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Leselupe.de > Kindergeschichten
Erinnerungen eines Spatzen
Eingestellt am 22. 07. 2003 16:59


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M├Ąrchentante
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An einem warmen Sommermorgen, erblickte ich zusammen mit drei Geschwistern, in einem kuscheligen Nest, das Licht der Welt. Das Abenteuer Leben wartete nun auf uns. Das Nest befand sich unter dem Dach eines Hauses. Die Eltern hatten es in eine Nische hineingebaut, und liebevoll weich ausgepolstert mit Moos, Gras und Federn. Wir sollten es warm und gem├╝tlich haben.

Nun waren wir also geschl├╝pft, und mit der Ruhe f├╝r unsere Eltern war es vorl├Ąufig erst einmal vorbei. Unerm├╝dlich flogen sie durch den Garten, immer auf der Suche nach Nahrung f├╝r uns. Kleine Spatzenkinder haben einen gewaltigen Appetit. Besonders gut schmeckten uns die fetten M├╝cken und W├╝rmer die sie uns brachten. Sicher waren die beiden froh, wenn wir am Abend mit vollem B├Ąuchlein schliefen. Wenn man noch so klein ist, denkt man an nichts anderes, als Futter, Futter, Futter.

Noch wurden wir von unseren Eltern gew├Ąrmt, da wir ja noch kein Federkleid besa├čen, und ganz nackig waren. Dies ├Ąndert sich aber ziemlich schnell bei uns Jungen. Innerhalb k├╝rzester Zeit, wuchsen uns nun h├╝bsche Federchen und kleine Fl├╝gel. Jetzt fingen wir auch an, die Umgebung wahrzunehmen. Von unserem Nest aus, hatten wir eine tolle Aussicht auf die ganze Gegend. In unserer Nachbarschaft unter dem Dach, befanden sich noch einige andere Spatzenfamilien. War das ein Spektakel und gesch├Ąftiges Treiben! Alles zwitscherte laut drauflos, und die Eltern flogen den ganzen Tag emsig hinter Insekten und anderen Leckereien her, um alle ihre Kinder satt zu bekommen.

Es war ganz sch├Ân anstrengend f├╝r sie, ein Job fast rund um die Uhr. Nicht nur das Vater und Mutter st├Ąndig die hungrigen M├Ąuler f├╝ttern mussten, ├╝berall lauerten auch Gefahren. So manches Mal kam in aller Fr├╝he eine der Elstern, die in den hohen B├Ąumen br├╝teten, ├╝berfallartig angeschossen. Sie versuchte dann eines der gerade geschl├╝pften Jungen zu holen, um ihre eigene Brut zu f├╝ttern. Diese gro├čen V├Âgel sind n├Ąmlich Allesfresser, doch Nestjunge bevorzugen sie leider. Dann gab es eine riesige Aufregung bei den Familien, denn die Eltern wollten ihre Kleinen nat├╝rlich besch├╝tzen, und so bugsierten sie ihre Kinder tief ins Nest hinein. Leider gl├╝ckte das nicht immer, vor allem, wenn Vater und Mutter auf Nahrungssuche waren. Und so fand manch ein Spatzenjunges sein fr├╝hes Ende. F├╝r eine Weile wurde es danach jedes Mal ganz leise ums Haus herum.

Auch vor den umherschleichenden Katzen war Vorsicht geboten. Sie kamen so leise daher, dass man sie erst bemerkte, wenn es zu sp├Ąt war. Und auch die heftigen Regenf├Ąlle ab und an konnten f├╝r uns ebenfalls gef├Ąhrlich werden. Alle mussten ordentlich aufpassen, dass die Nester nicht durch die Regenrinne weggesp├╝lt wurden. Hin und wieder fiel ein vorwitziges Sp├Ątzchen durch ein Fallrohr in den Garten, das war schlimm. Wir waren ja noch klein, und konnten aus eigener Kraft nicht wieder zur├╝ck gelangen. Auch mir selbst passierte es eines Tages.

