizehn und sie war in der Schule schlecht,
Ihren Eltern machte sie nur selten was recht.

So stand sie nach der Schule und hoffte auf den Bus
Und sie wusste ganz genau, irgendwann mach ich Schluss!

In der Tasche eine f├╝nf, mal wieder in Latein
Beim Gedanken an den Vater f├╝hlte sie sich ganz klein.

Da hielt vor ihr ein Auto, zwei Typen sa├čen drin
Sie wirkten sehr vergammelt, der eine roch nach Gin

Als er ausstieg und sie fragte, Kleine willst du mit uns fahrn?
Das konnte schiefgehn, dar├╝ber war sie sich im Klarn

Doch sie entschied sich daf├╝r, was sicher unklug war
Denn obwohl die Typen meinten: Wir kr├╝mmen dir kein Haar,

Ging es ab in den Wald wo niemand sie fand
Der eine von den beiden im Geb├╝sch verschwand,

Der andre aber lachte und sagte grob zu ihr
So meine S├╝├če, jetzt mache ich es dir

Damit du mal wei├čt, was sch├Ân ist im Leben
Dem andren aber werden wir ein Zeichen geben

Damit er sehen kann, dass du willig bist
Und sich irgendwo dort im Wald verpisst.

Wir legen deinen Slip auf das Lenkrad hin
Und kneifen gibt es nicht! Schlag dir das aus dem Sinn!

Denn wenn du nicht mitspielst, bei dem was ich will,
Dann kommt er zur├╝ck und dann gibt es Drill

Zu zweit gehts dann ran, lass dir das jetzt sagen
Und nun ab mit dir auf die R├╝ckbank vom Wagen!

Er drang in sie ein, nahm den K├Ârper und die Seele
Sie aber wehrte sich und dr├╝ckte seine Kehle

Einfach fest zusammen, mit aller Kraft
Sie wusste sp├Ąter nicht mehr, wie sie das geschafft

Ihm fehlte die Luft, das st├Ârte seinen Trieb
Und sie viel hatte Gl├╝ck, dass er doch gelassen blieb

Er lachte sie nur aus und meinte sie sei bl├Âde
au├čerdem sei sie verklemmt und ne Superspr├Âde

Sie wisse nicht was gut sei und das sei ihm zu dumm
So kam sie nach Haus, doch es war noch nicht rum,

Denn nun fragten die Eltern, ein Arzt musste her
Zur Polizei gings auch noch, doch sie wusste nichts mehr.

Sie wollte nichts mehr h├Âren, nur alleine sein
F├╝r die anderen lag die Schuld ja doch bei ihr allein.

Heute schaut sie zur├╝ck, es ist lange vorbei
Und sie l├Ąchelt und sagt, es ist mir einerlei,

Ich hab es ├╝berstanden, wer wei├č wozu, warum?
Vielleicht um draus zu lernen, ja wer wei├č, vielleicht darum!

10.05.04
MarenS



Version vom 15. 06. 2005 21:59
Version vom 22. 07. 2008 10:13

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MarenS
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...ich danke f├╝r die unterdurchschnittliche Bewertung ohne Kommentar...

Gr├╝├če von Maren

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mirami
Guest
Registriert: Not Yet

hallo maren,

der inhalt wiegt schwer. deshalb meine ich, passt die leicht daherkommende reimform (ich empfinde das so) nicht so gut. vor allem am ende:

heute schaut sie zur├╝ck, es ist lange vorbei
und sie l├Ąchelt und sagt, es ist mir einerlei,
ich hab es ├╝berstanden, wer wei├č wozu, warum?
vielleicht um draus zu lernen, ja wer wei├č, vielleicht darum!

es kommt zwar r├╝ber, dass die prot. das geschehene verarbeitet hat, aber es klingt beinahe fr├Âhlich.
das ende solltest du noch mal ├╝berarbeiten, es klingt fast wie ein kindergedicht. die reime sind da m.e. nicht gut gew├Ąhlt. insgesamt gef├Ąllt mir, dass dein text ganz ohne selbstmitleid auskommt und trotzdem betroffen macht.

dein werk h├Ątte mir bei diesem thema als prosagedicht ohne reime besser gefallen.

lg
mirami

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bonanza
Guest
Registriert: Not Yet

hm. am anfang dachte ich an einen rap. nach ein paar versen
dachte ich: ziemlich st├╝mperhaft. ich rutschte tiefer
und tiefer, und betroffenheit machte sich bei mir breit,
weil der text klare bilder vor meinem geistigen auge
zeichnete. die r├╝ckschau im reim, die brutalit├Ąt des
inhalts, das melancholische fazit ergeben eine eigent├╝mliche
mischung, die ich vordererst interessant finde.
vielleicht mu├čtest du es gerade so und nicht anders zu
papier bringen. ja, so mu├č es sein: deine damalige naivit├Ąt
findet in den "schulreimen" ausdruck. das ist es wohl,
was ich an deinem text faszinierend finde - da├č du ├╝ber die
form bewu├čt oder unbewu├čt deine damalige unreife
transportierst. die verletzung der jungen seele wird
dadurch sehr realistisch.

bon.

