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Leselupe.de > Essays, Rezensionen, Kolumnen
Erfolgreich gescheitert - aber gescheiter?
Eingestellt am 01. 07. 2005 15:39


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MDSpinoza
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Sein einziger Erfolg

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Ein PrÀzedenzfall historischer Dimension
MDSpinoza

Heute vormittag hat Bundeskanzler Schröder sich auf historisches Neuland gewagt: Er hat öffentlich seine RegierungsunfĂ€higkeit eingestanden und gegen sich selbst ein Mißtrauensvotum veranstaltet. Lassen wir uns dies einmal genĂŒĂŸlich auf der Zunge zergehen: ein Politiker, der gestern noch um jede Stimme fĂŒr ein Paket von fast 70 Gesetzen geworben hat, die er vor der SchröderdĂ€mmerung noch schnell verwirklicht sehen wollte, lĂ€ĂŸt heute ein Votum umsetzen, daß seine Inkompetenz in genau dieser Eigenschaft formal bestĂ€tigen soll.
Dies ist ein bisher einmaliger Vorgang, und, wie wir finden, ein Exempel, dem bitte schön möglichst alle anderen, die meinen, mit Konzeptlosigkeit und administrativen AmoklĂ€ufen regieren zu können, unverzĂŒglich folgen sollten. Wir gönnen Gerhard von Herzen sein Arbeitslosengeld, fĂŒrchten jedoch, daß er ob seines Alters und der Erfolglosigkeit in seinem letzten Job wohl in 18 Monaten zu ALG II absinken wird. Besonders seine Halbierung der Arbeitslosenzahlen von vier auf fĂŒnf Millionen wird uns allen ewig im GedĂ€chtnis bleiben, eine Eigenschaft mit der wir BĂŒrger im Gegensatz zum Politiker nun einmal leider von der Natur ausgestattet worden sind. Auch die Senkung der Steuern auf Rekordhöhen werden wir ihm nicht vergessen, ebenso wie das Erfolgsmodell „Green Card“ und „Ich-AG“. Sein VorgĂ€nger im Amt wird sich jetzt die HĂ€nde reiben, hatte es doch diese Entwicklungen unter seiner Ägide nicht gegeben, immerhin hat er doch zu seinen Gunsten die Wiedervereinigung Deutschlands anzufĂŒhren, die er, paralysiert durch die rasante Entwicklung, schlicht nicht hat verhindern können. Immerhin ist es ihm gelungen, mit der EinfĂŒhrung des Euro uns doch noch einen ausreichend bitteren Wermutstropfen in die sĂŒĂŸe Milch zu praktizieren.
Geradezu mit Mitleid sehen wir die Situation seinen treuen Ekkehard, genannt Joschka Fischer. Er wird als Kaishaku-nin den politischen Seppuku seines Herrn und Meisters mitvollziehen mĂŒssen. Seine eigene Partei, die oft genug versucht hat, ihm in den RĂŒcken zu fallen, wird nun des Triumphes beraubt, den allzu Erfolgreichen auf den Senatstreppen erdolchen zu können. Schade, es bleibt ihnen nur die Leichenfledderei in der Fundamentalopposition. Immerhin hat es eine Ministerin doch noch fertiggebracht, ihre getreuen Knappen durch hastige, wenn auch großzĂŒgige Beförderungen fĂŒr Gehorsam und Treue zu belohnen.
Was uns bleibt ist der Trost, daß seine Nachfolger, welchen Geschlechts und welcher Partei auch immer, die BĂŒhne bereitet ist, auf der sie sich theatralisch um sein Erbe schlagen dĂŒrfen. Die Probleme, die unser schönes Land seit Jahrzehnten hat mit ĂŒberbordender Verwaltung, EU-Unfug immer absurderer Art und der Idiotie, 25 Staaten mit ca. 30 Nationen unter die Knute eines Superstaates zu zwingen, wird keiner seiner Nachfolger lösen können. Alle, die heute zur Wahl stehen, waren daran beteiligt, diese Probleme zu schaffen und zu verschlimmern. „Die Regierung ist die beste“ sagte Thoreau, „welche am wenigsten regiert“. In diesem Sinne haben wir doch noch die Hoffnung, daß sich das Blatt zum Besseren wendet. Ein ehemaliger Vereidigungsminister, der sich leider nur schlecht verteidigen konnte, hat uns ein nachahmenswertes Beispiel geliefert, indem er, statt eine Krise durch seine Inkompetenz weiter zu verschĂ€rfen, lieber mit seiner neuesten Flamme in den Badeurlaub zu gehen beliebte. Wir bitten um eine VerfassungsĂ€nderung: Jeder gewĂ€hlte AmtstrĂ€ger muß mindesten 95% der Legislaturperiode im Urlaub außerhalb der EU verbringen. DafĂŒr bezahlen wir doch gerne Steuern. Solange jedoch grĂ¶ĂŸenwahnsinnige BĂŒrokraten uns weiterhin mit irrsinnigen Gesetzen belĂ€stigen wollen, werden wir einfach nicht mehr zur Wahl gehen. Stellt euch vor, Ihr lĂ€chelt von allen Plakaten, kĂŒĂŸt kleine Kinder – und keinen interessiert’s...

__________________
Lieber ein verfĂŒhrter Verbraucher als ein verbrauchter VerfĂŒhrer...

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Aragorn
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grins*

Mir scheint das Thema ist in aller Munde heute und ich habe Deinen Text mit viel Humor gelesen! Gelungen!

GrĂŒĂŸe
Ara

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