Als ich unerwartet mein Gleichgewicht verlor, sauste ich durch das Rohr abw├Ąrts. Ich bekam einen gewaltigen Schrecken. Da sa├č ich nun auf dem Rand einer Regentonne, statt im gem├╝tlichen Heim. Bibbernd vor Angst kauerte ich mich zusammen. Verzweifelt rief ich nach meinen Eltern, die f├╝rchterlich aufgeregt waren. Es bestand h├Âchste Lebensgefahr f├╝r mich. Was sollte ich nur tun? Hoffentlich kam jetzt keine Katze, oder ein anderer Feind. Instinktiv h├╝pfte ich zwischen Regentonne und Hauswand, und verhielt mich mucksm├Ąuschenstill. Niemand sollte mitbekommen, dass ich mich mit klopfendem Herzen dort verbarg. Zum Gl├╝ck wurde ich auch am Boden weiter gef├╝ttert, sonst h├Ątte ich vermutlich elendig verhungern m├╝ssen.

Am sp├Ąten Abend, wenn alles ruhig im Garten wurde, und meine Geschwister und Freunde in den warmen Nestern schliefen, ├╝berkam mich so manches Mal gro├če Angst. Einmal sa├č pl├Âtzlich wie aus dem Nichts ein Frosch vor mir, fast so gro├č wie ich selbst. Er glotzte mich an, quakte und sprang mit langen S├Ątzen davon. Puh! Au├čerdem gab es einen m├Ąchtigen Hofhund der mich ab und an beschn├╝ffelte, aber wohl f├╝r sich beschloss, mir nichts zu tun. Nachts huschten kleine Feldm├Ąuse gesch├Ąftig an der Tonne vorbei. Bei jedem Ger├Ąusch presste ich mich fest an den Boden, um nur nicht entdeckt zu werden, ungl├╝cklich und todtraurig.

Nach ein paar Tagen verlie├č ich vorsichtig mein Versteck. Ich hielt mich nun unter einer Hecke auf, die ich nur verlie├č, wenn ich gef├╝ttert wurde. Meine Fl├╝gelchen wuchsen von Tag zu Tag. Endlich war es soweit. Die Eltern ermutigten mich sehr lange und geduldig, es mit dem Fliegen schon mal zu versuchen. Es ist zwar nicht so einfach vom Boden aus statt von Zuhause aus luftiger H├Âhe, doch mir blieb ja nun nichts anderes ├╝brig. Und so ├╝bte ich, und ├╝bte, und ├╝bte. Oh war das toll, als ich bald in die Zweige der Hecke fliegen konnte. Von da an ging es ganz schnell voran. Ich flog hoch und h├Âher, immer h├Âher. Nun war ich gerettet, niemand konnte mir noch etwas anhaben.

Unterdessen waren meine Geschwister und alle anderen Spatzenkinder ebenfalls fl├╝gge geworden. Sie hatten mich so oft sie konnten, in meinem Versteck besucht, mich getr├Âstet und mir Mut zugesprochen. Nun, da ich es geschafft hatte, flogen wir alle gl├╝cklich kreuz und quer durch den Garten. Wenn wir Spatzen erst mal soweit sind, m├╝ssen wir bald nicht mehr versorgt werden. Wir hatten den Eltern beim Jagen zugesehen, und versuchten es nun selbst. Nach einigen Versuchen klappte es auch bei den meisten. Vater und Mutter konnten sich endlich in der n├Ąchsten Zeit ein wenig von den Strapazen der Aufzucht ausruhen.

