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Leselupe.de > Ungereimtes
Erhebt Euch, Segel (2 Varianten)
Eingestellt am 01. 01. 2010 15:28


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HerbertH
???
Registriert: May 2007

Werke: 860
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Ich tendiere inzwischen dazu, dass Variante 1 - die allererste doch die beste ist. Was meint ihr?

Variante 1:

quote:
Erhebt Euch, Segel

Erhebt Euch, Segel
Fangt ihn, den Wind
den Traum der Sonne,
der ĂŒber Euch lacht
und mit den Wolkenkatzen
spielt.

Umzirzt ihn, den Halben,
halb Gott, halb StÀrke,
halb strahlender Fakt,
mit der Weiße
Eures Linnens.

Umschmiegt sein Schlagen,
sein Heulen in den Wanten
Eurer Erinnerung.

So wie ich es Euch lehrte.





Variante 2:

quote:
Erhebt Euch, Ihr Segel

Erhebt Euch, Ihr Segel,
und fangt ihn, den Wind,
den Traum unsrer Sonne,
der ĂŒber Euch lacht.

Umzirzt ihn, den Halben,
halb Gott und halb StÀrke,
halb strahlender Fakt,
im Weiß Eures Bauches.

Umgarnt und verlockt den
mal Steten, mal Losen,
mit Zittern und Flattern
im Flug Eurer BĂ€ndsel.

Umschmiegt ihn, sein Schlagen,
sein Heulen in Stagen,
laut Eurer Erinn'rung.
Wie ich es Euch lehrte.


quote:
Ich kann mich nicht entscheiden, welche Version besser ist.
Welche gefÀllt Euch besser und warum?


Neue Variante 1:

quote:
Erhebt Euch, Segel,
und fangt den Wind,
den Traum der Sonne,
der ĂŒber Euch lacht.

Der mit den Wolkenkatzen spielt.

Umzirzt den Halben
Wind, halb zwischen
Bug und Heck,
mit der Weiße
Eures Linnens.

Bis er mit Euren Litzen spielt.

Umschmiegt seine Böen,
bis er heult,
in den Wanten
Eurer Erinnerung.

Weil ich es Euch lehrte.

Neue Variante 2:

quote:
Erhebt Euch Segel
Fangt sie die Böe
Den Traum der Sonne
Die ĂŒber Euch lacht

Umgarnt den Wind
Den Halben
Den Wolkenkatzen-Spieler

Sein Heulen und Schlagen
Zwischen Bug und Heck
RĂŒttelt an den Wanten
Der Erinnerung

Holt sie ein
Mit weißen Linnen.








__________________
© herberth - all rights reserved


Version vom 01. 01. 2010 15:28
Version vom 01. 06. 2010 19:14
Version vom 06. 06. 2010 04:13

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Ivor Joseph
Guest
Registriert: Not Yet

Hallo Herbert.
Die erste Version gefÀllt mir besser, weil sie unaufdringlicher ist und sich daher nicht schon beim zweiten Lesen abnutzt.

An der ersten Strophe habe ich nichts auszusetzen - sehr schön.
----------------------------------------

Die zweite Strophe erscheint mir vom Sinn her nicht ganz kohÀrent.

1. >> Halb Gott, halb StÀrke
    sind keine GegensĂ€tze, eher das Gleiche, wenn nicht gar das Selbe.
2. und dann noch eine dritte HĂ€lfte.
    Â»Fakt« ist auch irgendwie unlyrisch.

Mir schwebte etwas vor wie:
Umzirzt ihn, den Halbgott der StĂ€rke, mit euerem strahlend weißen Linnen, fangt ihn ein...
----------------------------------------

Die dritte Strophe gefÀllt mir wieder sehr gut.
----------------------------------------

Liebe GrĂŒĂŸe, Ivor

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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Hallo Ivor,

vielen Dank fĂŒr den gedankenreichen Kommentar. Die Sache mit dem Halben Wind, und dem dreifachen

quote:
halb Gott, halb StÀrke,
halb strahlender Fakt

scheint mir aus folgenden GrĂŒnden wichtig: Halber Wind ist Seglersprache. Die dreifache Halbheit ist ein Stilmittel, um die GegensĂ€tze der Rollen des Windes deutlich zu machen und zu betonen: Einerseits (Halb-)Gott und damit zwischen dem Irdischen und dem Menschlichen angesiedelt, aber auch Halbstarker Flegel, der lustig mit dem Meer und den Segeln spielt und doch auch eine Naturgewalt, ein Faktum, das uns anstrahlt und begeistert.

Ich wĂŒrde in diesem Punkte gerne bei meiner 2. Strophe bleiben.

Deine EinschĂ€tzung der beiden Varianten kann ich gut nachvollziehen. Was mich schwanken ließ, ist die aufgrund eines durchgehenden Metrums flĂŒssigere Lesbarkeit von Variante 2.

Vielen Dank nochmals fĂŒrs Lesen und Kommentieren.

LG

Herbert
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Mandelbaum
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Hallo Herbert,
mir gefÀllt auch die erste Variante besser, weil sie bescheidener daher kommt. Das Spiel des Windes mit den Wolkenkatzen vermisse ich in Variante zwei.
Obwohl Variante eins kĂŒrzer ist, entstehen schönere Bilder, in denen ich mich freier bewegen kann.
Liebe GrĂŒĂŸe,
Mandelbaum
__________________
"Poesie tritt oft durch das Fenster der Unwesentlichkeit ein." M.C. Richards

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HerbertH
???
Registriert: May 2007

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Hallo Mandelbaum,

je lĂ€nger ich darĂŒber nachdenke, desto weniger kann ich genau festmachen, wieso die 2. Variante aufdringlicher/unbescheidener
wirkt.

Witzig finde ich, dass ich die 1. Variante mehr oder weniger "herunterschrieb" und dann die 2. durch relativ viel Feilen entstand, vor allem, um das Lesen flĂŒssiger werden zu lassen. Aber durch das Feilen ist wohl auch das Bild der Wolkenkatzen weggefallen, was durch die BĂ€ndsel nicht so richtig ersetzt werden konnte, vielleicht, weil jeder schon einmal Wolken am Himmel fantasievoll gedeutet, aber nur wenige soviel gesegelt sind, dass ihnen die Bedeutung der BĂ€ndsel fĂŒr die EinschĂ€tzung des Wechselspiels zwischen Segeln und Wind etwas sagt.

Ich habe das GefĂŒhl, dass ich hier noch viel ĂŒber Lyrik lernen kann durch den Vergleich der Varianten.

Danke fĂŒr Deine EinschĂ€tzung und den Kommentar.

LG

Herbert


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revilo
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Ich meine damit die dritte Strophe. Wenn Du die erste Variante gelesen hast, erscheint sie doppelt gemoppelt. Die erste Version ist schlank, mager,aber durchaus prĂ€gnant. Die zweite Version hat deswegen Übergewicht! Deine Idee, 2 Gedichte einzustellen, finde ich klasse! LG revilo

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