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NJKahlen
Guest
Registriert: Not Yet

hallo maren!
da kann ich mich bonanza nur anschlie├čen. bei mir kommt es ganz genauso r├╝ber.
gerade die mischung ist letztendlich, die diese stimmung ausmacht. ich wei├č nicht, ob es ohne diese reimart oder wom├Âglich als reine prosa diese stimmung erzeugen w├╝rde.

lieben gru├č: Niko

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MarenS
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hallo mirami, bonanza und Niko,

...f├╝r mirami, zum besseren Verst├Ąndnis...lies das Gedicht bitte nochmal, nachdem du meinen Kommentar gelesen hast
...f├╝r bonanza, voller Achtung vor seinem gef├╝hlvollen Verst├Ąndnis und in der Hoffnung, dass er in Zukunft meine anderen Gedichte in ├Ąhnlicher Weise zu lesen bereit ist...l├Ąchel
...f├╝r Niko, der offensichtlich eine Bereicherung meiner Lyrikwelt wird

Die leichte Reimform ergibt sich aus dem Zur├╝ckgehen in das Alter von 13 Jahren. Wenn ich so etwas schreibe, erlebe ich es und ich habe in diesem Moment keinen Einfluss auf die Reimform...versteht es bitte so: ich war beim Schreiben wieder 13 Jahre alt.
Ja, bonanza...ein Rap...erstaunlich, denn ich habe mit dieser Musikrichtung wenig am Hut...dachte ich, bis mich jemand darauf aufmerksam machte, das auch das Lied ├╝ber Mecki Messer aus der Dreigroschenoper...ein Rap ist...und dieses Lied liebe ich!
Ja, bonanza...l├Ąchel...st├╝mperhaft, das dachte ich auch, als ich es das erste Mal las...ich wollte es schon ver├Ąndern, weil ich entsetzt war ├╝ber den Stil, ├╝ber die Reime...aber mir ging es wie dir. Mein eigenes Gedicht zog mich in den Bann und ich las und las und lies es so.
Ja, bonanza, ich denke es muss so und nicht anders sein, denn ich tauchte hinab, stand an jener Haltestelle, roch den Alkohol, trug den Minirock, spielte eine Rolle, die ich gar nicht wollte und deren Ende ich mir dank meines Nichtwissens nicht mal ausmalen konnte. Ich riskierte und ich vertraute...dementsprechend gro├č die Verletzung.

Erst bei den Worten, die mirami am Ende st├Ârten tauchte ich wieder auf...und l├Ąchelte...ein kleines, schiefes L├Ącheln der Erleichterung, des R├╝ckblickes, der Wehmut. Wievieles w├Ąre anders gekommen, wenn ich nicht...
...und doch...das L├Ącheln vertieft sich...ich gewinne, gewinne aus diesem Schmerz.
In der Tat...es klingt melancholisch-heiter und damit rufen meine Worte genau das hervor, was sie sich auch in mir abspielte...ein Wachsen ├╝ber das Geschehene hinaus, Freude ├╝ber das Erreichte, die sich einstellt wenn man bemerkt, in Zukunft eine Last weniger tragen zu m├╝ssen...und ein Wissen, dass man nicht haben wollte nun aber verkraften kann.

├ťbrigens, vorgetragen ist es sehr intensiv...

Euch dreien liebe Gr├╝├če von Maren

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Brigitte Pulley-Grein
One-Hit-Wonder-Autor
Registriert: Oct 2000

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Erfahrung mit 13

Hallo Maren,

ja, genauso war es damals! ├ängste ausgestanden, zum Schweigen erpre├čt worden. Wem sich anvertrauen? Etwas furchtbar Schlimmes ist mir angetan worden.
Mutter h├Ątte ich es nicht sagen k├Ânnen, denn sie hatte mir einmal erz├Ąhlt, als sie noch Schulm├Ądchen war, da gab es in ihrer Klasse "so Eine", die sich mit Jungen herumtrieb. Deshalb wurde sie dann in ein Erziehungsheim gesteckt.
Nein, Mutter durfte es auf gar keinen Fall erfahren!!! Und dem Jungen ging ich seit dem immer schon von Weitem aus dem Weg.

Mit lieben Gr├╝├čen,

Brigitte.
__________________
Ich glaube an die Magie der Liebe (Hermann Hesse)

Brigitte Pulley-Grein

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