Wir tobten mit den anderen V├Âgeln der Umgebung ausgelassen in den B├Ąumen und Str├Ąuchern. Besonders ransant wurde es immer mit den Schwalben, denn an Schnelligkeit konnte es keiner von uns mit ihnen aufnehmen. Sie flogen so flink hin und her, rauf und runter, dass wir nur staunten. Witzig war es auch mit den ├Ąu├čerst kecken Meisen. Auch die Stare waren zu jedem Schabernack bereit. Die Bachstelzen taten immer ganz vornehm, sie wippten stets elegant mit ihren Schwanzfedern. Daf├╝r machten wir allerdings die k├╝hnsten Mutproben. Beispielsweise rasten wir ganz dicht ├╝ber die Menschen die in dem Haus wohnten hinweg, und ├Ąrgerten den Hund. Sogar in seinen Fressnapf h├╝pften wir, um etwas von seinem Futter zu stibitzen. War das eine Hatz, wenn er w├╝tend hinter uns herrannte! Auch der Fr├╝hst├╝ckstisch der Zweibeiner wurde nicht verschont. Hm, da lagen manchmal so ├╝beraus k├Âstliche Sachen wie Brotkrumen herum, dass wir nicht wiederstehen konnten zu landen, in der Absicht, uns blitzschnell etwas davon zu sichern.

Nie wurde nach uns geschlagen, im Gegenteil, wenn wir unsere Albernheiten machten, lachten sie laut los. Die Menschen schienen sehr nett zu sein, und so verloren wir ein wenig unsere Scheu vor ihnen. Wegen der Sommerhitze, hatten sie uns sogar ein kleines Schwimmbad in den Schatten gestellt, indem wir wie verr├╝ckt planschten. So eine Abk├╝hlung zwischendurch tat sehr gut. Allerdings kam der Hund ├Âfter angelaufen, und trank unsere Badestelle leer, obschon seine Trinksch├╝ssel immer gef├╝llt war. Sicher wollte er sich r├Ąchen, weil wir ihn gerne ├Ąrgerten. Zum Gl├╝ck bemerkten es unsere Hausbesitzer immer recht schnell, sodass wir nie lange auf dem trockenen sa├čen.

Wir flogen durch den strahlenden Sonnenschein und spielten den ganzen Tag. Futter gab es in H├╝lle und F├╝lle, wir Vogelkinder dachten, es ginge stets so weiter.
Doch auch der sch├Ânste Sommer neigt sich irgendwann dem Ende zu. Als es k├╝hler wurde, verabschiedeten sich die Schwalben, und mit ihnen viele andere Spielkameraden von uns, um in den w├Ąrmeren S├╝den aufzubrechen. Dort wollten sie ├╝berwintern, jedoch w├╝rden sie im kommenden Fr├╝hjahr wieder zur├╝ckkommen. Der Abschied viel uns allen schwer, denn es dauerte ja einige Monate bis zum Wiedersehen. Es wurde zusehends ruhiger in der Umgebung ohne unsere Freunde.

Als die Mahlzeiten nicht mehr so ├╝ppig ausfielen, fragten wir unsere Eltern, was nach dem Sommer k├Ąme. So erz├Ąhlten sie uns vom Winter, und den schlechten Zeiten die auf uns zukommen w├╝rden. Es gab nicht nur den Sommer mit seiner W├Ąrme, dem Sonnenschein und dem reichgedeckten Tisch der Natur, sondern auch k├╝hle, ja sogar f├╝rchterlich eisige Wochen im Winter. Es w├╝rde dann sehr schwer, etwas Essbares zu finden. Oft sei es so kalt, meinten sie, dass man in den Zweigen erfrieren kann. Sie erz├Ąhlten aber auch von Menschen, die uns aus der gro├čen Not helfen. Es wurden Futterh├Ąuschen in den G├Ąrten aufgestellt, um uns mit Nahrung zu versorgen. Die Leute, in deren Haus wir wohnen, w├Ąren auch so. Erstklassige K├Ârner und auch N├╝sse in Fett w├╝rden wir jeden Morgen vorfinden, wenn wir zum Fr├╝hst├╝ck k├Ąmen.

