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Leselupe.de > Ungereimtes
Erfüllung
Eingestellt am 11. 11. 2004 10:15


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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Erfüllung

Wenn sich die Eichel nun
dem Hirsch in den Weg wirft,
auf dass es ihm wohl werde
mit ihr
zwischen seinen mahlenden Zähnen,
da hat sie es vollbracht
dann.

Von weit oben staunte sie ihm zu,
wie er dahinzog majestätisch,
und sie
unbeweglich dem Sturme trotzend.

Nun mit ihm eins
ist ihr, als wär sie ein Tier
jetzt auch,
getragen durch den Wald,
gewiegt hin zum Bachlauf,
ein Größeres jetzt
ein Gewaltiges
ein Höheres
ein Sonderliches
ein Wunderbares
ein zwei Mal eins.






__________________
Der Mensch ist sich selbst das größte Geheimnis, ein unverzichtbarer Blutstropfen im Universum, ein Spiegel allen Seins.

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Montgelas
???
Registriert: May 2004

Werke: 1
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"Eins geteilt durch zwei
ist zweimal eins und weniger als nichts.
Eins ist mehr als zwei, wenn das Eine
aus zwei Hälften zusammengesetzt ist,
die für sich nichts wert scheinen
und zusammen alles vermögen."


so beginnt ein dialog in dem film "Die Frau auf der Brücke".

liebe vera-lena,

der monat november, wenn auch oft trist,
animiert zur konfession.
und in diesem sinn haben deine zeilen
gewicht. auch weil sie ebenso wie
blaustrumpfs text "sicut cervus"
den psalm 42 ,hier allerdings,
unbewußt assozieren.


dir eine gute zeit

montgelas

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rosste
Routinierter Autor
Registriert: Jul 2004

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Liebe Vera-Lena,
die Nachbareichel fällt vom Wind getragen auf fruchtbaren Boden und wird ein stattlicher Eichenbaum.
Die Eichel findet ihre Erfüllung als Hirschspeisse und geniesst das ganz bewusst. Das gefällt mir gut. Das ist ein Eins-sein mit der Natur, mit der Welt.
(Entschuldige, kann mit dieser Tastatur kein "sz" schreiben).
LG, Stephan

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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Lieber Montgelas,

danke für Dein Zitat! Ja, da ist sicher eine Parallele zu finden. Die Eichel vermag für sich allein nichts, und der verhungernde Hirsch vermag auch nichts mehr. Wenn sie sich zusammentun, vermögen sie für eine kleine Weile wieder so einiges. Insofern ist eins und eins mehr als zwei.

Der religonsphilosophische Ansatz aus dem 42. Psalm würde dann bedeuten, dass der Mensch ein Verlangen hat, in dem "aufzugehen" (allerdings immer ohne seine Individualität aufzugeben), was größer ist als er selbst.

Wenn Du es so meinst, fühle ich mich von Dir verstanden.

Danke fürs Lesen, für Deine Antwort und für Deinen guten Wunsch!

Auch Dir heute einen schönen Tag wünscht mit lieben Grüßen
Vera-Lena
__________________
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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Lieber Stephan,

ja, so habe ich es gemeint! Da die Eichel von Anbeginn ihr Ziel kannte, konnte sie voller Freude dorthin gelangen. So spielt es sich in der Natur ab,aber ohne ein Wissen und ein Empfinden. Der Mensch, der das betrachtet, könnte aber für sich selbst und für sein Menschsein aus diesen Alltäglichkeiten seine Schlüsse ziehen, wenn er das wollte.

Danke für Deine Antwort, die mich sehr freut. (Auf den Schweizer Tastaturen gibt es auch kein "ß", insofern ist mir das vertraut.)

Dir ganz liebe Grüße ins sicherlich schon kalte Norwegen!
Vera-Lena
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Dorothea
Häufig gelesener Autor
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Transzendenz ohne Gehirnakrobatik

Liebe Vera-Lena,

eigentlich ist zu Deinem schönen Werk schon das Wesentliche zu seiner Interpretation gesagt worden. Dennoch möchte auch ich mich einreihen in die Schar derer, die dankend betonen, wie sehr ihnen das Werk gefällt.
Mir gefällt besonders die parabelhafte Erzählweise, die vermittelt, was so manche Theologie- bzw. Philosophievorlesung nicht schafft!
Nebenbei: wie das NT erzählt, hat Jesus wohl (nicht ohne Grund) bei seinem Versuch, das Gottesreich zu verkünden, sehr häufig die Form des "Gleichnisses" gewählt.

Obwohl mir Nörgelei wirklich nicht am Herzen liegt, erlaube mir die folgende Frage: Warum hat zum Ende des ersten Verses
das Wort "dann" diese seltsam nachgestellte, mich persönlich rhythmisch und syntaktisch störende Position?
Mir gefiele "dann hat sie es vollbracht" eher besser.

Herzliche Grüße
__________________
Dorothea Gebauer
----------------------
Sein ist mehr als Haben.

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Vera-Lena
Routinierter Autor
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Liebe Dorothea,

danke für Deine Interpretation, die mich sehr berührt!

Das "dann" wird auch noch einmal verstärkt durch das vorangegangene "nun".

Ich habe diesen Kunstgriff gewählt, um deutlich zu machen, wie lange das dauert, bis etwas seine Erfüllung finden kann, was da alles dazwischen liegt, wieviel Wachstum, wieviel Stürme und der ganz Prozess des Reifwerdens und der Entschluss, sich vom Baum zu lösen.

Verstehst Du, erst wird gesagt, wenn ....... aber der Augenblick der Erfüllung wird dann trotzdem als etwas "Plötzliches" erlebt.

Ich dachte, das könnte ich deutlich machen, wenn ich dem "dann" eine eigene Zeile gebe.

Danke für Deine Auseinandersetzung mit diesem Text.

Dir noch einen schönen Tag!
Liebe Grüße von Vera-Lena
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