Die Erwachsenen hatten recht. Tats├Ąchlich wurde es mit jedem Tag k├Ąlter. Die Sonne schien nicht mehr so oft, und manchmal lie├č sie sich lange nicht blicken, weil sie sich hinter dicken, dunklen Wolken versteckte. Die ersten Herbstst├╝rme kamen mit viel Regen. Oft sa├čen wir mit unserem nassen Gefieder in den B├Ąumen und Str├Ąuchern, und klammerten uns fest an die Zweige, um nicht herunterzufallen. Es war ziemlich trostlos. Auch die Nahrungssuche wurde immer schwieriger. An manchen Tagen wurden wir kaum noch richtig satt, denn die Natur gab jetzt nicht mehr viel her. Nach und nach fielen die Bl├Ątter von den B├Ąumen. Sie sahen sehr traurig aus mit ihren kahlen ├ästen.

Eines Morgens staunten wir nicht schlecht. Es war zwar bitterkalt, doch wie sah es ringsherum aus? ├ťber Nacht hatte es geschneit. Alles war wei├č ├╝berzogen, und die Sonne schien vom blauen Himmel. Durch den Sonnenschein glitzerte der Garten, als l├Ągen ├╝berall Diamanten herum. Das musste der Winter sein, von dem die Eltern erz├Ąhlten! Wirklich sch├Ân, dachten wir, wie verzaubert sieht das aus. Nat├╝rlich mussten wir Jungen sofort probieren, wie sich Schnee anf├╝hlt. Im Nu flogen wir aus unseren Verstecken, um dann, einer nach dem anderen, in die wei├če Pracht zu h├╝pfen. Oh, es war ganz weich, aber auch sehr k├╝hl. ├ťberm├╝tig tobten wir Spatzenkinder in dem Schnee. Die Erwachsenen blieben gelassen in der Hecke sitzen. Sie kannten das ja schon, es war jedes Jahr das gleiche.

Nach dem Spielen hatten wir einen gewaltigen Hunger, doch nun stellte sich heraus, dass es gar nicht so einfach war, durch den Schnee an etwas E├čbares zu kommen. Insekten gab es zu dieser Zeit kaum, und wir erinnerten uns daran, was die Eltern damals von der schlechten Zeit erz├Ąhlten. Es war also soweit. Nun gab es noch weniger zu Essen, als schon in den Wochen zuvor. Mit knurrendem Magen, aufgeplustert gegen die K├Ąlte, sa├čen wir manches mal dicht aneinander geschmiegt, um uns gegenseitig zu w├Ąrmen. Eines Morgens, als es besonders eisig war bemerkten wir, wie einer der Menschen aus dem Haus,in den Garten kam. Zu unserer Freude, stellte er ein offenes Holzhaus das auf einem hohen Holzpfahl befestigt war, auf die zugeschneite Wiese. Dieses f├╝llte er dann mit allerlei Leckereien f├╝r uns. Das musste das Vogelhaus sein, von dem alle erz├Ąhlten! Uns wurde tats├Ąchlich aus gr├Â├čter Not geholfen.

Der Mensch ging zur├╝ck ins Haus. Einen kleinen Moment warteten wir noch ab, sahen uns in alle Richtungen vorsichtig um, und dann ging es los. Mit viel aufgeregtem Gezwitscher, jagten wir hin├╝ber. Hm, wir kosteten von all den feinen K├Ârnern und N├╝ssen, bis nichts mehr in unsere B├Ąuche ging. Endlich waren wir wieder richtig satt. Durch unseren L├Ąrm angelockt, kamen nun auch ein paar andere hungrige V├Âgel zur Futterstelle. Ein paar Drosseln, ein Buchfink, ein Rotkehlchenpaar, ein kleiner Zaunk├Ânig. Auch die Meisen sa├čen schon erwartungsvoll in den B├Ąumen. Einige von uns waren emp├Ârt. Was wollen die denn hier? Die Menschen haben das H├Ąuschen f├╝r uns hingestellt. Wenn jetzt jeder kommt, ist nachher nicht mehr genug f├╝r uns da.

Die Eltern wurden zornig als sie das h├Ârten, und erkl├Ąrten ihren Spr├Â├člingen, dass auch die anderen V├Âgel Hunger leiden. In der Not geh├Ârt es sich nicht, jemand vom Futterplatz auszuschlie├čen. Wenn wir mit den anderen teilen, w├╝rden auch sie satt, und au├čerdem w├Ąre genug f├╝r uns alle da. Schlie├člich h├Ątten die Menschen nicht nur Futter f├╝r uns ausgelegt, sondern f├╝r alle V├Âgel. Das sahen ihre Jungen ein, und besch├Ąmt r├╝ckten sie zur Seite, um f├╝r die anderen Platz zu machen.

Regelm├Ą├čig flogen wir jetzt das Vogelh├Ąuschen an. Wie froh waren wir, dass die Menschen f├╝r uns sorgten. Nie verga├čen sie, uns zu f├╝ttern. W├Ąren sie nicht so gut zu uns gewesen, h├Ątte manch einer von uns diese harte Zeit sicher nicht ├╝berlebt. Der Winter schien endlos zu sein. Wir froren wie noch nie, und sehnten uns so nach ein wenig W├Ąrme und Sonne. Wenn der eisige Wind unsere Federn zerzauste, und wir ganz eng aneinandergekuschelt in den Zweigen sa├čen, dachten wir sehns├╝chtig an unsere Kameraden die noch im S├╝den weilten, an frische W├╝rmer und M├╝cken.

Doch eines Tages war es soweit. Die Macht des Winters war endg├╝ltig gebrochen. T├Ąglich wurde es milder, und die Sonne schien immer h├Ąufiger. Die ersten Wildg├Ąnse und Kraniche kamen mit lautem Geschrei zur├╝ck, und die Natur erwachte zu neuem Leben. Bunte Fr├╝hlingsblumen verwandelten die Wiesen in bl├╝hende Teppiche. Auf dem Nachbardach bezog ein Storchenpaar sein Heim, und endlich kamen auch unsere Freunde aus dem S├╝den zur├╝ck. War das ein Hallo! Gl├╝cklich tobten wir ausgelassen mit ihnen durch die L├╝fte. Wunderbar, es war wieder Sommer. Die Luft war erf├╝llt vom Summen und Brummen der flei├čigen Bienen. Bunte Schmetterlinge tanzten ├╝ber duftenden Blumenwiesen, und die Sonne strahlte nur so vom azurblauen Himmel, an dem sich dicke, wei├če Sahnewolken auft├╝rmten.

An genau so einem Bilderbuchtag, sah ich SIE! Sie war die entz├╝ckendste Sp├Ątzin, die ich je sah. Das Braun ihrer Augen war mit nichts zu vergleichen, und wenn sie zwitscherte, war es f├╝r mich wie Engelsgesang. Anmutig h├╝pfte sie in den Zweigen umher, und schaute kokett zu mir hin├╝ber. Wieso war sie mir fr├╝her noch nicht aufgefallen? Ihr Blick verhie├č viel, und mein kleines Spatzenherz klopfte wie wild. Sofort flog ich zu ihr, und fing sch├╝chtern ein Gespr├Ąch mit ihr an. Nat├╝rlich war ich sehr aufgeregt, denn ich hatte ja noch nie eine Freundin. Von nun an waren wir beide unzertrennlich. Schon nach kurzer Zeit beschlossen wir, eine gemeinsames Nest zu bauen. Wir wollten wie unsere Eltern im Jahr zuvor eine Familie gr├╝nden, und m├Âglichst viele kleine Spatzen aufziehen. Auch wir w├╝rden sie beh├╝ten und besch├╝tzen, bis sie gro├č waren. Unsere Kleinen wiederum werden es uns im n├Ąchsten Sommer auch nachmachen, das ist nun mal der Lauf der Zeit. Ja, so ist das Leben.

Sehr gerne erinnere ich mich an meine unbeschwerte, aber manchmal auch aufregende Kinder und Jugendzeit zur├╝ck. Inzwischen haben meine Frau und ich unseren Nachwuchs bekommen, vier kleine Sp├Ątzchen. Den ganzen lieben langen Tag fliegen wir umher, um Nahrung f├╝r die hungrigen M├Ąuler zu suchen. Wenn sie dann am Abend unter unserem Federkleid satt und zufrieden schlafen, k├Ânnen wir uns auch ein wenig Ruhe g├Ânnen. Das ist der Moment, wo wir beide uns ├╝ber die vergangenen Zeiten unterhalten, ├╝ber unsere Kinderzeit, die ja nur sehr kurz bei uns V├Âgeln ist, und ├╝ber den Tag, an dem wir uns zum ersten Mal sahen.

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Charlene
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Hallo M├Ąrchentante!

Insgesamt muss ich sagen, dass ich deine Geschichte etwas langatmig fand. Am Anfang war ich richtig gespannt, wie es denn mit dem jungen Spatzen weitergeht und habe auf einen H├Âhepunkt gewartet - der ist aber ausgeblieben. Du schilderst zwar die Zeit bis er fl├╝gge ist und schlie├člich auch sein Weibchen findet, aber es fehlt ein Ereignis, das den Leser bei Stange h├Ąlt, damit der am Schluss nicht da steht und sich sagt: sch├Âne Idee, vielversprechender Anfang, aber es zieht sich ziemlich hin bis zum Ende.
Die Sprache, in der du den kleinen Spatzen erz├Ąhlen l├Ąsst, erscheint mir auch an manchen Stellen etwas zu allwissend f├╝r ein Jungtier.
Ich an deiner Stelle w├╝rde eine Stelle etwas ausbauen, ausf├╝hrlicher schildern, z.B. als der Spatz aus dem Nest f├Ąllt - er f├Ąllt zwar runter, hat dann Angst vor einem Frosch und versteckt sich, aber du schilderst das ein bisschen emotionslos. Das w├Ąre anders, wenn du z.B. seine Begegnung mit dem Frosch genauer beschrieben h├Ąttest. Vielleicht sieht er, weil es dunkel ist, erst nur die Umrisse und kauert sich noch mehr in sein Versteck, er traut sich nicht um Hilfe zu rufen und ├╝berlegt fieberhaft, was er gegen das Monster, das da auf ihn zukommt, unternehmen k├Ânnte - bis er erkennt, dass es ein Frosch ist und er ist ein bisschen erleichtert, aber zittert immer noch, weil er ja nicht wei├č, was dieser Frosch vorhat. Verstehst du was ich meine? Der Spatz sagt zwar, er h├Ątte Angst, aber das ganze kommt so "erz├Ąhlt" r├╝ber. Der Leser - oder jedenfalls erging es mir so - fiebert nicht mit dem Spatzen mit, sonder liest eher einen Bericht: da war das und dann kam das und hinter...
Au├čerdem habe ich mich gefragt, warum die Eltern nicht versuchen, ihr Junges wieder ins Nest zu bef├Ârdern, sondern einfach da unten lassen - okay, sie f├╝ttern ihn, aber es ist doch trotzdem gef├Ąhrlich da unten!
Ich hoffe, dass klingt jetzt nicht zu kritisch, aber ich finde es schade, dass mir beim Lesen gerade zum Schluss zu ziemlich langweilig wurde - weil ich die Idee richtig s├╝├č finde!

Charlene
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"You live to make trouble, don't you?"
"Life is nothing without a little chaos to make it interesting."

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Hallo Charlene,
es stimmt schon, ein wenig spannender h├Ątte ich diese Geschichte schreiben k├Ânnen, werde sie wohl noch mal ├╝berarbeiten. Die Idee mit dem kleinen Spatz kam mir, weil ich sie selbst so in unserem Garten erlebt habe. Er sauste tats├Ąchlich durch das Fallrohr, und ich beobachtete ihn tagelang. Nat├╝rlich habe ich mir auch ein wenig dazu ausgedacht.
F├╝r Deine Kritik und Anregungen danke ich Dir, man kann daraus nur lernen.
Ich w├╝nsche Dir noch einen sch├Ânen Tag.
Viele Gr├╝├če
M├Ąrchentante

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